13.11.2014

Universität Augsburg

Mit 1,65 Millionen Euro fördert die Alexander von Humboldt-Stiftung eine Nachwuchsforschergruppe am Zentrum für Elektronische Korrelationen und Magnetismus der Universität Augsburg

Mit 1,65 Millionen Euro fördert die Alexander von Humboldt-Stiftung eine Nachwuchsforschergruppe am Zentrum für Elektronische Korrelationen und Magnetismus der Universität Augsburg.

Augsburg/PhG/KPP – Einer der höchstdotierten Wissenschaftspreise in Deutschland, der Sofja Kovalevskaja-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), wurde am 11. November 2014 in Berlin von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, an Dr. Alexander Tsirlin verliehen. Der Preis ermöglicht es dem 29-jährigen russischen Chemiker, vom National Institute of Chemical Physics and Biophysics (NICPB) in Tallinn, Estland, an die Universität Augsburg zu wechseln. „Dies bedeutet eine weitere Verstärkung der Physik am Forschungsstandort Augsburg", so Prof. Dr. Philipp Gegenwart, der Gastgeber des AvH-Preisträgers. Ziel der Forschung Tsirlins, der Chemie und Physik sowie Experiment und Theorie vereint, ist die Entwicklung von neuen Materialien mit außergewöhnlichen elektronischen und magnetischen Eigenschaften.

Am 11. November 2014 wurden in Berlin die diesjährigen Sofja Kovalevskaja-Preisträgerinnen und -Preisträger ausgezeichnet. Die Alexander von Humboldt Stiftung zieht mit dieser Fördermaßnahme herausragende Nachwuchstalente aus dem Ausland an, um die Spitzenforschung in Deutschland zu stärken. In diesem Jahr geht einer der mit 1,65 Millionen Euro dotierten Preise erstmals nach Augsburg. Sowohl die Universität als auch der Preisträger Tsirlin profitieren von dieser Auszeichnung. Für den Nachwuchswissenschaftler ermöglicht das exzellente Umfeld am Zentrum für Elektronische Korrelationen und Magnetismus (EKM) des Physik-Instituts der Universität Augsburg optimale Forschungsbedingungen.

Alexander Tsirlin hat bereits im Alter von 15 Jahren ein Studium der Chemie an der Moskauer Lomonossow Universität aufgenommen. Mit 23 Jahren hat er über die Synthese neuer Materialien mit Auszeichnung promoviert und oxidische Kristalle hergestellt, in denen starke Elektronenkorrelationen vorliegen. Bei diesen Korrelationen handelt es sich um Effekte, die durch starke Wechselwirkungen der Elektronen untereinander auftreten. Sie ermöglichen zum Beispiel Supraleitung, d. h. widerstandslosen Stromtransport. Langfristige technologische Entwicklung wäre ohne derartige Grundlagenforschung unmöglich.

Tsirlin kam bereits 2009 als AvH-Stipendiat nach Deutschland. Am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden wandte er sich immer mehr dem tiefgehenden Verständnis der physikalischen Eigenschaften von Materialien mit starken Elektronenkorrelationen zu. Seit 2012 untersucht er als Forschungsgruppenleiter am National Institute of Chemical Physics and Biophysics (NICPB) in Tallinn experimentell sowie mittels theoretischer Modellierung ungewöhnliche magnetische Verbindungen. Seine einzigartige kombinierte experimentelle und theoretische sowie physikalische und chemische Sichtweise soll ihm nun an der Universität Augsburg die Entdeckung neuer Stoffe, in denen elektrisch leitende und isolierende Zustände in Konkurrenz stehen, erlauben. Ziel seines Vorhabens ist, diese neuen Materialien so zu modifizieren, dass in ihnen neuartige Supraleitung auftritt.

"Als unser Gast bereichert Alexander Tsirlin nicht nur unser Augsburger Zentrum für Elektronische Korrelationen und Magnetismus, vielmehr fügt er sich auch ideal in ein großes, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Drittmittelprojekt ein, in den 2009 eingerichteten Sonderforschungsbereich TRR-80 'From electronic correlations to functionality'", betont Gastgeber Prof. Dr. Philipp Gegenwart. Letzterer ist erst im Frühjahr 2014 von der Universität Göttingen an die Universität Augsburg gewechselt. Er freut sich über die großzügige finanzielle Förderung Tsirlins durch die AvH und auf die durch sie ermöglichte Kooperation.

Zum Preisträger:
Dr. Alexander Tsirlin wurde 1985 in Moskau geboren. Bereits 2001, im Alter von 15 Jahren, begann er dort sein Studium der Chemie an der renommierten Lomonossow-Universität, das er 2006 abschloss. Drei Jahre später wurde er promoviert. Von August 2009 bis Juni 2012 forschte er am Max-Planck-Institut (MPI) für Chemische Physik fester Stoffe (CPfS) in Dresden – darunter zwei Jahre mit Unterstützung eines Humboldt-Forschungsstipendiums. Seit Juli 2012 arbeitet er als Top Researcher am National Institute of Chemical Physics and Biophysics (NICPB) in Tallinn, Estland.

Zum Sofja Kovalevskaja-Preis:
Bei Sofja Kovalevskaja-Preis der AvH handelt es sich um einen der höchst dotierten deutschen Wissenschaftspreise. Er ermöglicht den ausgezeichneten Forscherinnen und Forschern wissenschaftliche Arbeit zu einzigartigen Konditionen: Fünf Jahre lang können sie – unabhängig und ohne administrative Zwänge – ein eigenes Forschungsprojekt an einem Institut ihrer Wahl in Deutschland durchführen und eigene Arbeitsgruppen aufbauen. Die Preissumme beträgt bis zu 1,65 Millionen Euro pro Preisträger (mehr unter www.humboldt-foundation.de/web/dossier-kovalevskaja-preis.html.

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