19.10.2011

Bayerische Akademie der Wissenschaften

Plagiat, Fälschung und Co. - welche Konsequenzen zieht die Wissenschaft?

Am Montag, 24. Oktober 2011 diskutieren Experten in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München über „Plagiat, Fälschung und Co. Zieht die Wissenschaft Konsequenzen?“.

In den vergangenen Monaten wurden an deutschen Hochschulen immer neue Plagiatsfälle aufgedeckt. Das Ausmaß wissenschaftlichen Fehlverhaltens bei Promotionen ist erschreckend, eine ganze Reihe von Universitäten ist mittlerweile betroffen. Die öffentliche Debatte wurde jedoch sehr früh personalisiert, und so blieben viele weiterreichende Fragen offen – etwa nach den Konsequenzen der Plagiatsaffären für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und für die Praxis wissenschaftlicher Arbeit allgemein.

Wie können die bestehenden Mechanismen der akademischen Selbstkontrolle optimiert werden? Wie soll wissenschaftliches Fehlverhalten sanktioniert werden? Liegt den Plagiaten ein strukturelles Problem des Wissenschaftsbetriebs zugrunde, ist es gar ein „deutsches“ Problem? Und schließlich: Welchen Stellenwert hat die wissenschaftliche Redlichkeit, haben Wissenschaft und Forschung generell heute in Politik und Gesellschaft?

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften strebt mit dem Podiumsgespräch eine Versachlichung der Diskussion an und erwartet zum Start des Wintersemesters 2011/2012 aufschlussreiche Antworten. Die Veranstaltung ist zugleich der Beginn der neuen Reihe „aktuell & kontrovers. Die Akademie im Dialog“, mit der die Bayerische Akademie der Wissenschaften den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit fördert. Moderierte, hochkarätig besetzte Podiumsdiskussionen beleuchten aktuelle Themen und brisante Zukunftsfragen aus Wissenschaft und Forschung.

Es diskutieren:
Prof. Dr. Oliver Lepsius, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Allgemeine und Vergleichende Staatslehre an der Universität Bayreuth und Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Zusammen mit Reinhart Meyer-Kalkus hat er vor kurzem das Buch „Inszenierung als Beruf – Der Fall Guttenberg“ herausgegeben.
Prof. Dr. Martin Lohse, Lehrstuhlinhaber für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Würzburg, dortiger Vizepräsident für Forschung sowie Sprecher des Rudolf-Virchow-Zentrums. Der Leibniz-Preisträger ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Vizepräsident der Leopoldina.
Tobias Bunde, Doktorand an der Berlin Graduate School for Transnational Studies der Freien Universität Berlin. Er hat im Februar 2011 den Offenen Brief an die Bundeskanzlerin mit initiiert, den über 60.000 Personen unterzeichneten und mit dem sich die junge Wissenschaftlergeneration öffentlichkeitswirksam zu Wort meldete.

Moderation:
Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Podiumsdiskussion: Plagiat, Fälschung und Co. Zieht die Wissenschaft Konsequenzen?
Termin: Montag, 24. Oktober 2011, 18.00 bis 19.30 Uhr
Ort: Bayerische Akademie der Wissenschaften, Alfons-Goppel-Str. 11, 80539 München, Plenarsaal, 1. Stock
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich

Quelle: