07.05.2010

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Peru: Importabhängigkeit bei primären Kunststoffen soll abgebaut werden

In Peru profitieren die Anbieter von chemischen Erzeugnissen von einem erneuten Konjunkturaufschwung. Angesichts einer nach wie vor überschaubaren lokalen Fertigung bestehen für ausländische Lieferanten von Ausgangsstoffen und von Endprodukten gute Geschäftschancen. Die Importabhängigkeit des Landes bei primären Kunststoffen soll durch den Aufbau einer eigenen Petrochemie reduziert werden. Zu den wichtigen Einfuhrsegmenten zählen sämtliche Kunststoffbereiche sowie die Arzneimittelbranche.

Perus Nachfrage nach Kunststoffen in Primärformen belebt sich wieder, nachdem sie 2009 konjunkturbedingt zurückging. Die Versorgung erfolgt vollständig durch Einfuhren. Angaben des Produktionsministeriums zufolge veränderte sich 2009 der Verbrauch im Vergleich zu 2008 bei den nachstehenden Importerzeugnissen wie folgt: Polyethylen - 4,7% auf 34.949 t; Polystyrol -50,5% auf 904 t; Polypropylen -20,3% auf 37.152 t; Polyvinylchlorid (PVC) +0,7% auf 50,714 t; Polyethylenterephthalat (PET) +1,2% auf 78.815 t; Kunststoffadditive (Masterbatch) +5,8% auf 1.193,5 t; Dioctylphthalat -3,8% auf 2.478 t.

Angesichts der anziehenden Konjunktur der peruanischen Wirtschaft besteht ein starker Bedarf nach Verpackungsmaterial, nach Teilen und Zubehör für den Bergbau sowie nach Ausgangsstoffen für die Textilindustrie und das Baugewerbe. Für die Produktion der einheimischen Kunststoff verarbeitenden Industrie ermittelte das Produktionsministerium für 2009 einen Rückgang von 3,9% (2008: +7,0%; Bruttowertschöpfung 2008: circa 713 Mrd. US$). Im Jahr 2010 soll der Bereich ähnlich wie auch die Farbenbranche um 10% wachsen.

Perus Chemieindustrie umfasst rund 2.200 Unternehmen, deren Größe und technologischer Entwicklungsstand beträchtlich voneinander abweichen. Die Firmen tragen circa 13% zur Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes bei (1,2% zum gesamten BIP). Etwa 72% der Betriebe konzentrieren sich auf den Großraum von Lima und stellen dort schwerpunktmäßig Kunststoffprodukte her. Der Verkaufswert sämtlicher chemischer Produkte betrug 2008 circa 2,5 Mrd. US$, wovon etwa drei Fünftel auf den Inlandsmarkt entfielen.

Die Kunststoffverarbeiter des Landes bilden laut Sociedad National de Industrias (SNI) die größte Gruppe innerhalb der chemischen Industrie (3,5% des industriellen BIP). Von Bedeutung sind ferner die Hersteller von Reinigungs- und Körperpflegemitteln (3,1%) sowie von chemischen Grundstoffen (1,9%).

Der Chemiesektor in Peru wird in absehbarer Zeit durch kapitalintensive Großbetriebe ergänzt. Denn die Naturgasvorkommen von Camisea im Osten des Landes ermöglichen den Aufbau einer lokalen Petrochemie. Im Gespräch ist bislang die Produktion von Düngemitteln und Sprengstoffen, aber auch die Herstellung von diversen Kunststoffen in Primärformen. In letzterem Rahmen könnten sich sogar einige zusätzliche Verarbeiter niederlassen. Generell werden sich international bekannte Konzerne an der Entwicklung der peruanischen Petrochemie beteiligen.

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