03.07.2011

Eberhard Karls Universität Tübingen

Neuer Bachelor-Studiengang Nano-Science an der Universität Tübingen

In den Fachbereichen Biologie, Chemie und Physik der Universität Tübingen arbeiten schon seit längerem viele Forscher an nanowissenschaftlichen Fragen und Entwicklungen. Dieses Knowhow soll nun gebündelt im zulassungsfreien Bachelor-Studiengang Nano-Science“ ab dem Wintersemester 2011/2012 an interessierte Studierende weitergegeben werden. Hierfür werden vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des Ausbauprogramms Hochschule 2012“ für den doppelten Abiturjahrgang drei neue Professuren bewilligt, die demnächst besetzt werden.

Dieser Querschnitts-Studiengang stellt eine Alternative zu konventionellen nanowissenschaftlichen Lehrangeboten anderer Universitäten dar. Im Gegensatz zur tradierten physikalisch-ingenieurswissenschaftlichen Ausrichtung, werden im interdisziplinären Studiengang Nano-Science Biologie, Chemie und Physik gleichberechtigt gelehrt und die Spezialisierung auf nanowissenschaftliche Inhalte erfolgt erst in den letzten beiden Fachsemestern. Im Rahmen dieses Studiengangs werden jedoch nicht nur die enormen Chancen dieser Technologie behandelt, sondern auch die Risiken. Um der öffentlichen Diskussion möglicher Gefahren von Nanopartikeln und ihrer Kennzeichnungspflicht Rechnung zu tragen, wird gemeinsam mit dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen auch ein Pflichtseminar Ethik in den Nanowissenschaften“ angeboten.

Nanotechnologie und Nanoteilchen sind in aller Munde. Nanoteilchen weisen trotz ihrer teils submikroskopischen Größe von wenigen Milliardstel Metern ungeahnte Kräfte und Möglichkeiten auf und sind daher heutzutage aus den meisten Bereichen des täglichen Lebens nicht mehr wegzudenken. Vom Autowachs über Kochsalz bis hin zur Zahnpasta werden viele alltägliche Produkte durch Zusatz von Nanomaterialien und -partikeln in ihren Eigenschaften deutlich verändert und verbessert. Die Erforschung von Effekten im Nanometer-Bereich, die Entwicklung von Nanomaterialien und ihr Einsatz in den verschiedensten Gebieten bilden den Kern einer eigenen Disziplin, der Nanowissenschaften. Die Anwendungsgebiete dieser Wissenschaft sind sehr breit gefächert und reichen von Materialwissenschaften und Produktionstechnik über Mikroelektronik und Nano-Optik bis hin zu Anwendungen in der Medizin und anderen Bereichen im Life Science-Sektor, weswegen die Nanotechnologie als eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft angesehen wird.

Bewerbungen für den Studiengang sind bis zum 30. September 2011 möglich.

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