21.10.2015

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Neues Institut für Nachhaltige Technische Systeme

Die Universität Freiburg schafft mit der Fraunhofer-Gesellschaft eine deutschlandweit einzigartige Lehr- und Forschungsstruktur.

Die Technische Fakultät der Universität Freiburg hat ein weiteres, zukunftsweisendes Standbein bekommen: Das „Institut für Nachhaltige Technische Systeme“ (INATECH) erweitert künftig das Spektrum der Fakultät in Forschung und Lehre um das Thema der ingenieurwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung. „Diese strategische Erweiterung eröffnet uns ein riesiges Potenzial für Lehre, Forschung und Technologietransfer“, sagt Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer. „Als Volluniversität waren wir in der Forschung zum Thema Nachhaltigkeit schon zuvor herausragend profiliert. Mit dem INATECH verfügen wir nun über ein Alleinstellungsmerkmal, das viele wegweisende Forschungsansätze und Innovationen verspricht und die internationale Attraktivität unserer Universität deutlich erhöhen wird.“

„Der Start des INATECH ist ein entscheidender Schritt, um Freiburg als weltweit beachteten Standort für Spitzenforschung, Lehre und Weiterbildung zur nachhaltigen Entwicklung zu etablieren, an dem Wissenschaftler, innovative Unternehmensgründer und traditionsreiche Konzerne zusammenarbeiten“, sagt Ministerialdirektorin Dr. Simone Schwanitz, Amtschefin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler widmen sich am INATECH drei thematischen Schwerpunkten: Sie erforschen nachhaltige Werkstoffe, die energie- und ressourcenschonend hergestellt und eingesetzt werden können. Sie entwickeln Systeme, die eine zuverlässige Versorgung mit erneuerbarer Energie sowie deren Speicherung und effizienten Einsatz ermöglichen. Und sie sichern die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit von Systemen, die so genannte Resilienz, gegenüber kurz- und langfristigen Veränderungen wie Naturkatastrophen oder dem Klimawandel. Das Konzept für das INATECH, an dem zunächst 14 Professuren – je sieben seitens der Universität und der Fraunhofer-Gesellschaft – vorgesehen sind, haben Wissenschaftler der Universität und der fünf Freiburger Fraunhofer-Institute gemeinsam erarbeitet: Es ist zugleich der ingenieurwissenschaftliche Kern des „Leistungszentrums Nachhaltigkeit“, das die Albert-Ludwigs-Universität und die Fraunhofer-Institute im März 2015 gegründet haben.

In der Lehre wird das INATECH ebenfalls neue Impulse setzen: Zum Wintersemester 2016/17 soll der Masterstudiengang „Sustainable Systems Engineering“ starten, ein Bachelorstudiengang soll ein Jahr später folgen. „Die Studierenden werden sich mit gesellschaftlich relevanten Themen beschäftigen und versuchen, technische Neuerungen umzusetzen. Was sie hier schaffen, wird sich auf die nächste Generation auswirken. Ich bin mir sicher, dass wir damit junge Leute begeistern und anziehen werden“, sagt Prof. Dr. Stefan Hiermaier, Gründungsdirektor des INATECH und Inhaber der Gips-Schüle-Professur für Nachhaltige Ingenieursysteme. Die Gips-Schüle-Stiftung finanziert die zum 1. Oktober 2015 eingerichtete Professur mit insgesamt 500.000 Euro für fünf Jahre. Zweck der 1965 gegründeten Stiftung ist es, Wissenschaft und Forschung zu fördern. Der Fokus liegt hierbei auf der Erforschung und Entwicklung umweltverträglicher Baustoffe und Verfahren sowie umweltfreundlicher Techniken.

Die Technische Fakultät wurde 1995 mit dem Institut für Informatik (IIF) und dem Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) gegründet. „In den 20 Jahren ihres Bestehens ist es uns gelungen, einen ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkt zu schaffen, der weltweit hohes Ansehen genießt“, sagt Dekan Prof. Dr. Georg Lausen. „Wir wollen auf diesem Weg weiter voranschreiten und gleichzeitig unsere Kooperationen mit anderen Disziplinen ausbauen. Das INATECH bereichert uns im Hinblick auf beide Ziele: Wir werden unsere Kompetenzen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit erweitern und das Thema mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fakultäten aus vielen Perspektiven beleuchten, um nachhaltige Lösungen für ingenieurwissenschaftliche Fragen zu finden.“ Einen festen Ort hat das Institut noch nicht: Die Forscherinnen und Forscher werden zunächst auf mehrere Gebäude verteilt. Ziel ist aber, in den kommenden Jahren einen Neubau auf dem Campus der Technischen Fakultät zu errichten.

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