20.03.2015

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Lanxess: Verbessertes Ergebnis im Geschäftsjahr 2014 - Beendigung der EPDM-Kautschuk-Produktion in Marl Ende 2015 beabsichtigt

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess hat im Geschäftsjahr 2014 sein operatives Ergebnis und sein Konzernergebnis deutlich gesteigert. Bei einem leichten Umsatzrückgang von 3,5 Prozent auf rund 8 Milliarden Euro stieg das EBITDA vor Sondereinflüssen um 9,9 Prozent auf 808 Millionen Euro. Das Konzernergebnis verbesserte sich um 206 Millionen Euro auf 47 Millionen Euro - trotz Sonderaufwendungen für die Neuausrichtung. Gleichzeitig hat Lanxess seine Nettoverschuldung deutlich reduziert und seinen operativen Cashflow spürbar gesteigert, teilt das Unternehmen mit.

Dreistufige Neuausrichtung
Im August 2014 hatte der Konzern ein dreistufiges Programm zur Neuausrichtung vorgestellt. Die erste Stufe zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit seiner Geschäfts- und Verwaltungsstruktur, die den Abbau von rund 1.000 Stellen weltweit beinhaltet, hat der Konzern weitgehend abgeschlossen. Der Abbau von rund 500 Stellen in Deutschland betraf vor allem den Verwaltungsbereich und erfolgte ohne betriebsbedingte Kündigungen. Außerhalb Deutschlands werden weitere 500 Stellen abgebaut. Dort wurde bereits für rund 70 Prozent der betroffenen Mitarbeiter eine Lösung gefunden. Ab Ende des Jahres 2015 spart Lanxess den Angaben zufolge durch die Maßnahmen der ersten Stufe rund 120 Millionen Euro, ab Ende 2016 sollen es jährlich 150 Millionen Euro sein.

Ende für EPDM-Kautschuk-Produktion am Standort Marl geplant
Im Rahmen der zweiten Stufe, die auf die Verbesserung der operativen Wettbewerbsfähigkeit zielt, hat der Konzern erste Maßnahmen eingeleitet. So will Lanxess angesichts der derzeitigen Überkapazitäten im Markt für synthetische Kautschuke seine Produktionsnetzwerke für Ethylen-Propylen-Dien-Monomer-Kautschuk (EPDM) und Neodymium-basierten Performance-Butadien-Kautschuk (Nd-PBR) neu aufstellen.

Der Konzern beabsichtigt, die EPDM-Kautschuk-Produktion am Standort Marl Ende des Jahres 2015 zu beenden. Im EPDM-Kautschuk-Produktionsnetzwerk von Lanxess sei die Anlage in Marl aufgrund von geringen Skaleneffekten sowie den im Vergleich höheren Energie- und Rohstoffkosten die am wenigsten wettbewerbsfähige.

In Marl sind derzeit rund 120 Mitarbeiter beschäftigt. Lanxess will unverzüglich Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen, um einvernehmliche Lösungen für diese Mitarbeiter zu finden.

Seine Nd-PBR-Produktion will der Konzern im Laufe des Jahres 2016 auf die Standorte Dormagen und Singapur fokussieren. Die Nd-PBR-Anlagen an den Standorten Orange, USA, und Cabo de Santo Agostinho, Brasilien, sollen dann ausschließlich die jeweilige Region bedienen. Die dadurch in den Anlagen in Port Jérôme, Frankreich, und Orange frei gewordenen Kapazitäten sollen künftig für die Produktion von anderen Butadien-Kautschuktypen genutzt werden. Darüber hinaus reduziert Lanxess die genutzte Kapazität für Butadien-Kautschuke in Orange im Zuge des flexiblen Anlagenmanagements und betreibt nur noch drei von vier Produktionsstraßen gleichzeitig.

Nach der Neuaufstellung würde dann Lanxess sowohl für EPDM- als auch für Nd-PBR-Kautschuke über jeweils eine Anlage in Nordamerika, Lateinamerika, Asien und Europa verfügen.

Für die Neuaufstellung seiner Produktionsnetzwerke für EPDM- und Nd-PBR-Kautschuke rechnet der Konzern insgesamt mit einem Abbau von etwa 140 Stellen und Sonderaufwendungen von rund 55 Millionen Euro. Ab Ende 2016 erwartet das Unternehmen Einsparungen von jährlich 20 Millionen Euro.

Weitere Maßnahmen der zweiten Stufe der Neuausrichtung, unter anderem zur Optimierung von Vertrieb und Lieferketten sowie von Produktionsprozessen und -anlagen, werden derzeit erarbeitet. Ergebnisse dazu sollen ab dem zweiten Halbjahr 2015 vorliegen.

Im Vordergrund der dritten Stufe steht die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsportfolios, insbesondere durch Kooperationen im Kautschukbereich. Lanxess befindet sich derzeit in Gesprächen mit möglichen Partnern, über die gegebenenfalls in der zweiten Jahreshälfte 2015 berichtet werden soll.

Ausblick 2015
Für das Geschäftsjahr 2015 geht Lanxess von einem anhaltend herausfordernden Wettbewerbsumfeld insbesondere für synthetischen Kautschuk aus. Zwar erwartet der Konzern für das Segment Performance Polymers im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Nachfrageverbesserung aus der Automobil- und Reifenindustrie, rechnet jedoch insbesondere für EPDM- und Butylkautschuk mit anhaltendem Preisdruck. Für das Geschäft mit Leichtbau-Kunststoffen geht Lanxess von einer weiterhin positiven Entwicklung aus.

Der anhaltend starke US-Dollar wird bei weiterhin volatiler Entwicklung voraussichtlich insgesamt positive Impulse für die Geschäfte geben. Auch bei den Rohstoffen geht Lanxess von einer volatilen Entwicklung aus.

Für das erste Quartal 2015 erwartet Lanxess ein gegenüber dem Vorjahresquartal verbessertes EBITDA vor Sondereinflüssen von 210 bis 230 Millionen Euro. Berücksichtigt sind dabei Anlaufkosten von insgesamt 25 Millionen Euro für die EPDM-Kautschuk-Anlage in Changzhou, China, und die Nd-PBR-Kautschuk-Anlage in Singapur.

Für das Gesamtjahr 2015, das unverändert im Zeichen der Neuausrichtung stehen soll, geht Lanxess davon aus, ein EBITDA vor Sondereinflüssen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres zu erreichen. In dieser Prognose sind die erwarteten Kostensenkungen aus der Neuausrichtung, aber auch die genannten Anlauf- sowie Leerkosten für die neuen Anlagen in Asien enthalten. Insgesamt erwartet der Konzern Leerkosten von etwa 100 Millionen Euro in den Jahren 2015 und 2016.

Eine Präzisierung des Ausblicks für das laufende Geschäftsjahr hat Lanxess wie in den Vorjahren mit dem Bericht zum ersten Quartal am 7. Mai 2015 angekündigt.

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