10.06.2013

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Lanxess: Neues Butylkautschukwerk in Singapur eröffnet

Lanxess hat auf einem Festakt mit rund 400 Gästen sein neues Butylkautschukwerk auf Jurong Island in Singapur eröffnet. Für die Anlage mit einer Kapazität von 100.000 Tonnen hat der Spezialchemie-Konzern rund 400 Millionen Euro investiert. In dem Werk entstehen etwa 160 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze, die überwiegend lokal besetzt werden. Die Anlage gilt als die modernste ihrer Art in Asien und wird Premium-Halobutylkautschuk sowie Standard-Butylkautschuk herstellen.

Lanxess ist damit nach eigenen Angaben der erste Hersteller von Butylkautschuk mit einem eigenen globalen Produktionsnetzwerk. Mit der Neueröffnung in Singapur und den bereits bestehenden Butylkautschukwerken in Sarnia, Kanada, und Zwijndrecht, Belgien, ist der Spezialchemie-Konzern nun mit modernen Anlagen auf drei Kontinenten vertreten. Die Butylkautschukanlage in Singapur wurde bereits im ersten Quartal 2013 in Betrieb genommen und schrittweise hochgefahren. Im dritten Quartal dieses Jahres startet die kommerzielle Produktion. Die volle Kapazität wird die Anlage voraussichtlich im Jahr 2015 erreichen.

Mit 400 Millionen Euro größte Investition von Lanxess
"Mit der bisher größten Investition in unserer Unternehmensgeschichte unterstreichen wir den Stellenwert des Standorts Asien für unser Geschäft mit synthetischen Kautschuken", sagte Lanxess-Vorstandsvorsitzender Axel C. Heitmann während der Eröffnungsfeier.

Megatrend Mobilität
In den kommenden Jahren werden für den Butylkautschuk-Markt durchschnittliche Wachstumsraten von fünf Prozent erwartet, getrieben von der rapiden Entwicklung des Megatrends Mobilität, vor allem in Asien. Etwa drei Viertel ihres Umsatzes erzielt die Business Unit Butyl Rubber mit der Reifenindustrie. Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt demzufolge aus dem asiatischen Raum.

Allein in China und Indien soll sich zum Beispiel vor allem aufgrund der wachsenden Mittelschicht die Anzahl der Pkw in den nächsten 15 Jahren mehr als verdreifachen. Zudem werden zunehmend Radial- und schlauchlose Reifen für Nutzfahrzeuge wie Busse und Lkw in Indien und China genutzt. Bei modernen Radialreifen besteht die innerste Schicht aus Halobutylkautschuk. Hier eingesetzt, sorgt der Kautschuk durch seine Gasundurchlässigkeit dafür, dass der Reifendruck länger konstant bleibt. Somit werden Treibstoff gespart und CO2-Emissionen reduziert.

Ein neues Einsatzgebiet für Halobutylkautschuk ist die Lauffläche des Reifens. Dort eingesetzt verbessert Bromobutylkautschuk, ein Halobutylkautschuk, sowohl die Bodenhaftung als auch das damit verbundene Nassbremsverhalten bei gleichbleibendem Rollwiderstand.

Auch in pharmazeutischen Verschlüssen und Abdichtungen kommt Halobutylkautschuk zum Einsatz. Der Spezialkautschuk ist sogar in einigen asiatischen Ländern gesetzlich vorgeschrieben, zum Beispiel in China. In Asien haben einige der weltgrößten Hersteller solcher Produkte für den pharmazeutischen Markt ihren Sitz. Der Pharma-Anteil am Lanxess-Butylkautschukgeschäft liegt bei rund zehn Prozent.

Weitere Einsatzmöglichkeiten von Butylkautschuk sind Schutzkleidung, Schuhsohlen, Klebstoffe und Kaugummi. Auch in Klimaanlagen von Automobilen sowie Tankauskleidungen bewährt sich die Gasundurchlässigkeit und Chemikalienbeständigkeit des Kautschuks.

Hochkomplexes Herstellungsverfahren
Die Herstellung von Butylkautschuk ist hochkomplex und erfordert Prozessschritte bei Temperaturen zwischen minus 100 und plus 200 Grad Celsius. Das bislang bekannte Produktionsverfahren für Butylkautschuk wurde komplett überarbeitet und kommt nun in Singapur zum Einsatz.

Rund zehn Prozent der Investitionssumme sind in Technologien geflossen, die das neue Butylkautschukwerk umweltverträglicher machen. So wird beim Herstellungsprozess deutlich weniger Dampf als in vergleichbaren Anlagen benötigt, was zu einem geringeren Energieverbrauch führt. Die hochmoderne thermische Abgasanlage behandelt die im Produktionsprozess anfallenden chemischen Verbindungen, so dass die Umwelt nicht beeinträchtigt wird.

"Optimale Bedingungen in Singapur"
Die Butylkautschukanlage wurde von der Foster Wheeler Asia Pacific Pte. Ltd. auf einem 150.000 Quadratmeter großen Gelände auf Jurong Island in Singapur geplant und gebaut. Das Grundstück wurde von der JTC Corporation, einer Körperschaft des Ministeriums für Handel und Industrie in Singapur, geleast. Die der Hauptinsel vorgelagerte Insel Jurong Island ist auf die chemische Industrie ausgerichtet und bietet mit seiner Infrastruktur optimale Bedingungen für Lanxess. So sei beispielsweise die langfristige Belieferung mit Isobuten, einem wichtigen Rohstoff zur Produktion von Butylkautschuk, durch eine benachbarte Raffinerie sichergestellt.

Ebenfalls auf Jurong Island baut Lanxess seit vergangenem Jahr eine neue Produktionsanlage für Neodymium-basierten Performance-Butadien-Kautschuk (Nd-PBR). Durch ihre Nachbarschaft mit der Butylkautschukanlage ergeben sich für das Unternehmen wertvolle Synergien, zum Beispiel durch gemeinsame Infrastruktur und Logistik.

Lanxess beschäftigt aktuell rund 380 Mitarbeiter in Singapur. Der Standort gilt als ein wichtiger Knotenpunkt für das Unternehmen in Südostasien und Asien-Pazifik. Singapur ist seit 2010 der globale Hauptsitz der Business Unit Butyl Rubber.

Die Business Unit Butyl Rubber ist Teil des Segments Performance Polymers, das 2012 einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro erzielte.

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