20.06.2011

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Nutzwert von Kohlendioxid überdenken

Ob als Biotreibstoff oder als Grundbaustein für chemische Produkte – schon heute gibt es eine Reihe von Ansätzen, das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) als Rohstoff zum Aufbau komplexerer Kohlenstoffverbindungen zu nutzen. Lebewesen wie Algen oder Mikroorganismen geraten zunehmend in den Blickpunkt als nachhaltige CO2 –Verwerter. Forscher versuchen, das Potenzial von biologischen Systemen für den Einsatz in der Industrie auszuloten. Welche ökologischen sowie ökonomischen Aspekte berücksichtigt werden müssen und auf welchem Stand Wissenschaft und Technik sind, soll bei der Konferenz „Nutzung von CO2 – Die biologische Perspektive“ am 8. Juni 2011 in Berlin vorgestellt und diskutiert werden. Die Tagung wird von der BIOCOM Projektmanagement GmbH, Berlin, mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) veranstaltet.

Bei der Suche nach Möglichkeiten zur Fixierung und Nutzung von CO2 gewinnen vor allem biotechnologische und chemische Prozesse zunehmend Beachtung. Mit Hilfe von Mikroorganismen, Algen oder chemisch-katalytischen Synthesereaktionen soll CO2 als Rohstoff eingesetzt und durch Umwandlung in wertvolle Ausgangssubstanzen sinnvoll für die Wertschöpfung genutzt werden.

Neue Perspektiven der CO2-Verwertung stehen im Fokus der im vergangenen Jahr gestarteten Veranstaltungsreihe „Vom Treibhausgas zum Wertstoff“, die von BIOCOM in Zusammenarbeit mit der DBU durchgeführt wird. In diesem Jahr steht die biologische Perspektive im Vordergrund: Welche technologischen Herausforderungen gilt es bei der Nutzung von Algen und Mikroorganismen als CO2-Verwerter zu meistern? Wie kann eine neue Generation von Biokraftstoffen dabei helfen, den CO2-Ausstoß zu senken? Welche Chancen bieten sich Investoren in Firmen-Neugründungen im Biokraftstoffsektor? Diese und weitere Themen werden gemeinsam mit renommierten Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft in Berlin diskutiert.

Thematisiert werden alle Schritte entlang der Wertschöpfungskette, von der Forschung im akademischen Bereich über die frühe Entwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zu den Anwenderbranchen und dem großtechnischen Einsatz der Verfahren. Referenten sind u.a. Prof. Dr. Ulrich Schurr (Forschungszentrum Jülich), Prof. Dr. Eckhard Dinjus (KIT Karlsruhe), Dr. Jürgen Eck (BRAIN AG), Dr. Hartmut Grammel (MPI für Dynamik komplexer Systeme Magdeburg), Dr. Ralf Stöckel (TOTAL Deutschland), Dirk Radzinski (Algenol), Dr. Gunter Festel (Festel Capital).

Die Veranstaltung ist die zweite in einer Konferenzreihe, mit der die technologisch-ökonomische Entwicklung zur Abscheidung und Nutzung von CO2 über die nächsten Jahre begleitet und im Spiegel der öffentlichen Wahrnehmung kritisch reflektiert werden soll.

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