17.09.2015

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Lanxess: Ende der EPDM-Produktion in Marl im ersten Quartal 2016

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess wird seine Produktion am Standort Marl im ersten Quartal 2016 beenden. Ursprünglich war die Beendigung für Ende 2015 geplant (siehe auch plasticker-News vom 20.03.2015). "Mit der längeren Produktion bieten wir unseren Kunden ausreichend Möglichkeit, ihre Anlagen gezielt und in gewohnt hoher Qualität auf EPDM-Kautschuktypen anderer Lanxess-Standorte umzustellen", erklärt Jan-Paul de Vries, Leiter des Geschäftsbereichs High Performance Elastomers.

Zur Umsetzung der Personalmaßnahmen am Standort hat sich der Konzern nach fünfmonatigen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern auf einen Interessenausgleich und Sozialplan verständigt. Lanxess beschäftigt in Marl aktuell 118 Mitarbeiter. "Für das Unternehmen und die Mitarbeiter ist diese Entscheidung ein tiefer Einschnitt", sagt Rainier van Roessel, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Lanxess AG. "Allerdings haben wir in komplexen und zugleich konstruktiven Gesprächen mit den zuständigen Arbeitnehmervertretern und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie eine verantwortungsvolle und sehr zielgerichtete Umsetzung vereinbart."

Soweit möglich werden den Mitarbeitern in Marl Stellen an anderen Lanxess-Standorten angeboten. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit Lanxess sind nach den Regelungen des Sozialplanes Abfindungszahlungen sowie die Möglichkeit des Eintritts in eine Transfergesellschaft zur weiteren Qualifizierung und Vermittlung auf einen neuen Arbeitsplatz außerhalb von Lanxess vorgesehen.

Der Konzern richtet derzeit sein Geschäft mit EPDM-Kautschuk neu aus. Ziel ist es, dadurch die Wettbewerbsfähigkeit in diesem Kautschuk-Bereich zu stärken. Im EPDM-Kautschuk-Produktionsnetzwerk von Lanxess ist die Anlage in Marl aufgrund ihrer verhältnismäßig geringen Kapazität die am wenigsten wettbewerbsfähige.

Lanxess produziert am Standort Marl den synthetischen Ethylen-Propylen-Dien-Monomer-Kautschuk (EPDM) für ein breites Spektrum unterschiedlicher Anwendungen - etwa für Profile, Dichtungen, Schläuche, Riemen und Kabel. Das bei weitem größte Anwendungssegment ist die Automobilindustrie, gefolgt von der Bauindustrie.

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