Molekulares Schutzschild des Aids-Erregers

24.06.2011

Dem Verständnis darüber, wie sich der Aids-Erreger HIV gegen die Angriffe des menschlichen Immunsystems wehrt, sind Schweizer Forscher einen wichtigen Schritt näher gekommen. Sie konnten das molekulare Schutzschild des Virus mithilfe eines neuen Forschungsansatzes genauer charakterisieren und lieferten damit wichtige Informationen auch im Hinblick auf die Entwicklung eines möglichen Impfstoffes gegen den Erreger.

Der Aids-Erreger HIV sieht aus wie ein Ball, aus dem ungefähr ein Dutzend winzige Stacheln ragen. Diese Stacheln, die Hülleiweisse des Virus, sind gleichzeitig Waffe und Schwachpunkt. Einerseits braucht der Erreger sie, um in die Wirtszellen einzudringen und sich anschliessend dort zu vermehren. Andererseits bieten diese Stacheln eine Angriffsfläche: Die Antikörper, die unser Immunsystem herstellt, um den Aids-Erreger zu neutralisieren, richten sich alle gegen bestimmte Teile der Stacheln.

Um den Antikörpern zu entgehen, verändert sich das Virus im Körper des Patienten laufend. Daher muss das Immunsystem auch immer neu angepasste Antikörper herstellen. „Ein Katz-und-Maus-Spiel“, sagt Alexandra Trkola vom Institut für Medizinische Virologie der Universität Zürich. Mit Kollegen vom Universitätsspital Zürich und der ETH Zürich hat ihr Team in einer soeben erschienenen Studie nachgewiesen, dass die Stacheln molekulare Schutzschilde besitzen, die für den Virus besonders wichtige Strukturen vor den Antikörpern abschirmen.



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