16.02.2015

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Milacron: Ausbau der Aktivitäten in Tschechien - Verlagerung und Erweiterung der Kapazitäten für Uniloy, DME und Tirad

Der US-Konzern Milacron LLC hat eine Umstrukturierung und einen Kapazitätsausbau für seine Produktmarken Uniloy, DME und Tirad angekündigt, um, wie es heißt, dem Wachstum des europäischen Markts auch weiterhin Folge leisten zu können. Demnach wird das Unternehmen in mehrere Produktions- und Distributionsstandorte nach aktuellem Stand der Technik investieren. Diese befinden sich in Želetava (Šašovice) und Policka in Tschechien, an bereits bestehenden Werken von Tirad und Uniloy. Die erweiterten Standorte sollen künftig als europäische Zentralen für die drei Konzerntöchter fungieren und eine schnelle Lieferung und Kundenbetreuung in Europa ermöglichen.

Verlagerung bei DME - Zusammenführung der Logistik mit Tirad
Im Falle von DME handelt es sich dabei um eine vollständige Verlagerung vom bisherigen Standort im belgischen Mechelen. Wie DME Europe bereits Ende Januar bekannt gab, sollen die Büros und Warenlager in Mechelen mit bis dato 38 Mitarbeitern komplett geschlossen werden, nur Entwicklung und Teile des Vertriebs bleiben demzufolge in Belgien.

Dies sei Teil eines umfassenden Restrukturierungsplanes, welcher die Zentralisierung der Lageraktivitäten in Tschechien sowie die Verlagerung der Finanzaktivitäten, einschließlich Buchhaltung, nach Indien, die Verlagerung der DME Sales Support-Aktivitäten in das Callcenter im tschechischen Vsetin und die Zentralisierung der Marketing- und IT-Aktivitäten von DME auf allgemeiner Unternehmensebene beinhalte.

Für die Kunden soll sich dadurch nichts ändern, die Kundenbetreuer und die Servicetechniker blieben verfügbar.

Synergien im Bereich Platten und Normalien nach der Umstrukturierung
Wie das Unternehmen weiter erläutert, sei der Plan zur Konsolidierung der europäischen Lageraktivitäten in Tschechien das Ergebnis der Übernahme von Tirad. Im April 2014 hatte die Konzernmutter Milacron den tschechischen Hersteller von Platten, Stammformen und Formaufbauten, die in Želetava ansässige Tirad s.r.o. übernommen. Das 1994 gegründete Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 100 Mitarbeiter und hat sich auf die Herstellung von Nicht-Standard-Gussformen spezialisiert; vor der Übernahme war Tirad bereits ein Lieferant von DME.

In der bisherigen Konzern-Struktur müssen Kunden, die sowohl Standard-Gussformen von DME als auch Nicht-Standard-Formen oder Komponenten von Tirad kaufen, von Mechelen bzw. Želetava aus getrennt bedient werden, was vertriebs- und kostentechnisch ungünstig sei.

Der erweiterte Standort in Želetava, der im April diesen Jahres eröffnet werden soll, umfasst sowohl einen Ausbau des bestehenden Werkes von Tirad um 1.000 qm sowie ein 3.000 qm großes Distributionszentrum. Hier wurden nach Milacron-Angaben insgesamt Investitionen von mehr als fünf Mio. Euro getätigt.

Durch den Ausbau verfügen DME und Tirad künftig über stark erweiterte Kapazitäten. Gleichzeitig soll das Serviceniveau optimiert und das Augenmerk noch stärker auf die nicht-standardisierten Hochpräzisionsformenbausätze von Tirad gerichtet werden.

Neues Produktionswerk für Blasformmaschinen von Uniloy
Darüber hinaus wird ein neues Werk in Policka, Tschechien, gebaut, die der Blasformmaschinenproduktion von Uniloy ein neues Zuhause bieten soll. Ron Krisanda, Chief Operating Officer & President, Advanced Plastic Processing Technologies, erklärt dazu: "Die neue Anlage in Policka bietet uns nicht nur die Flexibilität und den Platz, um unsere gesamte Bandbreite an Blasform-Maschinentechnologie zu produzieren, sondern stellt zudem einen großen Schritt nach vorne in unserem Plan dar, ein weltweiter Anbieter von Blasformsystemen zu werden. Momentan sind wir in unserem Marktansatz eher regional orientiert und schöpfen die Technologie, das Gewicht unseres Markennamens sowie die Best Practices von Milacron noch nicht voll aus."

Krisanda beschreibt die neue Produktion in Policka als "absolut erstklassig in der Blasformbranche". Das komplett neue Werk mit 11.000 qm soll noch im Februar eröffnet werden, eine zukünftige Erweiterung sei möglich. In die neue Lean Manufacturing-Anlage hat Milacron nach eigenen Angaben über elf Mio. Euro investiert.

Künftige Pläne für Ferromatik noch nicht spruchreif
Wie ein Unternehmenssprecher gegenüber dem plasticker betonte, hätten die gerade vorgestellten Investitionen und Umstrukturierungen bei Uniloy, Tirad und DME keinen Zusammenhang zu der aktuellen Entwicklung beim Malterdinger Hersteller von Spritzgießmaschinen, Ferromatik Milacron, der ebenfalls zum Konzern gehört.

Im Dezember hatte der neue, von DME Europe gekommene, Geschäftsführer Denis Poelman Sparmaßnahmen und eine strategische Neuausrichtung angekündigt (siehe auch plasticker-News vom 12.12.2014). Erstere beinhalten, dass seit Januar bei Ferromatik kurz gearbeitet wird.

Dem Vernehmen nach soll der fertige Sanierungsplan in Kürze vorgestellt werden.

Über Milacron
Die Milacron LLC sowie die dazugehörigen Unternehmen (u.a. DME, Cimcool, Ferromatik Milacron, Milacron Plastics Machinery, Mold Masters, Uniloy) verstehen sich als weltweit führende Hersteller von Kunststoffverarbeitungstechnologien und industriellen Fluiden. Nach eigenen Angaben beschäftigt der Konzern inklusive aller Tochtergesellschaften weltweit rund 4.100 Mitarbeiter.

Weitere Informationen:
www.milacron.com, www.dmeeu.com, www.tirad.cz, www.uniloy.com

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