23.09.2010

www.plasticker.de

Milliken: Innovative Additive versprechen neue Möglichkeiten für Polyolefine

Die Erhöhung der Nachhaltigkeit durch innovative Additive, das ist das zentrale Motiv der zahlreichen Neuerungen, die Milliken zur K 2010 angekündigt hat.

Zu den Neuerungen gehören die Millad® Clarifier, die zu bislang in Polypropylen (PP) nicht gekannten ästhetischen Eigenschaften führen sollen, so der Anbieter. Ergänzt werden sie durch die ClearTint® Farbstofftechnologie, die für strahlende Farbtöne sorge, ohne dabei die Transparenz oder Verarbeitbarkeit des Kunststoffs zu beeinträchtigen.

Ebenfalls auf dem Programm stehen Neuerungen im Portfolio der Hyperform® Nukleierungsmittel. Diese sollen zu einer deutlichen Verbesserung der Materialeigenschaften und der Verarbeitbarkeit führen, vor allem in PP, aber zunehmend auch in Polyethylen. Darüber hinaus werden auch die neuen Hyperform Verstärkungsmittel vorgestellt, die die bislang eingesetzten mineralischen Füllstoffe in vielen Anwendungen ersetzen sollen.

Millad NX8000 Clarifier -Frage der Optik sowie der Energie
Bei der K 2010 will Milliken das enorme Energieeinsparpotenzial und die außergewöhnliche Klarheit hervorheben, die durch die Zugabe von Millad NX8000 zu PP möglich sein sollen. In den zahllosen, seit der Produkteinführung auf der K 2007 von Milliken durchgeführten Versuchen konnte den Angaben des Anbieters zufolge eindeutig nachgewiesen werden, dass Millad NX8000 nicht nur die bestmögliche Klarheit für PP biete, sondern auch in aller Regel eine Verkürzung der Zykluszeiten (und somit eine Steigerung der Produktivität) um bis zu 15% mit sich bringen könne.

Mit Millad NX8000 soll ein Spritzgießer, der PP üblicherweise bei 240-260°C verarbeitet, in der Lage sein, die Temperatureinstellungen der Maschine auf rund 200°C zu reduzieren. Durch diese niedrigere Verarbeitungstemperatur lasse sich der Energieverbrauch um 15-20% verringern und somit würden sich deutliche Einsparungen erzielen lassen.

Auf der Messe will Milliken unterschiedliche Verpackungslösungen, Vorratsdosen und andere Aufbewahrungsbehälter vorführen, die Millad NX8000 enthalten. Damit soll demonstriert werden, wie das Additiv in punkto Glanz und Transparenz mit anderen "glasklaren" Polymeren oder sogar Glas mithalten könne.

Die Besucher der K 2010 werden zu den ersten gehören, die mit Millad® NX8500E eine neue, speziell für das Extrusionsblasformen konzipierte Version dieses Zusatzstoffs erleben können. Das Material, dessen Einführung für 2010 vorgesehen ist, soll dem Verarbeiter erlauben, sowohl die Oberflächeneigenschaften als auch die Trübung des Materials zu optimieren.

ClearTint Farbstoffe - Optik wahren von klarmodifiziertem PP
Ergänzend zur mit Millad NX8000 erreichbaren Klarheit, versprechen die ClearTint Farbstoffe die Transparenz von Polyolefinen zu erhalten und gleichzeitig für leuchtende Farben zu sorgen. Da sie keinerlei Einfluss auf die Schrumpfung haben sollen, würden die Formteile eine geringere Verzugsneigung aufweisen und die gute Verarbeitbarkeit von PP werde gewahrt. Obgleich sich ClearTint den Angaben zufolge besonders gut für PP eigne, werde diese Technologie auch zunehmend in PE-Verpackungen eingesetzt, darunter beispielsweise Behälterdeckel.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Farbstoffen sollen ClearTint Farbstoffe eine höhere Migrationsfestigkeit aufweisen, wodurch sie sich insbesondere für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt eignen sollen. Milliken bietet auch eine Formulierung, die den Anforderungen der United States Pharmacopeia für Tablettenbehälter entspreche, darunter auch Grenzwerte bzgl. der Durchlässigkeit von UV-Strahlung von Verpackungen. Die mit den Vorgaben der US Pharmacopeia konformen ClearTint-Varianten beschränken die Absorption der ultravioletten Strahlung, um den Inhalt der Fläschchen zu schützen und die Durchsichtigkeit des Behälters dauerhaft zu erhalten, so Milliken weiter.

Hyperform Nukleierungsmittel - Ressourcen maximieren
Mit seinen Hyperform HPN Nukleierungsmitteln will Milliken neue Möglichkeiten zur Lösung der kritischen Probleme aufzeigen, mit denen Hersteller üblicherweise in zahlreichen PP- und PE-Spritzgießprozessen zu kämpfen hätten.

