20.08.2012

Hochschule Osnabrück

Neue Technologien erfordern neue Werkstoffe

An der Hochschule Osnabrück gehen zwei neue Studiengänge an den Start

Ab dem kommenden Wintersemester bietet die Hochschule Osnabrück erstmalig die beiden 6-semestrigen Studiengänge „Kunststofftechnik“ und „Werkstofftechnik“ mit dem Abschluss „Bachelor of Science“ an. Sie lösen das bisherige Studienprogramm „Kunststoff- und Werkstofftechnik“ ab, um den spezifischen Berufsanforderungen besser Rechnung zu tragen.


Moderne Werkstoffe sind der Schlüssel zur Realisierung neuer Technologien. Sei es in der Fahrzeugtechnik, der Luft- und Raumfahrt, der Elektrotechnik und Elektronik oder in den modernen Informationstechnologien und weit darüber hinaus: In nahezu allen Lebensbereichen sind Werkstoffe – wie Metalle, Keramiken oder Kunststoffe – eng mit dem technologischen Wandel und Fortschritt verknüpft. Die Bandbreite der heute eingesetzten Werkstoffe ist enorm und stetig steigend. Ständig werden neue Werkstoffe entwickelt, um die unterschiedlichsten mechanischen und funktionalen Anforderungen erfüllen zu können – etwa in Bezug auf Festigkeit, Verschleiß, elektrische Leitfähigkeit oder Transparenz. Die genaue Kenntnis der Struktur und der Eigenschaften all dieser Werkstoffe ist eine grundlegende Voraussetzung für maßgeschneiderte Lösungen bei der Entwicklung neuer Technologien und Produkte. Um den hohen Anforderungen der Industrie Rechnung zu tragen, ist eine Spezialisierung auf Teilbereiche deshalb unabdingbar. Die Hochschule Osnabrück bietet deshalb zwei neue Studiengänge in diesem Gebiet an, die auf unterschiedliche Berufsfelder ausgerichtet sind.

Die Ausbildung zum Bachelor of Science für das Fachgebiet Kunststofftechnik qualifiziert für eine Ingenieurtätigkeit in der kunststofferzeugenden, - verarbeitenden und -anwendenden Industrie. Dazu gehören zum Beispiel die Planung und Anwendung moderner Fertigungsverfahren, die Konstruktion und Auslegung von Kunststoffbauteilen mit computerunterstützten Methoden sowie die anwendungsgerechte Werkstoffauswahl. Weitere wesentliche Bestandteile der wissenschaftlichen Ausbildung sind die Methoden des modernen Qualitätsmanagements sowie die Polymeranalytik und -prüfung. Das Studium vermittelt zudem neben dem allgemeinen Ingenieurwissen auch Grundkenntnisse weiterer Werkstoffe wie Metall, Glas und Keramik. Dadurch wird eine breite Basis für die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ingenieuren anderer Fachgebiete geschaffen.

Im Gegensatz zur Kunststofftechnik ist das Studium der Werkstofftechnik schwerpunktmäßig auf metallische Werkstoffe ausgerichtet, beinhaltet jedoch ebenso Grundkenntnisse von Kunststoffen, Glas und Keramik. Eine breite Basis mathematisch-naturwissenschaftlicher und ingenieurwissenschaftlicher Grundlagen sichert eine vielseitige Einsetzbarkeit in der werkstofferzeugenden und -verarbeitenden Industrie. Spezialfächer vermitteln berufsrelevante Fachkompetenzen einerseits und vertiefte methodisch-analytische Kenntnisse und Fähigkeiten andererseits. Studierende lernen, wie man Werkstoffe analysiert oder zur Modellierung werkstoffphysikalischer Vorgänge rechnergestützte Methoden einsetzt, und üben sich in der Werkstoffprüfung und Schadensanalyse .

„Die beiden 6-semestrigen Programme weisen im Grundstudium viele Gemeinsamkeiten auf“, gibt der Studiendekan, Prof. Dr. Norbert Vennemann, zu. „Jedoch unterscheiden sie sich wesentlich in den Spezialfächern und bieten deshalb die Gelegenheit, sich – je nach individuellen Neigungen und Fähigkeiten – zu vertiefen und auf das spätere Berufsfeld vorzubereiten. Zum kommenden Semester bieten wir deshalb erstmalig die Möglichkeit, sich entweder für den Studiengang Kunststofftechnik oder den Studiengang Werkstofftechnik zu bewerben.“ Für alle, denen die Entscheidung zwischen den beiden Programmen noch schwerfällt, weist der Prof. Vennemann darauf hin, dass ein Studiengangswechsel bis zum dritten Semester problemlos möglich ist. Bis zum 15. Juli können sich Interessierte im Internet um einen Studienplatz bewerben: http://www.ecs.hs-osnabrueck.de – Studium.

„Ingenieurinnen und Ingenieure sowohl der Kunststofftechnik als auch der Werkstofftechnik sind gesuchte Fachleute mit weit überproportionalem Stellenangebot in großer Breite“, so der Studiendekan Vennemann. Denn sie füllen die Lücke zwischen den klassischen Naturwissenschaften Physik und Chemie und den angewandten Ingenieurwissenschaften wie Maschinenbau, Elektrotechnik oder Bauingenieurwesen.

Davon profitieren die Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Osnabrück – wie Stephanie Siegfanz. Nach dem Bachelor-Abschluss studiert sie nun im Masterstudiengang „Angewandte Werkstoffwissenschaften“ an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik und arbeitet zugleich als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt der Hochschule. „Dank des guten Einblicks, den ich in die unterschiedlichsten Disziplinen erhalten habe, bin ich sehr flexibel, was meine Arbeitsbereiche angeht. Aber auch nichttechnische Fächer wie Betriebswirtschaftslehre oder Projekt- und Qualitätsmanagement sind nicht zu unterschätzen – wie ich jetzt bei der Arbeit in meinem Forschungsprojekt erfahren habe“, so die junge Ingenieurin. Die Kombination des Master-Studiums mit einer beruflichen Tätigkeit ist seit Jahren erprobt und beliebt bei den Studierenden der HS Osnabrück. Dieser sogenannte „flexible Master“ ist eine gute Alternative für alle, die sich nicht – wie die meisten – für den direkten Berufseinstieg, sondern für ein Aufbaustudium entscheiden.

Weitere Informationen zu den beiden neuen Studiengängen gibt es im Internet: http://www.ecs.hs-osnabrueck.de – Studium.

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