12/04/2012

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Lati: Polyamid-Compounds erfüllen zukünftige EU-Norm DIN EN 45545-2 für Bahnanwendungen

Die flammgeschützten Polyamide LATAMID 6 H-V0 und LATAMID 66 H2 G/25-V0CT4 von LATI Industria Termoplastici, Vedano Olona, sind entsprechend der neuen DIN EN 45545-2 für Bahnanwendungen in die höchste Gefährdungsstufe (Hazard Level) HL 3 eingestuft, teilt das Unternehmen mit. Diese Europäische Norm, die 2013 in Kraft treten soll, stellt besonders hohe Anforderungen an den Brandschutz von Werkstoffen und Komponenten für Schienenfahrzeuge. LATAMID 6 H-V0, ein unverstärktes PA6-Compound, ist den weiteren Angaben zufolge flammgeschützt, wärmestabilisiert, und es ermöglicht eine sehr hohe Oberflächengüte. LATAMID 66 H2 G/25-V0CT4 ist ein mit 25 Gew.-% Glasfasern verstärktes PA66. Beide Typen entsprechen demnach der Brandschutzklasse V0 nach UL 94. Typische Anwendungen sind Elektro- und Elektronikbauteile wie Stecker und Lüfter.

Weitere selbstverlöschende PA6 bzw. PA66-Compounds, die ohne Halogene und roten Phosphor auskommen, erfüllen nach DIN EN 45545-2 die Anforderungen der zweithöchsten Gefährdungsstufe HL 2:

• LATAMID 6 H2 G/20 V2HF ist ein mit 20 Gew.-% Glasfasern verstärktes PA6-Compound mit V2-Einstufung nach UL 94.

• LATAMID 6 H2 G/30-V0HF1 ist ein mit 30 Gew.-% Glasfasern verstärktes PA6 mit V0-Einstufung nach UL 94.

• LATAMID 66 H2 G/25-V0HF1 ist ein mit 25 Gew.-% Glasfasern verstärktes PA66 mit V0-Einstufung nach UL 94.

Über die bestehenden Typen hinaus plant LATI umfangreiche Investitionen in die Entwicklung und Zulassung zusätzlicher Werkstoffe für diesen Bereich. Schon heute bietet das Unternehmen ein breites Portfolio an flammgeschützten thermoplastischen Kunststoffen für Anwendungen in der Fahrzeugindustrie, in Haushalts- und Elektrogeräten, in der Elektronik und Elektrotechnik sowie der Feinmechanik. Im Mittelpunkt der Entwicklung stehen derzeit effizientere und sicherere Produkte, die auf Formulierungen basieren, die ohne Halogene, roten Phosphor, Antimon oder andere problematische Substanzen auskommen.

Zum Hintergrund
DIN EN 45545-2 (Bahnanwendungen - Brandschutz in Schienenfahrzeugen, Teil 2: Anforderungen an das Brandverhalten von Materialien und Komponenten) basiert auf der in 30 europäischen Ländern anerkannten Technischen Spezifikation DIN CEN/TS 45545 (2009-07), die das Verhalten von Bauteilen und Werkstoffen im Brandfall im Hinblick auf Brandverhalten (Sauerstoffindex), Rauchentwicklung (Rauchgasdichte) und Rauchgastoxizität definiert. Aus der Bauart des Schienenfahrzeugs und der Art des Schienenverkehrs (Personen- oder Güterverkehr) ergeben sich so genannte Gefährdungsstufen (HL = Hazard Level). Diese legen fest, wie lange im Brandfall die Verweilzeit der Fahrgäste im Schienenfahrzeug ist und wie gefährdet sie dadurch sind. Insgesamt gibt es drei Gefährdungsstufen (HL 1 bis HL 3). HL 3 ist die höchste Stufe und stellt entsprechend die höchsten Anforderungen an die eingesetzten Werkstoffe.