27.09.2010

GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH

Neuer GKSS-Institutsleiter setzt auf Anwendungen mit dem sauberen Energieträger

Am Institut für Werkstoffforschung des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht hat Dr.-Ing. Thomas Klassen die Leitung des Institutsteils „Werkstofftechnologie“ übernommen. Der Wasserstoffexperte wird den Bereich Wasserstoffspeicherung mit nanokristallinen Werkstoffen sowie Membranen für die nachhaltige Energietechnik weiter ausbauen. Gleichzeitig bleibt Thomas Klassen als Professor für Werkstoffkunde an der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität in der Forschung und Lehre tätig.

„In einer modernen Energieversorgung und in einem zukunftsfähigen Mobilitätskonzept wird die Wasserstofftechnologie eine tragende Rolle haben“, ist Thomas Klassen überzeugt. „Wasserstoff bietet sich als sauberer Benzinersatz und als ideales Speichermedium für erneuerbare Energiequellen an." Ein wichtiges Arbeitsziel sieht Klassen darin, die bislang sehr erfolgreiche Forschung der GKSS im Bereich der Wasserstoffspeicherung weiter zu entwickeln sowie dem Thema Membranentwicklung für Brennstoffzellen neue Impulse zu geben. „In der Materialentwicklung und im Bau der Speichertanks gehören wir schon heute zu den Spitzeninstituten weltweit“, sagt Klassen.

Erst kürzlich wurde ein neues Wasserstoff-Labor auf dem Gelände der GKSS mit Europas größtem Tank auf Alanat-Basis eröffnet. Alanat ist eine Verbindung aus Natrium, Aluminium und Wasserstoff. Für die Anwendung im Tank wird das Alanat sehr fein - man spricht von nanokristallin - gemahlen. Als feingemahlenes Metallhydridpulver kann Alanat bei niedrigen Temperaturen Wasserstoff aufnehmen und benötigt nur eine relativ geringe Energiezufuhr für die anschließende Freisetzung.

Der Vorteil solcher Hydridtanks: Während viele Wasserstofffahrzeuge mit großen Gasdrucktanks bestückt sind, bleiben die Geesthachter Tanks klein, kompakt und sicher. Sie fänden zum Beispiel Platz in der Verschalung des Kofferraum eines Autos. Selbst in Laptops oder Handys wäre diese Form der Energiespeicherung möglich.

Neue Werkstoffe – neue Verfahren
Die Kombination von Wasserstoffspeicherung in Hydriden und Stromerzeugung in der Brennstoffzelle erfordert noch umfangreiche Forschung. Brennstoffzellen auf Basis von Polymer-Elektrolyt-Membranen (PEM) sind zwar schon lange bekannt, doch noch sind die Membranen empfindlich und die Kosten zu hoch. Auch GKSS-Wissenschaftler forschen daher intensiv an neuen, besseren Werkstoffen für die Zell-Komponenten. Insbesondere die Forschung im Bereich Membranen für die Energietechnik wird durch Institutsleiter Klassen neu aufgebaut werden. Die integrierte Entwicklung von Brennstoffzellen und Wasserstoffspeichern stellt eine besondere Stärke von GKSS dar. So sind deutlich höhere Gesamtwirkungsgrade zu erreichen und die zukünftige Energieversorgung allein aus regenerativen Energiequellen rückt einen großen Schritt näher.

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