13.08.2010

Hochschule Rhein-Waal

Neuer Studiengang an der Hochschule Rhein-Waal

Den richtigen Werkstoff für das richtige Produkt einzusetzen, das ist erklärtes Ziel eines Material-Experten, der an der Herstellung und Produktion vieler Dinge unseres täglichen Lebens beteiligt ist - von Autos über Flugzeuge und Möbel bis hin zur Lebensmitteltechnologie, IT-Branche, Medizin und Pharmazie. Entsprechend vielseitig ist der neue Bachelorstudiengang "Biomaterials", der ab September an der Hochschule Rhein-Waal am Interims-Standort Emmerich im Fachbereich Technologie und Bionik in englischer Sprache angeboten wird.

Der Studiengang "Biomaterials" basiert auf dem Berufsbild des Werkstoff-Wissenschaftlers oder des Material-Experten. Der Werkstoffexperte ist dafür verantwortlich, dass für eine Anwendung mit vorgegebenem Anforderungsprofil - unter Berücksichtigung der Kosten und der Umweltverträglichkeit - der richtige Werkstoff für das richtige Produkt eingesetzt wird.

Der Studiengang berücksichtigt den Fakt, dass die wichtigste Rohstoffbasis der letzten 100 Jahre, das Erdöl, immer teurer und in absehbarer Zeit immer weniger zur Verfügung steht. Damit werden Alternativen notwendig, beispielsweise eben Werkstoffe auf der Basis von tierischen oder pflanzlichen Rohstoffen. Diese Basis ist in den vergangenen 15 Jahren wiederentdeckt und aufbereitet worden, nachdem ja seit Jahrhunderten Bio-Werkstoffe wie Wolle, Baumwolle, Naturkautschuk, Horn oder Schellack selbstverständlich gewesen sind. Die öffentlichen Einrichtungen (EU, Bundesregierung) und auch die Industrie geben derzeit Millionen an Forschungsmittel zur Entwicklung von Werkstoffen aus Naturprodukten aus, ähnlich wie bei der Suche nach alternativen Energiequellen.

Dies zeigt deutlich, dass es sich bei diesem Thema um einen in die Zukunft gerichteten Schwerpunkt der Materialentwicklung handelt, wobei diese Zukunft nicht erst in fünf oder zehn Jahren beginnt, sondern bereits vor fünf Jahren begonnen hat. Alle Branchen arbeiten hier an innovativen Entwicklungen.

Im Studiengang "Biomaterials" werden Beispiele von Entwicklungen, Prozessen und Produkten der Werkstoffe vorgestellt. Der Absolvent soll in der Lage sein, die klassischen Werkstoffe bis zu den neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Materialforschung zu kennen, anzuwenden und weiter zu entwickeln. Dabei stehen spezielle Anwendungsbereiche wie Freizeit, Umwelt, Flugzeuge, Automobil, Medizin, Textil, aber auch besondere Werkstoffklassen wie die biologisch abbaubaren Werkstoffe im Vordergrund. Neben Werkstoffwissen, naturwissenschaftlichen Grundlagen, Analytik und Ökologie stehen auch Wirtschaftswissenschaft, integrierte Managementsysteme (Qualität, Umwelt, Sicherheit), rechtliche Aspekte und Interkulturelle Kompetenz im Curriculum.