04.08.2011

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PRS: Trotz PET-Klau - Verwertungsquote in der Schweiz bei 80 %

Das Schweizer Bundesamt für Umwelt teilt in seinem jährlichen Bericht der Getränkeverpackungen mit, dass die PET-Verwertungsquote im Jahr 2010 bei rund 80 % lag. Die Mindestverwertung von 75 % wurde somit überschritten. Sorge bereiten hingegen die nicht registrierten PET-Exporte, die sich negativ auf die Quote auswirken, weil diese geschätzten 2 % statistisch nicht einbezogen werden.

Die erreichte Verwertungsquote ist, so die Behörde, im internationalen Vergleich ein Spitzenwert. Das resultiert auch aus den über 30.000 Sammelstellen in der Schweiz, bei denen die Konsumenten ihre PET-Getränkeflaschen entsorgen können. Damit sei das PET-Sammelstellennetz beispielsweise deutlich dichter als das Briefkastennetz der Post.

Nicht bewilligte PET-Exporte verfälschen die Verwertungsquote
Schlechte Baumwollernten und der grosse Rohstoffbedarf führten zu einer weltweit steigenden Nachfrage nach Kunstfasern. Auch der hohe Erdölpreis fördere den Materialklau. So werden PET-Flaschen zum begehrten Diebesgut, direkt bei den Sammelstellen entwendet und häufig nach Asien exportiert. PET-Recycling Schweiz schätzt, dass dadurch um die 2 % der PET-Flaschen schwarz ins Ausland gelangen. Die vom BAFU präsentierte Verwertungsquote umfasse jedoch nur die gemeldeten PET-Mengen. Die demnach nicht registrierten, aber gesammelten und exportierten PET-Getränkeflaschen fehlen somit in der Statistik und verfälsche die tatsächliche Verwertungsquote, die eigentlich 2 % höher liege.

Mit dem steigenden illegalen PET-Export droht den Konsumenten und PET-Recycling Schweiz Ungemach in zweifacher Hinsicht: Zum einen drücken die nicht-deklarierten PET-Exporte die Recyclingquote, was im Fall der Annäherung and die gesetzlichen Grenzwerte Folgen hätte. Zum anderen entgehen PET Recycling Schweiz durch die Exporte notwendige Einnahmen. Einnahmen, die das Recycling finanzieren helfen. Zudem sind lange Transportwege ins Ausland nicht umweltfreundlich.

Dank PET-Recyclings wurden im vergangenen Jahr den Angaben zufolge 139 000 Tonnen Treibhausgase (hauptsächlich CO2) weniger ausgestoßen. Zudem reduziere das Recycling den Energieverbrauch: 2010 konnten so 36 Millionen Liter Erdöl eingespart werden.