31.07.2015

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MANN+HUMMEL: Filtrationsspezialist mit Neustrukturierung in Ludwigsburg - Mio.-Invest in Technologie- und Validierungszentrum

Der Stammsitz Ludwigsburg soll in den nächsten Jahren noch stärker zu einem Innovationsmotor werden. Dazu investiert der Filtrationsspezialist MANN+HUMMEL nach eigenen Angaben aktuell mehr als 30 Millionen Euro in die Errichtung eines Technologie- und Validierungszentrums. Das Produktionswerk in Ludwigsburg wird neu strukturiert und soll nach einem Stellenabbau langfristig wettbewerbsfähig werden.

Im Rahmen der MANN+HUMMEL-Produktionsstrategie Deutschland soll Ludwigsburg ein hochmoderner Technologiestandort mit Produktion und weltweit tätigen Verwaltungsbereichen werden. Vorgesehen ist zudem, dass Ludwigsburg der Kompetenzstandort in Deutschland für komplexe Flüssigkeitsfiltrationsprodukte mit Fokus auf Technologie und Validierung wird.

In einigen Produktionsbereichen kann das Werk Ludwigsburg nach Unternehmensangaben jedoch heute nicht mehr zu wettbewerbsfähigen Preisen produzieren. Die Situation verschärft sich demnach zusätzlich, wenn im kommenden Jahr - bedingt durch einen kundengetriebenen Technologiewechsel - die Saugrohrfertigung ausläuft. Sie sorgt heute für einen erheblichen Anteil des Werksumsatzes. Nachfolgeaufträge gibt es nicht.

Um den Standort nachhaltig wettbewerbsfähig zu machen, sollen daher von heute rund 1.900 Arbeitsplätzen in Ludwigsburg in den nächsten drei Jahren etwa 275 wegfallen.

Betriebsrat und Werkleitung haben das gemeinsame Ziel, den Stellenabbau möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen umzusetzen. Dabei setzen die Parteien auf ein Freiwilligenprogramm, das von Oktober 2015 bis Ende März 2016 läuft. Danach können von Kündigung bedrohte Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft übergehen.

"Der Standort Ludwigsburg wird durch die Verzahnung von Produktion, Entwicklung und Technikum auch in Zukunft ein wichtiger Innovationsmotor von MANN+HUMMEL bleiben. Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Wochen zu einem tragfähigen Verhandlungsabschluss kommen werden, der für alle Parteien Planungssicherheit schafft und den betroffenen Mitarbeitern bei der beruflichen Neuorientierung hilft", sagt Alfred Weber, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Dass alle Beteiligten bemüht sind, den Stellenabbau so sozial wie möglich zu gestalten, bestätigt auch der Betriebsratsvorsitzende, Ralph Kraut: "Trotz der für alle sehr schwierigen Situation haben wir mit der Werkleitung konstruktiv verhandelt. Der Verhandlungsstand gibt Hoffnung, dass wir für alle Kolleginnen und Kollegen ein vertretbares Ergebnis erzielen werden."

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