05.07.2013

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Lanxess: Rhein Chemie eröffnet erste Produktionsstätte in Russland

Der deutsche Spezialchemie-Konzern Lanxess hat gestern seine erste Produktionsstätte in Russland feierlich eröffnet. Im neuen Werk am Standort Lipezk stellt das Lanxess-Tochterunternehmen Rhein Chemie vor allem für die Automobil- und Reifenindustrie polymergebundene Kautschukadditive für die Märkte in Russland und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) her. 2016 soll das Werk dann um eine Produktionsstätte für Heizbälge (Bladder) erweitert werden, die bei der Reifenproduktion zum Einsatz kommen. Das Gesamtinvestitionsvolumen in Euro liegt im einstelligen Millionenbereich. Insgesamt sollen im neuen Werk mittelfristig 40 neue Arbeitsplätze entstehen, teilt das Unternehmen mit.

"Mit diesem Produktionsstandort unterstreichen wir unseren Fokus auf die globalen Wachstumsmärkte. Das gilt sowohl für den Konzern insgesamt, als auch für die Rhein Chemie, die nun in allen BRIC-Märkten mit eigenen Werken präsent ist", sagt Rainier van Roessel, Vorstandsmitglied der Lanxess AG. Erst im Mai hatte die Rhein Chemie ein Werk für Hochleistungs-Bladder in Brasilien eröffnet.

"Die Eröffnung unserer ersten Produktionsstätte in Russland ist ein weiterer Meilenstein für unser langfristiges Engagement in diesem Markt. Seit dem Markteintritt im Jahr 2009 konnten wir den Umsatz in Russland vervierfachen und strategische Partnerschaften in unseren Zielindustrien sowie mit Forschungseinrichtungen etablieren. Mit der neuen Anlage werden wir das Marktpotenzial vor allem in der Automobil- und Reifenindustrie noch besser nutzen", erläutert Werner Breuers, Vorstandsmitglied bei Lanxess. Studien zufolge sind für die russische Automobil- und Reifenindustrie mittelfristig jährliche Wachstumsraten im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich zu erwarten.

Hightech-Produkte für Auto- und Reifenindustrie
Lipezk bietet für den Konzern den Angaben zufolge hervorragende Standortbedingungen. "Die ausgezeichnete Lage mit Nähe zu unseren Kunden sowie die gute Infrastruktur im Industriepark von Lipezk haben den Ausschlag für den Standort gegeben", so Anno Borkowsky, Geschäftsführer der Rhein Chemie Rheinau GmbH. Bis zu 1.500 Tonnen vordispergierte, polymergebundene Kautschukadditive der Marke Rhenogran will Rhein Chemie in Lipezk pro Jahr produzieren. Die Produkte kommen vor allem bei der Herstellung von Reifen und technischen Elastomererzeugnissen wie zum Beispiel Profilen, Schläuchen und Dichtungen zum Einsatz. Sie zeichnen sich laut Anbieter durch ein einfaches Handling und eine schnellere Verarbeitbarkeit in der Kautschukmischung aus. Die Verwendung von Rhenogran erhöhe zudem die Qualität der Kautschukbauteile deutlich und verbessert nachhaltig deren Funktionalität und Langlebigkeit.

2016 soll das Werk dann um eine Produktionsanlage für jährlich bis zu 80.000 Heizbälge der Marke Rhenoshape, so genannte Bladder, erweitert werden. Bladder werden von der Reifenindustrie genutzt, um Reifen ihre endgültige Form und Eigenschaften zu geben. "Wir sehen eine steigende Nachfrage nach Qualitätsprodukten seitens der russischen Auto- und Reifenindustrie. Diese können wir mit dem neuen Werk und unserem hochwertigen, innovativen Produktportfolio nun direkt aus Russland bedienen", erklärt Borkowsky.

Starke Entwicklung des Russland-Geschäftes
Seit 2009 ist Lanxess mit einer eigenen Gesellschaft in Russland präsent. Seitdem hat sich das Geschäft stark entwickelt: In 2012 hat Lanxess im russischen Markt einen Umsatz von rund 80 Millionen Euro erzielt, etwa viermal so viel wie in 2009. Im Bereich Forschung & Entwicklung arbeitet Lanxess seit 2009 eng mit der Russischen Akademie der Wissenschaften zusammen und hat seitdem ein Forschungsnetzwerk mit führenden russischen Instituten und Universitäten etabliert. Darüber hinaus hat sich der Konzern 2012 in das offizielle Deutschlandjahr in Russland mit dem Kulturevent "Lanxess Young Euro Classic Concert Russia" sowie einem hochkarätig besetzten wissenschaftlichen Symposium eingebracht.

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