20.11.2014

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Metz-Werke: Fernseher-Hersteller meldet Insolvenz an - Geschäftsbetrieb läuft weiter - Sanierung angestrebt

Die Metz-Werke GmbH & Co K, einer der wenigen noch verbliebenen deutschen TV-Hersteller, hat Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das zuständige Insolvenzgericht in Fürth Rechtsanwalt Joachim Exner, Partner der Kanzlei Dr. Beck & Partner. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens mit rund 540 Mitarbeitern läuft nach Angaben des Unternehmens ohne Einschränkungen weiter. Es wird eine Sanierung über das Insolvenzverfahren angestrebt.

Wie Metz weiter mitteilt, sei Exner derzeit bereits dabei, sich am Sitz des Unternehmens in Zirndorf bei Fürth ein Bild der Lage zu machen. Die Geschäftsleitung hatte angekündigt, die Mitarbeiter im Laufe des heutigen Tages über die Situation und die nächsten Schritte zu informieren. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten seien über das Insolvenzgeld für drei Monate bis Ende Januar 2015 gesichert. Exner werde sich überdies um eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes bemühen, damit die Mitarbeiter ihre Zahlungen wie gewohnt erhalten können.

"Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten", betonte Exner. "Die Chancen dafür stehen gut: Metz verfügt über eine renommierte Marke, eine wettbewerbsfähige Technologie und hochqualifizierte Mitarbeiter." In den kommenden Wochen werde Exner gemeinsam mit der Geschäftsführung die zur Verfügung stehenden Sanierungsoptionen prüfen. Denkbar sei sowohl ein Insolvenzplan als auch die Sanierung des Unternehmens über den Einstieg eines Investors.

"Der Geschäftsbetrieb wird im vorläufigen Insolvenzverfahren in vollem Umfang fortgeführt", unterstrich Dr. Norbert Kotzbauer, Geschäftsführer der Metz-Werke GmbH & Co KG. "Unsere Partner können sich auch künftig auf Metz als zuverlässigen und serviceorientierten Premium-Anbieter verlassen."

"Trotz des Insolvenzverfahrens sind Produktion und Lieferfähigkeit von Metz umfassend gesichert", ergänzte Geschäftsführer Manfred Billenstein. "Unsere Handelspartner können sich auf die gewohnte schnelle Lieferung von Waren weiterhin voll verlassen. Auch der bewährte Metz-Kundendienst (Hotline, Ersatzteile etc.) ist gesichert."

Wie andere europäische Hersteller auch, habe die TV-Sparte von Metz seit Jahren unter den andauernden Strukturproblemen der TV-Geräte-Branche zu leiden gehabt. Zwar habe sich Metz u.a. durch eine Änderung der Sortimentsstruktur frühzeitig und erfolgreich auf die Krise eingestellt: Mit einem wertmäßigen Marktanteil von ca. 16 Prozent im Oktober 2014 habe sich die Marke Metz demnach im Handel nach den Rückgängen der letzten Jahre wieder stabilisiert. Die dafür nötigen Investitionen hätten jedoch an der Substanz des Unternehmens gezehrt. Deshalb habe Metz frühzeitig auch nach Möglichkeiten gesucht, durch eine Investorenlösung den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Dieses Ziel soll im Insolvenzverfahren nun weiter verfolgt werden.

Neben den traditionsreichen Produktbereichen TV-Geräte und Blitzgeräte betreibt Metz auch eine Sparte "Kunststofftechnik." In dieser produziert das Unternehmen auf individuellen Kundenwunsch Kunststoffteile für unterschiedliche Einsatzbereiche, wie z.B. Unterhaltungselektronik, Automobilindustrie und aus weiteren Industriezweigen.

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