21.03.2014

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Lanxess: Umsatz- und Ergebnisrückgang in 2013

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess erwartet in einem weiterhin schwierigen Wettbewerbsumfeld für das erste Quartal 2014 ein EBITDA vor Sondereinflüssen von rund 200 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 174 Millionen Euro erzielt, das unter anderem durch Anlaufkosten belastet war.

Lanxess bestätigte darüber hinaus die am 26. Februar 2014 veröffentlichten vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2013.

Der Umsatz ging demnach gegenüber dem Vorjahr um rund neun Prozent auf 8,3 Milliarden Euro zurück. Maßgeblich für diese Entwicklung waren den Angaben zufolge hauptsächlich niedrigere Verkaufspreise im Segment Performance Polymers, bedingt durch rückläufige Rohstoffpreise sowie durch die herausfordernde Wettbewerbssituation. Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 735 Millionen Euro zurück, und lag damit innerhalb der prognostizierten Bandbreite von 710 bis 760 Millionen Euro. Ursächlich seien unter anderem ein produktionsbezogener Kostenanstieg und negative Währungseffekte gewesen. Leicht gestiegene Absatzmengen konnten den Rückgang des Ergebnisses nicht kompensieren. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen im Konzern lag bei 8,9 Prozent nach 13,4 Prozent im Vorjahr.

Außerplanmäßige Abschreibungen in den Segmenten Performance Polymers (Business Units Keltan Elastomers und High Performance Elastomers) und Performance Chemicals (Business Unit Rubber Chemicals) von 257 Millionen Euro sowie vorgezogene Sonderaufwendungen von etwa 30 Millionen Euro im Rahmen des Effizienzprogramms "Advance" belasteten das Konzernergebnis im vierten Quartal. Sie führten zu einem Konzernverlust im Gesamtjahr von 159 Millionen Euro und einem Ergebnis je Aktie von minus 1,91 Euro. Im Vorjahr betrug das Konzernergebnis 508 Millionen Euro und das Ergebnis je Aktie 6,11 Euro.

"Hinter uns liegt ein herausforderndes Jahr", sagte Lanxess Finanzvorstand Bernhard Düttmann. "Belastend waren die volatilen Rohstoffpreise und der zunehmende Wettbewerb, vor allem im Kautschukgeschäft." Der Hauptversammlung wird am 22. Mai 2014 eine Dividende von 0,50 Euro je Aktie vorgeschlagen. Das entspricht einem Ausschüttungsvolumen von insgesamt rund 42 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Konzern eine Dividende von einem Euro je Aktie gezahlt.

Die Auszahlungen für Investitionen sanken auf 624 Millionen Euro, nach 696 Millionen Euro im Vorjahr. Der operative Cashflow lag geschäftsbedingt mit 641 Millionen Euro um 197 Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahres. Die Nettofinanzverbindlichkeiten erhöhten sich im Jahresvergleich um 248 Millionen Euro auf 1,7 Milliarden Euro. "Im vierten Quartal konnten wir jedoch die Nettoverschuldung aufgrund unseres strikten Working Capital Management im Vergleich zum Vorquartal um 91 Millionen Euro senken", sagte Düttmann.

Geschäftsentwicklung in den Regionen
Der Umsatz in der Region Asien/Pazifik blieb mit einem Minus von etwa drei Prozent auf 2,1 Milliarden Euro nahezu stabil. Dabei erzielten die Segmente Performance Polymers und Performance Chemicals ein operatives Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnete der Konzern im chinesischen Wirtschaftsraum. Dort überschritt Lanxess wie auch im Vorjahr die Umsatzschwelle von einer Milliarde Euro. Der Anteil der Region Asien/Pazifik am Konzernumsatz erhöhte sich auf 26 Prozent.

Der Umsatz in der Region EMEA (ohne Deutschland) ging um rund fünf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zurück. Der Anteil am Konzernumsatz stieg auf 29 Prozent. In Deutschland erwirtschaftete Lanxess mit rund 1,5 Milliarden Euro einen Umsatz, der um fast acht Prozent niedriger als im Vorjahr war. Der Anteil von Deutschland am Konzernumsatz lag bei 17 Prozent.

Der Umsatz in Nordamerika lag mit 1,3 Milliarden um rund 17 Prozent unter dem Wert des Vorjahres und hatte damit einen Anteil am Konzernumsatz von 16 Prozent. In der Region Lateinamerika gingen die Umsätze um fast 19 Prozent auf
rund 1 Milliarde Euro zurück. Der Anteil am Konzernumsatz sank auf zwölf Prozent.

In den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) sanken die Umsätze um rund sieben Prozent auf 2 Milliarden Euro. Der Anteil am Konzernumsatz blieb bei 24 Prozent.

