18.03.2013

Bayern Innovativ Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH

Neue Materialien ermöglichen faszinierende Produktfunktionalitäten

Neue Materialien und ihre vielen innovativen Einsatzmöglichkeiten sind heute für die Industrie und Mobilität unentbehrlich geworden. Die Anforderungen an die Eigenschaften aber auch an die Funktionalität der Oberfläche bilden hier die größten Herausforderungen. Um kosteneffiziente Lösungen zu realisieren, wird in der Anwendung eine Integration von Funktionen direkt in den Werkstoff sowie eine Eigenschaftsverbesserung von Bauteilen durch Oberflächenmodifikationen immer wichtiger.

So geben Oberflächentechnologien wesentliche Innovationsimpulse in verschiedensten Branchen wie beispielsweise in der Automobilindustrie und der Energietechnik. Mittels innovativer Beschichtungs- und Bearbeitungsverfahren können heute die Funktionalitäten von Oberflächen für zahlreiche Anwendungen gezielt entwickelt und optimiert werden. Beispiele finden sich im Korrosions- und Verschleißschutz, den sensorischen Eigenschaften oder einer schaltbaren Funktionalisierung.

Elektrische Funktionalisierung von Oberflächen

Ein aktuell intensiv bearbeitetes Technologiegebiet ist die elektrische Funktionalisierung der Oberflächen. Nicht nur im Zuge der Elektromobilität, sondern auch um Assistenzsysteme bei klassischen Antrieben mit Energie und Daten zu versorgen, existiert heute eine Vielzahl an elektrisch leitfähigen Oberflächen im Automobil. Beispiele finden sich in allen Komplexitätsebenen, von beheizbaren Armauflagen, bis hin zu Randnabenmotoren oder innermotorischen Sensoren. Neben klassischen, galvanischen Verfahren, um derartige Funktionen zu erzielen, wird dabei immer häufiger eine nanotechnologische Lösung angestrebt. Ein Neuer Werkstoff, dem in diesem Zusammenhang ein großes Potential nachgesagt wird, ist das Graphen. Diese, aus einatomaren Kohlenstoffschichten aufgebaute Funktionsschicht, ist auch Gegenstand zahlreicher Forschungen im Umfeld der Photovoltaik und soll das für energietechnische Zwecke heute meist eingesetzte Indium-Zinn-Oxid, als transparente, leitfähige Beschichtung an geeigneten Stellen ersetzen. Doch nicht nur bei der Gewinnung von Strom aus regenerativen Quellen, sondern auch bei der Speicherung von elektrischer Energie spielen die Oberflächen eine große Rolle. Die Beispiele reichen von Brennstoffzellenoberflächen, die eine effizientere Konversion des Speichermediums in elektrische Energie erlauben, bis hin zur Elektrodenentwicklung von Lithiumionenbatterien, womit sich der Kreis zur Elektromobilität und damit zur Automobilindustrie wieder schließen lässt.

Die hochkarätig besetzten Themen des Symposiums Material Innovativ 2013 spiegeln beispielgebend das vielfältige Innovationspotenzial Neuer Materialien und ihre Bedeutung für neuartige Produktfunktionalitäten.
Ziel des Innovationskongresses ist es, jüngste Entwicklungen aus Wirtschaft und Wissenschaft aus Bayern, dem Bundesgebiet und dem internationalen Umfeld zu präsentieren und Impulse für die breitere Anwendung neuester Ergebnisse über Technologien und Branchen hinweg zu setzen. Bayern verfügt im Bereich der Neuen Materialien über hervorragende Kompetenzen in Wirtschaft und Wissenschaft, von der Werkstoffentwicklung über die Verarbeitungs- und Prozesstechnik bis hin zu den branchenspezifischen Anwendungen. Entwicklungen mit Neuen Materialien erfordern dabei schon im frühen Stadium eine enge und zielgerichtete Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette, über Technologien und Branchen hinweg.

Einer der führenden Werkstoffkongresse Bayerns

Das Symposium Material Innovativ bildet eine der bayernweit führenden Werkstoff-Plattformen, um Kontakte zu Experten, Kunden und potenziellen Kooperationspartnern für die Entwicklung von funktionellen Materialien und Oberflächen branchenübergreifend zu knüpfen.
Die branchenspezifischen Schwerpunkte des diesjährigen Werkstoffkongresses liegen auf Innovationen in der Mobilität und der Energietechnik. Zu den referierenden Experten zählen u.a. Dr. Georg Steinhoff, BMW München, Dr. Manfred Rührig, Siemens AG Erlangen, Jörg Hain, Volkswagen AG Wolfsburg, Dr. Tim Hosenfeld, Schaeffler AG oder Dr. Matthias Lamm, Areva GmbH.
Mit durchschnittlich rund 300 nationalen und internationalen Teilnehmern erzielt das Symposium eine hervorragende Resonanz. „Dieses ungebrochen hohe Interesse ist das sichtbare Indiz für die immer intensivere Vernetzung von werkstoffrelevanten Kompetenzträgern in Wirtschaft und Wissenschaft und die Initiierung von Innovationen in den unterschiedlichsten Branchen“; so Dr. Kord Pannkoke, Manager des Clusters Neue Werkstoffe der Bayern Innovativ GmbH.

Das Symposium Material Innovativ wird jährlich ausgerichtet von der Bayern Innovativ GmbH, verantwortlich für das Management der Cluster Neue Werkstoffe und Automotive, in Kooperation mit weiteren regionalen Netzwerken und Clustern sowie mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.
Begleitet wird der Jahreskongress von einer Fachausstellung mit über 30 Ausstellern, die aktuelle Materialentwicklungen und neue Produktkonzepte aus Forschung und Industrie präsentieren.

Partnerland 2013: Holland

Erstmals ist Holland offizielles Partnerland des Symposiums. Wout van Wijngaarden, Botschaftsrat des Königreichs der Niederlande wird die vielfältigen Materialkompetenzen in den Niederlanden vorstellen. Darüber hinaus werden mit Prof. Dr. ir. S. van der Zwaag von der Delft University of Technology und Prof. Dr. Ing. A.J.H.M. Rijnders von der University of Twente zwei international renommierte Experten neueste Entwicklungen bei selbstheilenden Werkstoffen und die Einsatzmöglichkeiten von Nanomaterialien in elektronischen Anwendungen vorstellen.

Verleihung Nachwuchspreis Neue Werkstoffe

Auch in diesem Jahr wird anlässlich des Symposiums der Nachwuchspreis Neue Werkstoffe an einen herausragenden Absolventen bayerischer Hochschulen und Universitäten verliehen. Die Auszeichnung erfolgt durch die bayerische Werkstoffinnovations- und Kooperationsplattform, dem Cluster Neue Werkstoffe. Mit dem Nachwuchspreis werden herausragende Diplom-/ Masterarbeiten einer eng mit dem Cluster in Verbindung stehenden Partner-Hochschule oder eines Partner-Unternehmens mit Bezug zur industriellen Anwendung auf dem Gebiet der Neuen Werkstoffe ausgezeichnet.

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