Mal starr, mal flexibel: Nylon hat viele Gesichter

Abhängig von seiner chemischen Beschaffenheit kann Nylon sehr unterschiedliche physikalische Eigenschaften annehmen, so, als handelte es sich um ganz anders geartete Materialien. In erster Linie wird Nylon bekanntlich in der Textilindustrie und in Seilereien eingesetzt, weil es elastisch, widerstandsfähig, bügelfrei ist und nicht von Motten angegriffen wird. Neben der fasrigen hat Nylon aber auch eine starre Erscheinungsform. Diese zeichnet sich aus durch: hochgradige Härte und Zähigkeit, Widerstand gegen Abrieb (Teile, die Reibung ausgesetzt sind, benötigen keine Schmierstoffe), Beständigkeit gegen Verschleiß, Hitze, Chemikalien und Lösungsmittel sowie die Fähigkeit zur Absorption von Schlägen, Geräuschen, Erschütterungen. Die Zug- und Biegefestigkeit (400-600 kg/cm2) ist mit jener von Metallen vergleichbar. Kein Wunder, dass auch die Ingenieurswissenschaften Nylon für sich entdeckt haben: In seiner Präsentation „starr“ wird Nylon verwendet, um z. B. Räder und Zahnräder, Getriebelager, Schrauben, Dübel, Teile für Haushaltsgeräte und Werkzeuge herzustellen. In seiner Präsentation „fasrig“ bzw. „flexibel“ steht es neben Textilien für Produkte wie Seile, Taue, Angelschnüre, Fischernetze, Fibern für Teppiche und Airbags, Fallschirme, Segel, Gitarrensaiten, Bespannung von Tennisschlägern, medizinisches Nahtmaterial und – nicht zu vergessen – Borsten für Zahnbürsten.