15.02.2013

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MBA Polymers: Abschaffung der Mehrwertsteuer für recycelten Kunststoff in Großbritannien gefordert

MBA Polymers, international tätiger Kunststoffrecycler, hat kürzlich die britische Regierung aufgefordert, zur Stimulierung der einheimischen Nachfrage und zur Förderung von Investitionen in die einheimische Kunststoffrecyclingindustrie die Mehrwertsteuer auf recycelten Kunststoff zu erlassen.

Auf einer Veranstaltung zur Zukunft der britischen Kunststoffverwertungsindustrie beklagte Nigel Hunton, CEO von MBA Polymers, vor rund 100 Vertretern aus Politik, Umweltverbänden und dem Kreis größerer Endkunden, dass Großbritannien mit einer Recyclingrate von knapp über 20% im Jahr 2011 die vorhandenen Potenziale nicht ausnutze und damit in Europa hinter den vier führenden Ländern, Schweden, Norwegen, Deutschland und Frankreich, läge.

Das seit 2010 von MBA Polymer in Worksop, Nottinghamshire, mit knapp 100 Mitarbeitern betriebene Werk sei weltweit die größte und modernste Kunststoffaufbereitungsanlage, die darauf spezialisiert sei, Kunststoffabfälle aus den auf Deponien gelagerten Rückständen zurückzuführen. Großbritannien, so Hunton, könne weltweiter Marktführer auf diesem Sektor werden, vorausgesetzt, es erfolge ein Paradigmenwechsel in der Sichtweise: Verwerteter Kunststoff sei Ressource und kein Abfall.

In seiner Rede forderte Hunton weiterhin die Regierung auf, mit geeigneten Maßnahmen diesen Prozess zu beschleunigen. Zum einen müssten gleiche Bedingungen geschaffen werden, so dass im Ausland tätige Kunststoffaufbereitungsanlagen von exportierten britischen Kunststoffabfällen analog zu den inländischen Kunststoffaufbereitungsanlagen kontrolliert würden. Zum anderen müsse die Regierung mit geeigneter Gesetzgebung, wie z. B. Mehrwertsteuerbefreiung oder ein verminderter Mehrwertsteuersatz für recycelten Kunststoff, im Inland Anreize schaffen, so dass wiederverwerteter Kunststoff vermehrt zur Herstellung anderer, neuer Produkte verwendet würde. Dies, so Hunton, führe im Inland zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, Tätigung neuer Investitionen, Verringerung der Abhängigkeit von ausländischem Öl und Steigerung der Wettbewerbsvorteile durch ‚grünes Marketing‘ und innovative Technologien - kurz zu einer win-win-win-Situation für alle Beteiligten, der Gesellschaft, Umwelt und Kunststoffverwertungsindustrie.

Weitere Redner der Veranstaltung waren Polly Courtice, Leiterin des Industrieprogramms der Universität Cambridge, das Führungskräften helfen soll, sich den Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung zu stellen, und Dr. Mike Biddle, Gründer und President von MBA Polymer. Beide unterstrichen in ihren Reden die zunehmende Bedeutung von ökologischer Nachhaltigkeit für Unternehmen.