13/01/2015

Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Lemgoer Forschungsinstitut wirbt 700.000 Euro für „Montagetechnik in der Fabrik der Zukunft" ein

Für die Herstellung von technischen Produkten, wie Autos, Handys oder Fernseher, werden Montagesysteme für das Zusammensetzen der einzelnen Bauteile und Baugruppen eingesetzt. Werden die Produkte in kleinen Stückzahlen oder in vielen Varianten benötigt, gibt es derzeit noch keine wirtschaftliche Alternative zur manuellen Montage. Daher kommt es heute aufgrund der hohen Personalkosten zur Verlagerung von Montagearbeitsplätzen in Niedriglohnländer.

Wissenschaftler des Instituts für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL wollen diesem Trend nun mit intelligenter Automation entgegenwirken und entwickeln derzeit Montagesysteme, die wandlungsfähiger, ressourceneffizienter und nutzerfreundlicher sind und sich deshalb insbesondere für produzierende kleine und mittlere Unternehmen auch in Hochlohnländern wie Deutschland eignen sollen. Hierfür erhalten sie insgesamt mehr als 700.000 Euro aus einer wettbewerblichen Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie einer finanziellen Unterstützung durch das Fraunhofer IOSB-INA und dem Land NRW.

„Durch das Projekt können wir Systemkomponenten für die wesentlichen Teilschritte eines Montageprozesses – das Fördern und Bereitstellen, das Handhaben und Fügen, das Justieren und Kontrollieren sowie das Steuern und Regeln – anschaffen“, erklärt Professor Jürgen Jasperneite, Leiter des Instituts für industrielle Informationstechnik (inIT) und des Fraunhofer-Anwendungszentrums Industrial Automation (IOSB-INA). Diese Komponenten erweitern die bereits vorhandene Ausstattung in der Smart Factory OWL, einer gemeinsamen Forschungs- und Demonstrationsfabrik der Hochschule OWL und der Fraunhofer-Gesellschaft, welche gerade am Standort Lemgo gebaut wird. Auf ca. 2000 m² sollen darin neue Technologien für die Fabrik der Zukunft aus Sicht der intelligenten Automation erforscht, entwickelt und erprobt werden.

„Unser Ziel ist es, Montagesysteme für die Fabrik der Zukunft zu entwickeln. Diese Produktionssysteme sollen sich nach Bedarf wie Legosteine zusammensetzen und bedarfsgerecht automatisieren lassen – und das herstellerübergreifend“, so Jasperneite. Dadurch werden die Produktionssysteme viel flexibler, Massen- und Einzelfertigung schließen sich nicht länger aus.

In der Smart Factory OWL (www.smartfactory-owl.de) sollen in Zukunft gemeinsame Projekte der Hochschule OWL, des Lemgoer Fraunhofer-Anwendungszentrums IOSB-INA sowie von Industriepartnern aus dem BMBF-Spitzencluster „Intelligente Technische Systeme OstwestfalenLippe – it’s OWL“, in dem das Centrum Industrial IT (CIIT) auf dem Campus in Lemgo eines von drei regionalen Leistungszentren darstellt, in einem realen Erprobungsumfeld durchgeführt werden. Auch Studierende der Ingenieurwissenschaften werden davon beispielsweise in Form von Praktika und Abschlussarbeiten profitieren.

Das Projekt „Montagesystem 4.0 – Systemkomponenten für die Gestaltung von Montagesystemen in der Industrie 4.0“ ist das zweite Projekt der Hochschule OWL, das in der diesjährigen wettbewerblichen Ausschreibung des Programms FH Invest vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Damit erhält die Hochschule insgesamt 1,55 Mio. Euro und hat zwei von insgesamt nur sieben erfolgreichen Projekten in ganz Nordrhein-Westfalen eingeworben.

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