20.09.2011

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Montanuni Leoben: Engel-Spritzgießcompounder in Betrieb genommen

Grund zum Feiern gab es gestern an der Montanuniversität Leoben. Im Beisein von Universitätsratsvorsitzendem Dr. Hannes Androsch, des Rektors der Montanuniversität, Magnifizenz Wolfhard Wegscheider, der Landtagsabgeordneten Ing. Eva Maria Lipp sowie des Leobener Bürgermeisters, Dr. Matthias Konrad, und zahlreicher Vertreter aus der Industrie wurde am Department für Kunststofftechnik ein weltweit einzigartiger Spritzgießcompounder im Wert von rund 1 Million Euro in Betrieb genommen.

"In den letzten 8 Jahren, also im Tätigkeitszeitraum des scheidenden Rektorates und des Universitätsrates, wurden an der Montanuniversität insgesamt rund 60 Millionen Euro in Gebäude und ca. 30 Millionen in die Geräteinfrastruktur investiert, davon für die Kunststofftechnik allein 22 Millionen Euro", so Androsch. Die österreichischen Universitäten seien gefordert, sich um den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Österreich in verstärktem Maße zu bemühen und ihre Verantwortung als exzellente Wissens- und Forschungsstätten wahrzunehmen, so Androsch, der die Montanuniversität zur neuen Errungenschaft beglückwünschte. "Wir wollen uns im Bereich der Kunststofftechnik zu einem international sichtbaren ‚Center of Excellence´ entwickeln", so Androsch, der auch die Weiterentwicklung des PCCL (Polymer Competence Centers Leoben) gemeinsam mit der Studienrichtung Kunststofftechnik zu einem Comet-Zentrum als Ziel nannte.

Spritzgießcompounder von Engel
Der von der Firma Engel gebaute und in seiner Konzeption nach Angaben der Montanuni Leoben weltweit einzigartige Spritzgießcompounder wird am Department für Kunststofftechnik für die kooperative Forschung und Hybridbauteilentwicklung verwendet. Die Compoundieranlage des Forschungsaggregates sei speziell für die Herstellung und Verarbeitung von nanoverstärkten Polymeren maßgeschneidert. Die Anlage besteht aus einem 27 mm/44 bis 52D Leistritz-Compounder und einer vollelektronischen 1800 kN Engel Spritzgießmaschine, konzipiert für Mehrkomponentenspritzgießen und die Herstellung von Polymer-Nanocomposites auf Basis konventioneller als auch hochtemperaturbeständiger Thermoplaste. Die Gesamtanlage ist mit einem 3-Wege-Ventil ausgestattet und könne somit sowohl als Spritzgießcompounder als auch getrennt als Compoundieranlage bzw. Spritzgießmaschine verwendet werden.

Neue Wege für Forschung und Entwicklung
Sowohl Univ.Prof. Walter Friesenbichler vom Lehrstuhl für Spritzgießen von Kunststoffen, als auch Dr. Peter Neumann, Geschäftsführer der Engel Holding GmbH verwiesen in ihren Statements auf die Wichtigkeit der neuen Forschungsanlage für den Kunststoffstandort Österreich. "Diese weltweit einzigartige Maschine im kleinen Industriemaßstab erlaubt bei höchster Energieeffizienz eine schnelle und anwendungsorientierte Produktenwicklung", so Neumann, der auch darauf verwies, dass mittlerweile rund 25 Prozent der gesamten Kunststoffproduktion über Spritzgießmaschinen realisiert werden.