14.09.2012

Leibniz Universität Hannover

Neue Scheinwerfer für mehr Sicherheit auf der Straße

Forschungsprojekt bringt Laserdioden in Fahrzeugscheinwerfer

Autounfälle sind in der Dunkelheit und bei schlechten Sichtverhältnissen besonders häufig und oft fatal. Eine Forschergruppe am Institut für Produktentwicklung und Gerätebau (IPeG) der Leibniz Universität Hannover entwickelt jetzt ein neues Beleuchtungssystem, das sowohl dem Fahrer eine bessere Sicht ermöglichen als auch für bessere Sichtbarkeit des Fahrzeugs im Verkehr sorgen soll.

Dafür bauen die Wissenschaftler Laserdioden in Autoscheinwerfer ein, die im Vergleich zu herkömmlichen Beleuchtungssystemen mit Halogen- oder Xenonlampen deutlich mehr Licht auf die Straße bringen und eine erheblich bessere Verteilung des Lichts ermöglichen. Der Clou: In Verbindung mit Kamera-Erkennungssystemen kann die Lichtverteilung intelligent angepasst werden. Die Scheinwerfer können zum Beispiel gezielt dort abblenden, wo sich Personen befinden. So wird niemand geblendet, aber trotzdem ist rundum eine optimale Ausleuchtung gewährleistet: „Quasi ständiges Fernlicht ohne die Notwendigkeit, selber abzublenden“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Roland Lachmayer, Leiter des IPeG (Fakultät für Maschinenbau). Zudem könnte das System bei entsprechender Programmierung Gefahrensituationen wie Kurven oder Wildwechsel auf Landstraßen eigenständig erkennen und die kritischen Bereiche besonders ausleuchten.
Zwei Projekte am Institut beschäftigen sich mit der Laserdioden-Technologie für den Autoscheinwerfer. Zum einen wird in Zusammenarbeit mit einem Autohersteller an der optimalen Ausleuchtung des Verkehrsraumes gearbeitet. Im Moment laufen dafür statische Versuche im Außengelände. Probanden sitzen im Auto, Verkehrssituationen werden mit Schildern, ausgestopften Wildschweinen oder Rehen simuliert. „Im kommenden Jahr werden wir die Scheinwerfer voraussichtlich auch beim Fahren testen“, kündigt Professor Lachmayer an.

Ein anderes Projekt befasst sich mit dem detaillierten Aufbau des Lichtsystems im Fahrzeug. Die große Herausforderung liegt darin, aus dem zunächst monochromatischen Licht der Laserdiode - also aus Licht mit einer Wellenlänge - weißes Licht zu erzeugen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen können Laserdioden verschiedener Farben miteinander kombiniert werden, um eine gewünschte Farbe zu erzeugen. Zum anderen kann weißes Licht über das Anstrahlen einer Phosphorschicht erzeugt werden. Diese beiden unterschiedlichen Möglichkeiten werden auf den Einsatz im Fahrzeug hin überprüft.

Um die Technik in Hauptscheinwerfern von Fahrzeugen serienreif zu gestalten, müssen zudem viele zusätzliche Anforderungen erfüllt werden. Gesundheitliche und technische Risiken des Laserlichts sind auszuschließen. „Die Scheinwerfer müssen starke Erschütterungen und Temperaturwechsel aushalten und ein Fahrzeugleben lang halten“, sagt der Projektverantwortliche Dipl.-Ing. Gerolf Kloppenburg. Für die Zukunft soll die Zusammenarbeit mit Industriepartnern ausgeweitet werden.

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