04/08/2011

www.plasticker.de

Polytec Group: Positives erstes Halbjahr - Spritzgießer PPI in Österreich übernommen

Einen Umsatzanstieg von 10,8 % auf 405,4 Mio. Euro meldet die Polytec Group für das ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahrszeitraum. Das sei auf die weiterhin gute Entwicklung des wichtigsten Absatzmarktes, der europäischen Automobilindustrie, zurückzuführen. Im Umsatz der Vergleichsperiode 2010 sind rund 13 Mio. Euro der Polytec Composites Italia enthalten, die zum Ende des Geschäftsjahres 2010 verkauft wurde.

Das EBITDA erhöhte sich in den ersten sechs Monaten 2011 um 141,2 % auf 40,0 Mio. Euro. Der überproportionale Ergebnisanstieg sei auch auf die Degression fixer Kosten, auf die erfolgreiche Restrukturierung der Standorte Zaragoza (S) und Waldbröl (D) zurückzuführen, die positiv zum Ergebnis der Gruppe beigetragen haben. Bereits im Juni wurde der Verkauf des Geschäftsbereichs Interior an Toyota Boshoku bekannt gegeben (plasticker am 10.06.2011). Das Closing der Transaktion folgte am 30. Juni 2011. Umsatz und Ergebnis des Bereich Interior sind im vorliegenden Halbjahresfinanzbericht bis zu diesem Zeitpunkt berücksichtigt. Bereinigt um die entsprechenden Einmaleffekte ergibt sich ein operatives EBITDA von 32,8 Mio. Euro, entsprechend einer EBITDA Marge von 8,1 %.

Das EBIT des Konzerns hat sich im ersten Halbjahr 2011 mit 29,0 Mio. Euro annährend verzehnfacht. Neben den bereits erwähnten Ergebniseffekten haben um rund 2,6 Mio. Euro geringere Abschreibungen auf das Anlagevermögen dazu beigetragen. Die Finanzierungskosten reduzierten sich im ersten Halbjahr 2011 um rund 1,1 Mio. EUR, was auf die deutliche Reduzierung der Verbindlichkeiten sowie auf die Neuverhandlung von Kondition mit der Hausbank des Konzerns im zweiten Quartal 2011 zurückführen ist. Dennoch zeigt das Finanzergebnis eine nur geringe Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Dies ist bedingt durch einen Ertrag im zweiten Quartal 2010 von rund 0,8 Mio. Euro. In Summe erzielte der Konzern im ersten Halbjahr 2011 ein Nettoergebnis von 25,8 Mio. Euro nach -1,2 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von 1,14 Euro.

Übernahme der PPI Plastic Products Innovation Gmbh & Co KG (PPI)
Polytec verfügt im Segment Components über drei Spritzgießereien in Deutschland (Lohne, Wolmirstedt und Idstein). Nun wurde entschieden, die PPI mit einem Standort in Ebensee (A) als Alternative zu einem Ausbau des Standorts Wolmirstedt zu übernehmen. Die PPI sei aufgrund ihrer geographischen Nähe zu wichtigen Standorten der Automobilindustrie wie Ingolstadt, Györ, Bratislava und München sowie den österreichischen Motorenwerken von BMW und Opel eine sinnvolle Ergänzung des Produktionsnetzwerks. Zudem werde die PPI, die bereits in der Vergangenheit als Partnerbetrieb des Segments Car Styling für Spritzgießprojekte genutzt wurde, nun vermehrt Projekte im Bereich Originalzubehör bzw. Kleinserien für das Segment Car Styling fertigen. Weitere Produktgruppen der PPI sind Industrieprodukte und Freizeitmöbel aus Kunststoff.

Für das Geschäftsjahr 2011 plant das Unternehmen 26 Mio. Euro Umsatz. Der soll in den nächsten Jahren, unter anderem durch die laut Unternehmensangaben teilweise bereits vorhandene Neuaufträge im Bereich Automotive, deutlich wachsen. Der Kaufpreis für 100 % der Anteile ist mit rund 1,5 Mio. Euro (Buchwert des Eigenkapitals per 31. Juli 2011) angegeben. Außerdem werden per 31. August 2011 (Closing) rund 8 bis 9 Mio. Euro Nettofinanzverbindlichkeiten übernommen. Dies ergibt einen Gesamtkaufpreis von etwa 10 Mio. Euro. Aktuell befindet sich das Unternehmen im Eigentum der Huemer Invest GmbH.

Investitionen in Deutschland und Österreich
Der Standort Lohne wird als Leitbetrieb des Segments Components ausgebaut, um bereits erhaltene Aufträge aus dem non-automotive Bereich (Consumer Electronics inklusive JIS-Lieferung) sowie anhaltende Volumensteigerungen der bestehenden Produkte im Automobilbereich - besonders bei Zylinderkopfhauben - produzieren zu können. Zusätzlich wird der Car Styling-Standort Hörsching durch Erweiterung von Produktions-, Lager- und Logistikflächen für künftige Aufgaben gerüstet. Das Gesamtinvestitionsvolumen an beiden Standorten wird mit rund 5 Mio. Euro angegeben.