Geschäftsentwicklung in den Segmenten
Das Segment Performance Polymers verzeichnete im Berichtsjahr mit rund 13 Prozent einen deutlichen Umsatzrückgang auf rund 4,5 Milliarden Euro. Ein anhaltend schwieriges Marktumfeld sowie stark gesunkene und volatile Einstandspreise für Rohstoffe, insbesondere für Butadien, führten den Angaben zufolge zu einem negativen Preiseffekt von 15 Prozent. Negative Wechselkurseffekte belasteten zusätzlich. Die Absatzmengen stiegen um rund vier Prozent, teilweise bedingt durch Kapazitätserweiterungen in den Business Units Butyl Rubber und High Performance Materials.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments verringerte sich um rund 52 Prozent auf 389 Millionen Euro. Neben rückläufigen Verkaufspreisen und negativen Wechselkurseffekten beeinträchtigten zusätzlich Vorratsabwertungen, Bestandsabbau sowie Anlaufkosten für die neue Butylkautschuk-Anlage in Singapur das Ergebnis.

Die Umsätze des Segments Advanced Intermediates lagen 2013 mit 1,6 Milliarden Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Eine Steigerung der Verkaufspreise habe den leichten Rückgang der Absatzmengen ausgeglichen, während die Entwicklung der Wechselkurse das Ergebnis belastet habe. Insbesondere das Geschäft mit Produkten für die Agrochemie zeigte sich in beiden Business Units des Segments stabil.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank um rund sechs Prozent auf 286 Millionen Euro. Höheren Verkaufspreisen sowie Rohstoffkostenentlastungen standen niedrigere Absatzmengen, höhere Fertigungskosten sowie negative Wechselkurseffekte gegenüber.

Die Umsätze im Segment Performance Chemicals verringerten sich im Geschäftsjahr 2013 leicht um rund drei Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, resultierend vor allem aus nachteiligen Währungseffekten von drei Prozent sowie leicht negativen Preis- und Mengeneffekten.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging gegenüber dem Vorjahr um rund 18 Prozent auf 231 Millionen Euro zurück. Neben rückläufigen Absatzmengen, niedrigeren Verkaufspreisen und nachteiligen Wechselkursen belasteten insbesondere gestiegene Fertigungskosten sowie leicht höhere Einstandspreise für Rohstoffe das Ergebnis.

Effizienzsteigerungsprogramm "Advance"
Im Rahmen des Effizienzsteigerungsprogramms "Advance" haben bereits rund 730 Mitarbeiter weltweit das Angebot des Konzerns angenommen, über Vorruhestandsregelungen oder Abfindungen das Unternehmen bis einschließlich 2015 freiwillig zu verlassen. 2013 fielen dafür rund 110 der geplanten 150 Millionen Euro Sonderaufwendungen an. Ab dem Jahr 2015 erwartet Lanxess Einsparungen von jährlich rund 100 Millionen Euro.

Weiterhin hat Lanxess sein 100%iges Tochterunternehmen Perlon-Monofil an die Serafin Unternehmensgruppe mit Sitz in München verkauft.

Ausblick
Lanxess rechnet damit, dass die Marktsituation für synthetischen Kautschuk angesichts der Wettbewerbs- und Kapazitätssituation auch im Gesamtjahr 2014 herausfordernd bleibt. Die Wechselkurse, insbesondere der US-Dollar, werden sich voraussichtlich weiterhin volatil entwickeln. Das gleiche gilt für die Rohstoffkosten, wenn auch auf vergleichsweise moderatem Niveau.

Das Ergebnis für das erste Quartal 2014 werde darüber hinaus durch die Auswirkungen eines Streiks im belgischen Zwijndrecht beeinträchtigt. Seit etwa drei Wochen ruht dort die Produktion in der Butylkautschuk-Anlage.

Für das Gesamtjahr erwartet Lanxess ein leicht verbessertes EBITDA vor Sondereinflüssen, allein aufgrund des Wegfalls von Einmaleffekten, selbst wenn die Verkaufspreise auf niedrigem Niveau bleiben sollten. Für das laufende Jahr plant Lanxess Investitionen auf dem Niveau des Vorjahres. Der wesentliche Teil wird auf den Bau der World-Scale-Anlage für den Hochleistungskautschuk Nd-PBR (Neodymium-basierter Performance Butadien Kautschuk) in Singapur sowie auf die Errichtung
der Anlage für den Kautschuk EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer) in China entfallen. Beide Anlagen sollen 2015 in Betrieb gehen.

Weiterhin soll im dritten Quartal des laufenden Jahres eine World-Scale-Anlage für Polyamid-Kunststoffe im belgischen Antwerpen die Produktion aufnehmen. Ab dem Geschäftsjahr 2015 sollen die Investitionen deutlich sinken und hauptsächlich für die Erweiterung und Instandhaltung von bestehenden Anlagen genutzt werden.

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