21.01.2013

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Laserphysik-Verbund wird weiter gefördert

Deutsche Forschungsgemeinschaft verlängert gemeinsamen Sonderforschungsbereich

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute (21.11.) dem Sonderforschungsbereich/Transregio (SFB/TR) 18 „Relativistische Laser-Plasma-Dynamik" eine Verlängerung um weitere vier Jahre bewilligt. Die 16 Teilprojekte des gemeinsamen Spitzenforschungsverbundes, an dem die Universitäten in Düsseldorf, München und Jena beteiligt sind, werden mit insgesamt ca. 7 Mio. Euro gefördert. Sprecher ist der Düsseldorfer Physiker Prof. Dr. Oswald Willi, sein Stellvertreter der Laserphysiker Prof. Dr. Gerhard G. Paulus von der Universität Jena.

Der SFB/TR 18 hat die relativistische Optik zum Thema. Charakteristisch für diesen Zweig der Physik ist die Verwendung extrem starker Laser. „Sie erreichen Spitzenleistungen, die die Leistung aller Kraftwerke dieser Erde deutlich in den Schatten stellt“, verdeutlicht Prof. Paulus. Die Laser beschleunigen Elektronen innerhalb kürzester Zeit auf annähernd Lichtgeschwindigkeit, also auf relativistische Geschwindigkeiten. Tatsächlich sind es die Elektronen, die die optischen Eigenschaften von Materie weitgehend bestimmen. Infolgedessen ergeben sich durch die relativistischen Elektronengeschwindigkeiten eine Reihe von Effekten, die in den hergebrachten Feldern der Optik und Quantenoptik völlig unbekannt sind. Zu besonderer Bekanntheit hat es die Teilchenbeschleunigung gebracht, die bisher Großforschungsanlagen vorbehalten war und die mit Lasern sehr viel kompakter verwirklicht werden könnte. Ein anderer wichtiger Effekt ist die Erzeugung intensiver Röntgenstrahlen. „Es besteht sogar die Aussicht, mit den hohen Laserfeldern die Quanteneigenschaften des Vakuums zu untersuchen“, benennt Prof. Paulus ein weiteres Forschungsfeld, das weit in die Zukunft reicht und von Jenaer Kollegen bereits heute untersucht wird.

In allen genannten Feldern sind Arbeitsgruppen der Universität Jena aktiv. An komplementären Fragestellungen wird zudem am Helmholtz Institut Jena gearbeitet, so dass die Fortsetzung des universitären Forschungsverbundes bedeutende Synergien in den nächsten vier Jahren freisetzen wird.

„Alle sieben von den Jenaer Wissenschaftlern beantragten Projekte erhielten bei der Begutachtung herausragende Bewertungen und wurden nun bewilligt“, freut sich Gerhard Paulus. „Angesichts des intensiven wissenschaftlichen Wettbewerbes und der hohen Kosten der Laseranlagen ist dieser Erfolg für die beteiligten Physiker und für die Friedrich-Schiller-Universität insgesamt von großer Bedeutung.“

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard G. Paulus
Institut für Optik und Quantenelektronik der Universität Jena
Max-Wien-Platz 1
07743 Jena
Tel.: 03641 / 947200
E-Mail: gerhard.paulus[at]uni-jena.de

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