11.04.2012

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Praher: Werkzeug-Know-how für Dickwand-Teile nutzen

Die österreichische Unternehmensgruppe Praher mit Sitz in Schwertberg produziert und entwickelt Rohrleitungsarmaturen aus Kunststoff für den industriellen Anlagenbau, sowie ein Teile- und Baugruppenprogramm für das Wassermanagement von Swimmingpools. Dem entsprechend liegen der Know-how-Schwerpunkt und der Erfahrungshintergrund der Praher Kunststofftechnik in erster Linie bei Fittingen, Schiebern und Ventilen wie Gehäuse für 3 bis 6-Wege-Ventile, die das Unternehmen in zahlreichen Varianten, Größen und Materialien produziert. Die Gemeinsamkeit der Fertigungsteile sind deren rohrförmige Körper, die Schraubgewinde in den Anschlussflanschen zu den Partnerteilen. Sie werden bis 250 mm Durchmesser und 40 mm Wanddicke bei Stückgewichten bis 11 kg hergestellt. Die Werkzeugtechnik für diese Teileklasse hat der werkseigene Werkzeugbau entwickelt.

Die Abstimmung der Werkzeugtechnik auf die spezifischen Betriebserfordernisse von Dickwandteilen ist das Kern-Know-how von Praher, das nun auch anderen Unternehme angeboten wird. Dabei geht es in erster Linie um die Dimensionierung der integrierten Entformungskinematik aus Kernzügen, Schraubkernen und/oder Schiebern auf die Kräfte der Schwindungskontraktion am optimalen Betriebspunkt. Dieser ist stets der wirtschaftliche Kompromiss aus Prozesszeit zum Füllen, Nachdrücken und Kühlen und Entformbarkeit gegen die Schwindungskräfte, ohne dabei Zugeständnisse bei den Teiletoleranzen machen zu müssen. Dieses Anwendungs-Know-how stammt einerseits aus Erfahrungen mit Fittings, aber auch Dickwand-Projekten wie Isolationsgehäusen aus ungeschäumten Thermoplasten. Darüber hinaus stehen Erfahrungen mit der Kombination von TPE-Dichtungen und Gehäuseteilen aus technischen Thermoplasten im 2K-Spritzguss in unterschiedlichen Werkstückdimensionen bis zu Großteilen zur Verfügung.

Neben den "dicken Brocken" bestehen vor dem Hintergrund der Entwicklungsprojekte des Flüssigkeitshandlings in Werkzeugbau, Anwendungstechnik und Teileproduktion auch Erfahrungen mit Gehäuseteilen mit integrierten Filterstrukturen, beispielsweise bei Filtergehäusen aus Kunststoff mit 0,4 bis 0,5 mm Wanddicke und integriertem Gitterraster mit Segmentöffnungen bis hinunter zu 0,17 mal 0,17 mm. Auch Werkzeugeinsätze für Filtersegmente mit Durchgangsöffnungen von 0,1 mal 0,1 mm wurden bereits gefertigt