Zu den typischen Anwendungsvorteilen gehören demnach die Feineinstellung des CLTE (Koeffizient der linearen thermischen Ausdehnung) in Typen für Fahrzeugstoßstangen oder Instrumententafeln, kürzere Zykluszeiten und die Eliminierung von Verzug bei der Herstellung von Paletten und Kisten, oder auch eine verbesserte Verarbeitbarkeit und Optik von Verpackungen. Mit der Hyperform-Technologie soll es zudem möglich sein, PP statt anderer Kunststoffe einzusetzen, wodurch wiederum eine Reduzierung des Formteilgewichts, niedrigere Kosten sowie die Herstellung verbraucherfreundlicherer Produkte ermöglicht werden soll.

Die Hyperform-Produkte würden sich im Gegensatz zu herkömmlichen Nukleierungstechnologien selbst in Kunststoffen mit einer hohen Schmelzflussrate sehr gut dispergieren lassen. Darüber hinaus soll das hervorragende Kristallisationsverhalten der Hyperform-Nukleierungsmittel ein Übernukleieren von Pigmenten für einen beständigeren Fertigungsprozess ermöglichen und eine höhere Dimensionsstabilität. Hyperform Nukleierungsmittel werden auch in der Profil- und Plattenextrusion eingesetzt, darunter z.B. in Rohranwendungen, wo sie eine höhere Steifigkeit und bessere Laufeigenschaften versprechen.

Zu den Highlights bei der K 2010 zählt Milliken mit Hyperform HPN-20E eine bahnbrechende Neuerung für PE. Das Nukleierungsmittel für lineares PE niedriger und hoher Dichte - Hyperform HPN-20E - soll in hohem Maße zu einer Reduzierung der Zykluszeiten beitragen, soll sich positiv auf die Barriereeigenschaften von HDPE-Blasformteilen und Filmen auswirken und soll für eine verbesserte Klarheit von C4 Gasphasen LLDPE sorgen.

Hyperform HPN-20E soll für eine deutliche Erhöhung der Kristallisationstemperatur sorgen und soll großen Einfluss auf die Ausrichtung der Kristalle haben. Im Ergebnis bedeute dies je nach eingesetzter PE-Technologie eine um 20 bis 50 % wirksamere Barriere gegen Sauerstoff und Feuchtigkeit. Die höhere Kristallisationstemperatur in Verbindung mit der stärkeren Ausrichtung der Kristalle soll eine frühe Entformung der Flaschen ermöglichen, eine Reduzierung der Zykluszeiten und somit eine Steigerung der Produktivität.

Hyperform HPN-20E soll zudem die Versiegelungsfestigkeit verbessern und Möglichkeiten für eine Reduzierung der Materialdicke von LDPE-Formulierungen für Extrusionsbeschichtungen eröffnen.

Verstärkende Fasern als Alternative zu mineralischen Füllstoffen
Eine weitere bei der K 2010 vorgestellte Innovation von Milliken wird als eine neue Familie von Verstärkungsmitteln unter dem Namen Hyperform HPR angekündigt. Das erste Produkt dieser Serie sei HPR-803, das vergangenes Jahr in erster Linie für die Automobilbranche auf den Markt gebracht wurde. Milliken plane weitere Innovationen in diesem Bereich für die Automobilindustrie, aber auch für Haushaltsgeräte und andere Branchen.

HPR-803 wird als ein Additiv auf Basis synthetischer Fasern beschrieben, das die Herstellung von PP-Compounds ermögliche, deren mechanische Eigenschaften mit denen von mineralgefüllten Werkstoffen vergleichbar seien oder diese sogar übertreffen sollen, aber bei geringer Zugabemenge und somit niedrigerem Gewicht. Durch den im Vergleich zu Talkum zwei Drittel niedrigeren Additivgehalt ermögliche Hyperform HPR-803 eine Reduzierung des Formteilgewichts um bis zu 15%. Für Autobauer würde dies leichtere Autos bedeuten, weniger Kraftstoffverbrauch und weniger Schadstoffemissionen. Zusätzlich zu den möglichen Gewichtseinsparungen biete HPR-803-verstärktes PP den Vorteil, dass es sich im Gegensatz zu glasfaserverstärktem PP leicht recyceln lasse.

Das neue Verstärkungsadditiv biete auch in ästhetischer Hinsicht deutliche Verbesserungen. Da es weißer als Talkum sein soll, könne die gewünschte Farbe auch mit einem niedrigeren Pigmentanteil erreicht werden. Formteile mit dem neuen Verstärkungsmittel sollen sich - bei gleichen mechanischen Eigenschaften wie glasfaserverstärktes PP - durch eine sichtbar bessere Oberflächenbeschaffenheit sowie eine höhere Witterungsbeständigkeit auszeichnen. Für Compoundierer soll der Umgang mit HPR-803 zudem in der Regel leichter und weniger schädlich für die Maschinen als Glasfaser sein.

Weitere Informationen: www.millikenchemical.com

K 2010, 27.10.-3.11.2010, Düsseldorf, Halle 6, Stand A27