Maßgeschneiderte und anwendungsspezifisch funktionalisierte Werkstoffe

Von einigen Biopolymeren abgesehen, sind grundsätzlich neue Polymere seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr in industriellen Maßstab gelangt. Daher steht heute die Modifizierung und Additivierung und Funktionalisierung von Rohpolymeren zu maßgeschneiderten Compounds für bestimmte Anwendungen oder Eigenschaften im Mittelpunkt der Aktivitäten der Werkstoffindustrie. Aktuelle Aufgabenschwerpunkte sind die Zulassungen für den Kontakt mit Lebensmitteln oder Trinkwasser und als Medizinprodukte, die chemische Beständigkeit z.B. gegen Kosmetika oder Chemikalien sowie die Stabilisierung gegen immer höhere Dauergebrauchs- und Spitzentemperaturen, beispielsweise in der Elektronik oder Beleuchtung. Neben der einstellbaren Wärmeleitfähigkeit sind oft auch einstellbare elektrische Leitfähigkeiten bzw. elektrische Widerstände gefordert. Ähnliches gilt auch für Anwendungen aus Kautschuk: Viel Know-how stecken die Compoundeure in ihre Mischungen, wenn es um die Trinkwasserzulassung oder die Flammschutzausrüstung geht. Gummi-Applikationen in der Nähe von Verbrennungsmotoren erfordern eine Beständigkeit gegen immer höhere Dauergebrauchs- und Spitzentemperaturen sowie gegen aggressive Medien. Nicht nur bei Elektrofahrzeugen sind besonders energieeffiziente Reifen gefragt, welche die Haftung steigern und den Rollwiderstand verringern.