06.04.2012

Universität Duisburg-Essen

Nano-Partikel im Einsatz gegen Krebs

Zu Gast bei den Nanowissenschaften der Universität Duisburg-Essen (UDE) ist seit Januar der Humboldt-Forschungspreisträger Prof. Dr. Sotiris E. Pratsinis. Verbunden mit der Auszeichnung und dem Preisgeld von 60.000 Euro hat der renommierte Wissenschaftler die Gelegenheit erhalten, für einige Monate mit seinen Kollegen in Deutschland in selbst ausgewählten Projekten zu arbeiten.

Dass sich Pratsinis für die UDE und die Arbeitsgruppe Nanoparticle Process Technology (NPPT) von Prof. Dr. Markus Winterer am Institut für Verbrennung und Gasdynamik entschieden hat, findet er nur logisch. Hier gebe es „hervorragende Professoren und Studierende“; deshalb will er den Kontakt mit ihnen auch nach seinem jetzigen Aufenthalt beibehalten.

Die Arbeit des Wissenschaftlers, der Verfahrenstechnik an der ETH Zürich lehrt, ist aber ebenfalls bemerkenswert: Bis Ende Mai wird sich der 56-Jährige an der UDE ganz der Nanoforschung in ihren Grundlagen widmen. Geplant ist, die millionstel Millimeter großen Partikel zu beschichten und in Simulationen zu beobachten, wie sie sich miteinander verbinden und wie sich die Bedingungen der Synthese auf ihre Eigenschaften auswirken. Die Zwerge in ihren Eigenarten genau zu kennen, ist zum Beispiel wichtig, um sie passgenau bei medizinischen Behandlungen einzusetzen.

Dass die Winzlinge in der modernen Heilkunst hochgradig effektiv sind, belegt unter anderem ein Bio-Detektor, den Pratsinis 2011 mit anderen Wissenschaftlern erfunden hat. Für den Sensor aus Mischkeramik-Partikeln und Gold-Elektroden ist es ein Leichtes, über die menschliche Atemluft Diabetes zu diagnostizieren. Genauer gesagt, messen die Nano-Objekte, wie viel Aceton in der Luft vorhanden ist. „Ein bisschen von dieser chemische Verbindung hat jeder“, sagt der studierte Chemie-Ingenieur. „Aber Zuckerkranke stoßen üblicherweise sehr viel mehr davon aus.“

Je nachdem wie die kleinen Partikel im Labor umhüllt und kombiniert werden, verspricht ihre multifunktionale Natur der Medizin noch weitere Unterstützung. Wie Experimente der ETH belegen, sind sie beispielsweise in der Lage, Krebszellen ausfindig zu machen. Künftig könnten sich die Partikel auch bei ihnen einklinken und sie mit Hilfe elektromagnetischer Strahlung zerstören, sagt Humboldt-Preisträger Pratsinis. Dies sei eine „äußert interessante“ Alternative, um Tumore nicht-invasiv zu zertrümmern.

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