14.01.2015

Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

Physikerinnen und Physiker haben auf dem Arbeitsmarkt weiterhin gute Chancen

Zum 31. Dezember 2013 waren rund 15 000 Menschen als Physikerin respektive als Physiker in Deutschland angestellt, rund ein Sechstel davon Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Zuwachs von gut zwei Prozent. Der Anteil an Frauen stieg überproportional um gut fünf Prozent. Das zeigt das aktuelle Arbeitsmarktbarometer der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), das jährlich mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit erstellt wird.

Trotz steigender Beschäftigtenzahlen zeigen sich die Autoren, Michael Kaschke, Vorsitzender des Konzernvorstands der Carl Zeiss AG und Vorstandsmitglied Industrie, Wirtschaft und Berufsfragen der DPG, sowie Anja Metzelthin von der Geschäftsstelle der DPG in Bad Honnef besorgt über einzelne Aspekte des Arbeitsmarkts. Denn im Berichtszeitraum von September 2013 bis September 2014 ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gestiegen und liegt aktuell wieder ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2006. Eine absolute Arbeitslosenquote für den Bereich Physik lässt sich wegen unterschiedlicher Datenbasen bei den Erhebungen aber nicht errechnen. Das soll in einer künftigen Analyse geschehen. Für die Fächerkombination Physik, Mathematik, Astronomie und Statistik liegt sie jedoch mit 2,2 Prozent noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau.

Die aktuellen Zahlen deuten ferner darauf hin, dass junge Absolventinnen oder Absolventen derzeit offenbar zurückhaltender eingestellt werden. „In den vergangenen Jahren wurden Rufe nach mehr MINT-Absolventen laut“, sagt Kaschke (MINT steht für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). „Wünschenswert wäre, diese dann auch zügig in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, so Kaschke weiter. Das ist umso wichtiger, da dank steigender Studienanfängerzahlen in der Physik die Absolventenzahlen in den nächsten drei Jahren voraussichtlich auf bis zu 4000 pro Jahr steigen werden.

Ist der Einstieg ins Arbeitsleben erst einmal geschafft, scheint der Arbeitsplatz relativ sicher. Zumindest steigt der Anteil älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter den Arbeitslosen nicht an.

Die auf den ersten Blick verhältnismäßig geringe Zahl an Physikerinnen und Physikern in Deutschland erklärt sich dadurch, dass die Bundesagentur für Arbeit ausschließlich diejenigen Personen erfasst, die in klassische Physikberufe vermittelt werden möchten. Doch arbeitet von den 93 000 Physikerinnen und Physiker in Deutschland (davon etwa 70 000 im Angestelltenverhältnis) nur etwa ein Viertel tatsächlich als solche. Die anderen sind beispielsweise in der IT oder der Finanzbranche beschäftigt, oder arbeiten als Lehrerinnen und Lehrer oder als Managerinnen und Manager. Sie werden von der Statistik nicht erfasst.

Die von der DPG erhobenen Daten stimmen gut mit Studien der Bundesagentur für Arbeit überein. Dass im Vergleich zum Vorjahr mehr Akademikerinnen und Akademiker beschäftigt sind und die Beschäftigung von Frauen zugenommen hat, ist im kompletten MINT-Sektor zu beobachten. Zugleich steigen aber auch dort die Arbeitslosenzahlen. Zudem befinden sich die meisten arbeitslosen Akademikerinnen und Akademiker offensichtlich in einer Art „Sucharbeitslosigkeit“ zwischen zwei Stellen. Die Wartezeit beträgt meist weniger als ein halbes Jahr. Langzeitarbeitslosigkeit von über einem Jahr ist dagegen selten.

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit über 62.000 Mitgliedern auch größte physikalische Fachgesellschaft der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen. Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin.

Quelle und weitere Informationen: