07.08.2015

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Lanxess: Jahresprognose für 2015 nach starkem zweiten Quartal angehoben - Investitionen deutlich gesenkt

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess hebt nach einem starken zweiten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr 2015 erneut an. Der Konzern erwartet nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 840 und 880 Millionen Euro. Zuletzt war Lanxess für das Gesamtjahr von einem EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 820 und 860 Millionen Euro ausgegangen.

"Lanxess kommt zusehends zurück auf den richtigen Kurs. Wir haben im zweiten Quartal dieses Jahres ein sehr gutes operatives Ergebnis erzielt, zu dem alle Segmente unseres Konzerns beigetragen haben", sagte Lanxess-Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert. "Auf Basis dieser starken Zahlen und der zügigen Umsetzung unserer Neuausrichtung gehen wir von einem höheren Jahresergebnis aus als bisher erwartet."

Der Umsatz verbesserte sich demnach im zweiten Quartal 2015 um 4,3 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro nach 2,0 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte hätten dabei rohstoffpreisbedingt niedrigere Verkaufspreise dabei mehr als ausgeglichen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 13 Prozent von 239 auf 270 Millionen Euro. Getrieben werde diese Entwicklung durch gestiegene Absatzmengen, Einsparungen aus der Neuausrichtung und positive Währungseffekte aus dem starken US-Dollar. Entsprechend stieg die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen auf 12,8 Prozent nach 11,8 Prozent im Vorjahresquartal.

Das Konzernergebnis verbesserte sich deutlich um 58,2 Prozent auf 87 Millionen Euro von zuvor 55 Millionen Euro. Neben der operativen Entwicklung hätten zu dem Anstieg auch Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen beibetragen.

Investitionen deutlich gesenkt
Die Nettofinanzverbindlichkeiten blieben im Vergleich zum Jahresende 2014 mit rund 1,4 Milliarden Euro nahezu stabil. Die Ausgaben für Investitionen sanken nach Abschluss der Großprojekte in Asien im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte von 154 auf 73 Millionen Euro. "Die Maßnahmen zur finanziellen Konsolidierung im Rahmen unserer Neuausrichtung zeigen Wirkung", sagte Lanxess-Finanzvorstand Michael Pontzen. "Diese Entwicklung haben kürzlich auch die Ratingagenturen Moody´s sowie Standard & Poor´s gewürdigt und unser Investment-Grade-Rating mit einem stabilen Ausblick bestätigt."

Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Höhere Absatzmengen, positive Währungseffekte sowie rohstoffbedingt niedrigere Preise prägten die Entwicklung im Segment Performance Polymers und führten insgesamt zu einem Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von rund einer Milliarde Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen im Segment stieg um 22,1 Prozent auf 149 Millionen Euro nach 122 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Angesichts der weiterhin guten Nachfrage in nahezu allen Absatzmärkten stieg der Umsatz des Segments Advanced Intermediates um 3,1 Prozent von 454 auf 468 Millionen Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments erreichte 80 Millionen Euro und lag damit um 2,6 Prozent über dem Vorjahreswert von 78 Millionen Euro.

Das Segment Performance Chemicals verzeichnete ein sehr gutes Quartal. Der Umsatz stieg um 6,8 Prozent von 518 auf 553 Millionen Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit 110 Millionen Euro um 35,8 Prozent deutlich über dem Wert des Vorjahres von 81 Millionen Euro. Insbesondere niedrige Rohstoffpreise im Berichtszeitraum, positive Währungseffekte und Einsparungen hätten hier zur Ergebnissteigerung beigetragen.

Neuausrichtung weiter voll im Plan
Das vom Konzern im vergangenen Jahr initiierte Drei-Phasen- Programm zur Neuausrichtung liege weiterhin voll im Plan. Die erste Phase habe Lanxess bereits erfolgreich umgesetzt. Maßnahmen der zweiten Phase, die auf die Verbesserung der operativen Wettbewerbsfähigkeit zielt, seien ebenfalls eingeleitet, etwa die Neuausrichtung der Produktionsnetzwerke für die Kautschuke EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer) und Nd-PBR (Neodymium-basierter Performance-Butadien-Kautschuk).

Bei der dritten Phase stehe die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsportfolios im Fokus, insbesondere durch mögliche Kooperationen im Kautschukbereich. "Hier sind wir in sehr konstruktiven Gesprächen und gehen davon aus, im Laufe der zweiten Jahreshälfte zu konkreten Ergebnissen zu kommen", sagte Zachert.

Lanxess hat begonnen, sein Kautschukgeschäft im Rahmen eines Carve-out-Prozesses in eine rechtlich eigenständige Geschäftseinheit innerhalb des Konzerns zu überführen. "Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um das Kautschukgeschäft in eine Allianz einbringen zu können", so Zachert. Die neue Einheit soll die Geschäftsbereiche Tire & Specialty Rubbers (TSR) und High Performance Elastomers (HPE) mit ihren insgesamt 20 Werken und rund 3.700 Mitarbeitern sowie unterstützende Stabsfunktionen umfassen.

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