29.06.2015

www.plasticker.de

Lanxess: Neuer EVM-Kautschuk für kurze Mischzeiten

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess bringt mit den Ethylen-Vinylacetat-Copolymeren der Levapren PXL-Serie eine neue Familie von vorvernetzten EVM-Kautschuken auf den Markt. Diese sollen auf die schnelle Verarbeitung in besonders wirtschaftlichen, kontinuierlichen Mischverfahren zugeschnitten sein - etwa im Buss Ko-Kneter oder Zweischneckenextruder. Die rieselfähigen Granulate eignen sich laut Hersteller unter anderem dazu, die Mischzeiten bei der Herstellung besonders hochwertiger Schläuche oder Kabelmäntel zu verringern. Erste Kunden würden bereits mit den neuen Ethylen-Vinylacetat-Kautschuken bemustert. Zunächst werden die Typen Levapren 500 PXL, 600 PXL, 700 PXL und 800 PXL mit Vinylacetat-Gehalten zwischen 50 und 80 Prozent verfügbar sein. In ihren Eigenschaften gleichen Vulkanisate aus Levapren PXL solchen aus konventionellen EVM-Kautschuken von Lanxess.

Vorteile bei der Verarbeitung
"Standard-Levapren-Typen haben im Vergleich zu vielen anderen Synthesekautschuken eine deutlich geringere Mooney-Viskosität", erläutert Jörg Stumbaum, EVM-Spezialist im LANXESS Geschäftsbereich High Performance Elastomers. "Das ist vielfach von Vorteil - so braucht man für die EVM-Verarbeitung zum Beispiel weniger oder keine Weichmacher. Es gibt jedoch Anwender, die auf EVM-Kautschuke mit etwas höherer Viskosität angewiesen sind. Diesen Kunden bieten wir unter dem Namen Levapren XL bereits seit langem vorvernetzte Typen an."

Durch technische Randbedingungen der zu ihrer Herstellung verwendeten Strahlenvernetzung müssen diese Varianten jedoch sehr gut vermischt werden, wenn an die Oberfläche der Extrudate besonders hohe Qualitätsansprüche gestellt werden. "Daher haben wir lange nach einer alternativen Vorvernetzungstechnologie gesucht und diese in der Reaktiv-Extrusion auch gefunden", so Stumbaum.

Dabei wird das Polymer mit kleinsten Peroxid-Mengen vorvernetzt - wobei sichergestellt sei, dass im Produkt später keine Spuren des Vernetzers mehr enthalten sind. Dieses Verfahren soll bewirken, dass alle Levapren PXL-Granulen durchgehend die gleiche Vernetzungsdichte aufweisen. Resultat ist ein rieselfähiges und leicht fließendes EVM-Granulat, das sich den Angaben zufolge im Innenmischer oder in kontinuierlichen Mischverfahren schnell und unproblematisch verarbeiten lässt und durch ein exzellentes Fließverhalten auszeichnet, was sich zum Beispiel in einer exzellenten Oberflächenqualität der Extrudate niederschlägt. Darüber hinaus sind die Kautschuke der Levapren PXL-Familie durch eine im Vergleich zu Standard- und XL-Typen deutlich höhere Grünfestigkeit charakterisiert: "Dies kann zum Beispiel bei der Produktion von Fütterstreifen für den Extruder eine höhere Prozesssicherheit bringen", so Stumbaum. Auch die Schlauch- und Profilextrusion könne von der höheren Standfestigkeit profitieren. Darüber hinaus ist bei den neuen Levapren PXL-Typen von Lanxess auch die Verblockungsneigung nach langer Lagerung deutlich reduziert, wodurch das Material rieselfähig bleibt.

"Mit Levapren PXL können wir eine vorvernetzte EVM-Variante anbieten, die maßgeschneidert ist für die schnelle und wirtschaftliche Verarbeitung in kontinuierlichen Anlagen. Diese Technik wird nicht nur für mittelständische Kautschuk-Verarbeiter immer wichtiger", so Stumbaum. "Zugleich hoffen wir so auch den Anwenderkreis auf Gummi- und Kunststoff-Verarbeiter zu erweitern, die Levapren bislang nicht verarbeiten konnten. Der vielseitige Kautschuk EVM wird durch Levapren PXL eindeutig noch ein gutes Stück flexibler."



Weitere News im plasticker