17/10/2013

LEONHARD KURZ Stiftung & Co. KG

Neues Autogesicht per Heißprägung

Fürth, 09.10.2013: Dass per Heißprägeverfahren komplexe Geometrien dekorierbar sind, beweist die Leonhard Kurz Stiftung & Co. KG mit einem chrombeschichteten Kunststoff-Kühlergrill in Diamantgitter-Optik. Aus der Automobil-Industrie kam die Anforderung, einen Kühlergrill partiell metallisch zu dekorieren. Das Kunststoffteil bestand aus einem feinen Gitter, an dessen außenseitigen Knotenpunkten 288 Einzelpins herausragten. Diese Pins, die die sichtbare Kühlerfront bildeten, sollten eine brillante und hochwertige Chromoberfläche erhalten. Die besondere Schwierigkeit: die Pins waren alle ballig sowie unterschiedlich geformt, um nach der Metallbeschichtung eine ungleiche Lichtbrechung und dadurch ein diamantenes Funkeln hervorzurufen. Eine vollflächige galvanische Verchromung des Kunststoffteils hätte die Optik der Einzelpins beeinträchtigt. Die Pins als Einzelbauteile einzeln zu galvanisieren und aufzustecken hätte einen enormen Aufwand erfordert. Deshalb entschied man sich für das umweltverträgliche und deutlich wirtschaftlichere Heißprägeverfahren. Bei dem trockenen Übertragungsverfahren wird mit einem beheizten Silikonstempel die Chromschicht zusammen mit einer Schutzlack- und einer Klebeschicht von einer Trägerfolie gelöst und mit dem Kunststoffteil haftfest verbunden.


Neben der Pin-Geometrie stellte die Größe des Kühlergrills eine neue Herausforderung dar, weil bei einem Spritzgussteil dieser Abmessungen mit Fertigungstoleranzen von bis zu zwei Millimetern zu rechnen ist. Die Herausforderung bestand nun darin, mit dem Silikonstempel, in den die Wölbung jedes einzelnen Pins eingearbeitet ist, die Pins genau zu treffen und die Chrombeschichtung mit sauberer Abrisskante exakt zu übertragen. Die auf den Bau technisch anspruchsvoller Hubprägemaschinen spezialisierte Baier GmbH und Co. KG Maschinenfabrik, ein Mitglied der Kurz-Gruppe, entwickelte die hierfür benötigte Sonder-Heißprägemaschine: eine Vier-Kopf-Heißprägemaschine mit vier indexierten Werkstückaufnahmen, die den Kühlergrill in vier Segmente teilt, die nacheinander beschichtet werden. Durch diese Teilung konnten die Toleranzen reduziert und die Einzelpins konturgenau dekoriert werden. Eine präzise Einstellung von Prägezeit, Prägetemperatur und Prägedruck sorgte für die prozesssichere Übertragung auf die gewölbten Pins. Die Formulierung der Heißprägefolie ist auf das Projekt abgestimmt und erfüllt komplexe Kunden-Spezifikationen. Sie gewährleistet die dauerhafte Haltbarkeit der Beschichtung.


Auf der K 2013 wird der dekorierte Kühlergrill am Kurz-Stand A 19 in Halle 5 zu sehen sein.