25.10.2010

Pixargus GmbH, Automation by Vision

Pixargus: Inline-Inspektion von Fensterprofilen erstmals von allen Seite

Pixargus stellt auf der „K 2010“ die neue Generation der PSP 6 Systeme vor, die die Oberfläche von Profilen von allen vier Seiten gleichzeitig inspizieren können. Sie erfassen kleinste Unregelmäßigkeiten der Oberfläche unmittelbar während der Produktion lückenlos und objektiv. So stellen sie sicher, dass nur einwandfreie Profile das Werk verlassen. Mit dem System vermeiden die Anwender Reklamationen und deren Folgekosten.

Oberflächenfehler auf Fensterprofilen beeinträchtigen in den wenigsten Fällen die Funktion, führen aber oft zu Reklamationen und in der Folge zu Preisabschlägen. Und ist ein Profil oder ein Fensterrahmen erst einmal gefertigt, sind die Folgekosten beträchtlich.

Die optische Inline-Prüfung der Oberflächenqualität bei der Herstellung von Profilen für Fenster oder Installationskanäle bietet erstmals die Möglichkeit, die Oberfläche lückenlos zu erfassen und Material, das den Spezifikationen nicht entspricht, sofort automatisch auszuschleusen. Außerdem erkennen die Mitarbeiter an der Produktionslinie Trends auf einen Blick und können eingreifen, bevor es zu Problemen kommt.

Die Systeme zur optischen Inline-Oberflächenkontrolle der ProfilControl-Surface Serie detektieren und klassifizieren einzelne Defekte wie Pickel, Blasen, Ausbrüche, Fremdkörper oder Löcher aber auch Langfehler, wie Riefen, Kanten und Verläufe in Echtzeit.

PSP 6 kontrolliert Profile mit einer Breite von bis zu 120 mm, die in einen Hüllkreis mit einem Radius von maximal 180 mm passen. Das System eignet sich für Profilgeschwindigkeiten von mehr als 60 m/min.

Erstmals zur „K 2010“ stellt Pixargus das PSP 6 System mit zwei motorisch individuell einstellbaren Sensorköpfen für zwei Inspektionsebenen und zwei Sensorköpfe mit motorischer Höhenverstellung für damit gleichzeitig vier zu inspizierende Seiten vor. So ist es möglich, je nach Profilquerschnitt vier Inspektionsebenen völlig flexibel anzuordnen; zum Beispiel kann eine Kamera die vollständige Oberseite des Profils kontrollieren, während eine andere dessen Kante inspiziert.

Pixargus beleuchtet die Profile mit einer LED-Zeile, die das Unternehmen eigens für diese Systeme entwickelt hat. Sie zeichnet sich durch hohe Leuchtdichte und lange Laufzeiten aus. Kameras mit einer Auflösung von 50 µm – und besser – „sehen“ jedes Flächenelement unter optimalen Beleuchtungs- und Betrachtungswinkeln und nehmen so ein lückenloses, detailliertes Bild der Oberfläche auf.

Ein neu entwickelter Autofokus und die automatische Belichtungsregelung gewährleisten optimale Bildqualität unabhängig von den Profilabmessungen und der Oberflächenbeschaffenheit.

Erkennt ein System einen typischen Fehler oder eine unerwünschte Langriefe, wird dessen Position automatisch gekennzeichnet. So braucht sich der Mensch bei der Endkontrolle lediglich auf die markierten Abschnitte zu konzentrieren. Oberflächendefekte werden mit ihrem Bild und den entsprechenden Angaben – zum Beispiel Typ, Position oder Abmessungen der einzelnen Fehler – auf einem Touchscreen angezeigt sowie in einer Log-Datei gespeichert.

Eine Alternative ist, das Aussortieren mit einer Sägen- und Sortiereinrichtung zu automatisieren, die von dem Pixargus-System angesteuert wird. Dies spart Kosten und optimiert gleichzeitig den Produktionsprozess, der reproduzierbarer und stabiler wird.

Die Bedienung des Systems erfolgt vollständig über ein Touchscreen-Panel, mit dem alle Funktionen sehr einfach und intuitiv einstellbar sind. Große, gut zu erkennende Buttons auf einem Touchscreen bieten dem Nutzer die Möglichkeit, schnell durch das Bedienungsmenü zu navigieren.

In der Basisversion liefert Pixargus das System mit zwei Kameras, die beispielsweise die Ober- und die Unterseite eines Profils inspizieren. Alle Systeme sind bereits für zwei weitere, individuell einstellbare Kameras vorbereitet.

Bei der Konstruktion des Systems hat Pixargus auf besonders kompakte Bauweise des Systems geachtet, denn in den meisten Extrusionslinien gibt es normalerweise nur sehr wenig freien Platz für Inspektionssysteme. Für den Einbau des Inspektionssystems wird lediglich eine Lücke von 500 mm in Produktionsrichtung benötigt. Das System ist durch ihre robuste Konstruktion an die Umgebungsbedingungen in der Produktion angepasst.

Hintergrund:
Werden Oberflächendefekte nicht erkannt, führt dies zu Reklamationen: Bei einer zulässigen Fehlerquote von wenigen Promillebruchteilen senkt jedes falsch klassifizierte Teil das Rating als zuverlässiger Lieferant und wird zunehmend entscheidend für die Neuvergabe von Aufträgen. Das Ziel ist deshalb, vorhandene Oberflächenfehler auszuschleusen. Hierfür muss die Oberfläche lückenlos kontrolliert werden – über die gesamte Produktionslänge und aus allen Blickwinkeln.

Die visuelle Endkontrolle ist im Laufe der Jahre schwieriger geworden, denn innerhalb weniger Jahre wurden die Liniengeschwindigkeiten erheblich gesteigert. Unter diesen Bedingungen ist es für den Menschen unmöglich, Fehler zuverlässig sowohl über kurze als auch längere Zeiträume hinweg zu erkennen. Außerdem klassifiziert der Mensch nach einiger Zeit – ohne es zu wollen – kleine als große Defekte und leichte als schwerwiegende. Darüber hinaus ist es bei der visuellen Kontrolle unmöglich, das Profil während der laufenden Produktion von mehreren Seiten zu betrachten.