29.08.2014

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PVC-Verbrauch steigt weltweit

Die Region Asien-Pazifik ist dabei heute mit einem Anteil von annähernd 56 % der mit Abstand wichtigste Abnehmer - und werde auch in absehbarer Zukunft das stärkste Wachstum aufweisen. Die Märkte in Nordamerika und Westeuropa sind nach starken Einbrüchen in den letzten Jahren mittlerweile ebenfalls wieder auf einen Wachstumspfad zurückgekehrt, so heißt es. Die Bauindustrie ist der bei weitem wichtigste Absatzmarkt für PVC-Produkte. Die Baubranche wächst in China weiterhin stärker als in den meisten anderen Ländern, auch wenn die Dynamik etwas nachlässt. Neben China gehört auch Indien mit einem prognostizierten Verbrauchsanstieg von jährlich 4,9 % zu den Wachstumstreibern am PVC-Markt. Die USA hatten in den letzten Jahren unter einer schwachen Binnennachfrage zu leiden, wegen der langsam, aber stetig anziehenden Baukonjunktur erhöht sich dort der PVC-Absatz mittlerweile jedoch wieder. In Westeuropa scheint die Talsohle bei den Krisenländern am Mittelmeer nun erreicht zu sein; die Märkte Deutschland, Frankreich und Großbritannien sind relativ stabil. Daher wird der PVC-Verbrauch in Westeuropa in den nächsten Jahren voraussichtlich wieder um durchschnittlich 1 % pro Jahr wachsen. Die US-amerikanischen PVC-Produzenten konnten die schwache Inlandsnachfrage der letzten Jahre durch eine starke Ausweitung ihres Exports ausgleichen, da in den USA die Rohstoffkosten für PVC aufgrund des Schiefergas-Booms stark gefallen sind und die amerikanischen PVC-Anbieter mit niedrigen Preisen auf den Auslandsmärkten konkurrieren konnten. In Europa führte die schwache Nachfrage der letzten Jahre zu einer hohen Marktdynamik: Kleinere und mittlere Hersteller wurden aufgekauft oder verschwanden vom Markt. Einzelne Länder, etwa Italien, stiegen dadurch komplett aus der PVC-Produktion aus. Während einige Großunternehmen, wie z. B. Arkema, ihre PVC-Sparten abstießen, vereinen Solvay und Ineos ihre Geschäftsbereiche: Das Joint-Venture Inovyn wird voraussichtlich zum Jahresende 2014 den Betrieb aufnehmen. Die Marktforscher von Ceresana erwarten durch die Gründung dieses mit Abstand größten europäischen PVC-Herstellers einen weiter zunehmenden Konzentrationsdruck innerhalb der Branche. Während die Kapazitäten in Nordamerika und Westeuropa schon sehr weit ausgelastet sind, bestehen vor allem in Asien-Pazifik noch große Überkapazitäten. Der weltweit größte PVC-Produzent China wird seine Produktion daher relativ problemlos weiter steigern können, um die wachsende Binnennachfrage zu befriedigen. Die chinesischen Hersteller setzen dabei vor allem auf kohlebasiertes Vinylchlorid zur PVC-Herstellung, während in anderen Ländern, bspw. den USA, ausschließlich ethylenbasiertes Vinylchlorid verarbeitet wird. Zu den wichtigsten PVC-Produkten zählen Rohre und Rohrleitungen, mit größerem Abstand vor Kunststoffprofilen sowie Folien und Platten. Weitere nennenswerte Anteile an der weltweiten PVC-Nachfrage haben Kabel und Kabelummantelungen sowie Bodenbeläge. Zu den sonstigen industriellen Anwendungen zählen z. B. Beschichtungen in der Automobilindustrie, medizinische Produkte wie Infusionsbeutel sowie Schuhe. Während die Entwicklung der einzelnen Anwendungsgebiete auch in den kommenden acht Jahren voraussichtlich weiterhin sehr ausgeglichen sein wird, gibt es zahlreiche Unterschiede zwischen den Weltregionen. Im asiatischen Raum, allen voran Indien und China, sowie im Mittleren Osten werden verhältnismäßig viele PVC-Rohre produziert. Die Türkei und Russland produzieren hingegen einen hohen Anteil an Profilen, weshalb in Osteuropa der PVC-Einsatz für Profile am höchsten ist. Ebenso wird PVC in Deutschland zu einem Großteil zur Herstellung von Profilen eingesetzt, wobei der deutsche Markt für Profile derzeit vom Boom der energetischen Gebäudesanierung profitiert.

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