27.04.2010

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PET-Preis: Viele Spekulationen rund ums PET

Der PET-Markt ist im Moment alles andere als konkret fassbar: Viele Spekulationen und nur wenige Fakten gibt es derzeit. Zu den Fakten zählen die Preisanhebung für PET gegenüber dem Vormonat um 20 bis 30 Euro pro Tonne sowie die derzeit aktuellen Preise für die beiden Vorprodukte MEG und Paraxylen. Aktuell wird die Tonne im Schnitt für 1265 Euro (frei geliefert) verkauft (tiefere Preise wurden ebenfalls genannt, doch die Preisdifferenz gegenüber dem Vormonat wurde in allen Fällen mit 20 bis 30 Euro pro Tonne angegeben).

MEG weiter gestiegen, Paraxylen fällt um 5 Euro pro Tonne
Monoethylenglykol (MEG) ist im Vergleich zu Februar um 59 Euro pro Tonne teurer; Marktteilnehmer vermuten, dass diese ungerade Preiserhöhung um 59 statt 60 Euro psychologische Gründe hat, denn dadurch bleibt MEG unter der 900-Euro-Schwelle: Aktuell kostet eine Tonne MEG 899 Euro (Februar 2010: 840 Euro pro Tonne; Januar 2010: 785 Euro pro Tonne; Dezember 2009: 660 Euro/Tonne; November: 632 Euro/Tonne; Oktober: 640 Euro/Tonne; September: 670 Euro/Tonne; Juli: 615 Euro/Tonne; Juni: 530 Euro/Tonne; Mai: 530 Euro/Tonne; April: 502 Euro/Tonne, März: 495 Euro/Tonne, Februar: 480 Euro/Tonne, Januar 2009: 460 Euro/Tonne).

Paraxylen ist zwar gegenüber dem Vormonat um 5 Euro Pro Tonne zurückgegangen und wird zu 795 Euro pro Tonne angeboten, doch von einer Trendwende könne deshalb nicht die Rede sein, erklären diverse Gesprächspartner (Januar und Februar 2010: 800 Euro pro Tonne; Dezember 2009: 740 Euro pro Tonne; November: 680 Euro/Tonne; Oktober: 615 Euro/Tonne; September: 760 Euro/Tonne; August 800 Euro/Tonne; Juli: 760 Euro pro Tonne; Juni: 795 Euro/Tonne April: 705 Euro/Tonne, März: 695 Euro/Tonne, Februar: 610 Euro/Tonne, Januar 2009: 500 Euro/Tonne).

PET soll in Europa knapp sein
Wie zu hören war, soll PET derzeit in Europa knapp sein, was vor allem auf drei Gründe zurückgeführt wird: Erstens ist der Bedarf hoch, weil Verarbeiter und Abfüller in den letzten Monaten mehr und mehr verunsichert waren und sich abwartend verhielten. Es gibt so gut wie keine Lagerbestände und diese müssen nun wieder aufgestockt werden, um für die zu erwartende höhere Nachfrage der nächsten Wochen gerüstet zu sein; und zweitens sind die Produktionskapazitäten in Europa nach wie vor aufgrund von Schließungen und Stillständen reduziert, u.a. soll das ehemalige Artenius-Werk in Großbritannien, das von KP Chemical gekauft wurde, die Produktion erst im Laufe des zweiten Quartals wieder aufnehmen (PETplanet pulse berichtete im Februar). „Und selbst wenn das Werk in Großbritannien produzieren würde, würde das die Situation im Moment nicht wesentlich ändern, denn mit der vorhandenen Jahreskapazität von 150.000 Tonnen könnte der derzeitige hohe Bedarf auch nicht gedeckt werden – gerade mal 12.000 bis 13.000 Tonnen mehr PET pro Monat würden dadurch dem Markt zur Verfügung stehen“, betont ein PETplanet-Pulse-Gesprächspartner.

Preise in Asien hoch – schwacher Euro bremst Importe
Als dritten Grund für die PET-Knappheit in Europa führen Marktkenner die vergleichsweise hohen, in US-Dollar notierten Preise für PET aus Asien und den schwachen Euro an (1.00 Euro = 1.35077 US-Dollar, Stand: 22.03.2010): Wie es heißt, wird deshalb weniger PET als üblich aus Asien nach Europa importiert. Sogar von einem „drastischen Einbruch der Importe“ ist die Rede. Die Preise für die Vorprodukte MEG und Paraxylen haben in Asien nachgegeben, der Grund dafür sei nicht bekannt. Dass sich dadurch eine Trendwende bei den Vorprodukt-Preisen abzeichne, sei jedoch unwahrscheinlich.

Die Preise für asiatisches PET werden mit 1290 bis 1300 Euro pro Tonne angegeben (FOB).

Der Rezyklatpreis bezieht sich auf rezykliertes PET, das höchsten Qualitätsstandards in Bezug auf Transparenz und Lebensmitteltauglichkeit entspricht. Diese Standards sind vor allem bei Mineralwasser sehr wichtig, da Konsumenten gerade bei Wasser äußerst empfindlich reagieren: Mineralwasser und auch die PET-Flaschen, in die es abgefüllt wird, müssen klar und rein aussehen, sonst wird das Wasser nicht gekauft.

Quelle: Newsletter „petplanet pulse“, www.petpla.net


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