02.07.2013

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Lanxess: EPDM-Produktion in Geleen auf ACE-Technologie umgestellt

Lanxess meldet die erfolgreiche Umstellung der größten Produktionslinie für die Herstellung seiner Keltan EPDM-Kautschuke am niederländischen Standort Geleen auf ACE-Technologie. Das Unternehmen hat demzufolge ca. zwölf Millionen Euro investiert, um die Produktionslinie von konventioneller Ziegler-Natta-Chemie auf den ACE-Prozess umzustellen. Die neue Linie - EPT 3 - hat den Angaben zufolge eine Kapazität von 95.000 Tonnen pro Jahr. Das entspricht mehr als der Hälfte der Gesamtkapazität dieser Anlage, die laut Lanxess mit einer Jahreskapazität von 180.000 Tonnen derzeit die größte EPDM-Produktionsstätte weltweit ist.

Der ACE-Prozess, der auf außergewöhnlich aktive Katalysatoren setzt, soll es Lanxess erlauben, eine ausgesprochen breite Palette hochwertiger EPM und EPDM-Typen zu liefern - in gleichbleibender Qualität, chlorfrei und in hohen Reinheitsgraden. Zudem verbrauche der Prozess weniger Energie und produziere keine Katalysator-Abfälle, wodurch auf einen Deashing-Schritt verzichtet werden könne.

Derzeit umfasst das EPDM-Kautschuk-Programm von Lanxess sieben ACE-Typen: "Die Einführung dieser Produkte aus der EPT-3-Linie ist das Ergebnis ausführlicher Testläufe und Produkt-Prüfungen, einschließlich mehrerer Testläufe auf einer der kleineren Produktionslinien in unserer Anlage in Geleen", sagt Torsten Derr, Leiter der Lanxess Business Unit Keltan Elastomers (KEL). Bevor die neue Produktionslinie in Betrieb genommen wurde, seien Proben der neuen ACE-Typen über ein Jahr hinweg im Markt getestet worden. Bereits jetzt befinden sich ACE-Typen im Verkauf.

EPDM findet in Form von Türdichtungen und Kühlschläuchen vor allem in der Automobilindustrie Einsatz. Lanxess-Schätzungen zufolge finden sich in jedem Auto rund sieben Kilogramm EPDM. Darüber hinaus wird das Produkt in der Kunststoff-Modifikation, in Kabeln, in der Baubranche und in der Herstellung von Öl-Additiven verwendet. Der Werkstoff zeichnet sich durch eine sehr geringe Dichte, gute Beständigkeit gegen Hitze, Chemikalien und Bewitterung sowie gute elektrische Isolationseigenschaften aus.

Der ACE-Prozess gestattet laut Lanxess nicht nur eine nachhaltige Produktion, er mache auch höherwertige EPDM-Typen zugänglich, die durch konventionelle Herstellungs-Technologien bislang nicht in Reichweite gewesen seien. "Das ACE-Katalysator-System erlaubt uns, das komplette EPDM-Portfolio herzustellen - inklusive einer breiten Auswahl an Monomer-Zusammensetzungen und Molekulargewichten", sagt Derr. "Darunter Typen mit einem hohen ENB-Anteil für die schnelle Vulkanisation und (ölverstreckte) Varianten mit einem ausgesprochen hohen Molekulargewicht für herausragende elastische Eigenschaften. Darüber hinaus profitiert das Keltan ACE-Portfolio weiterhin in vollem Umfang von unserer Controlled Long Chain Branching-Technologie, die eine gute Verarbeitbarkeit bei unseren Kunden sicherstellt. High ENB- und (ölverstreckte) Varianten mit einem hohen Molekulargewicht sowie verzweigte Typen sind mit Metallocen-Technologie nur schwer herzustellen."

Die "ACE-Story" soll auch auf globalem Level fortgeschrieben werden: "Unsere Anlage in Changzhou in der chinesischen Provinz Jiangsu, die 2015 angefahren wird, wird ebenfalls mit ACE-Technologie betrieben", sagt Derr. Die Anlage soll über eine Kapazität von 160.000 Jahrestonnen verfügen und wäre mit einer Investitionssumme von 235 Millionen Euro die höchste Investition, die Lanxess bis heute in China getätigt hat.

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