08.07.2011

Ruhr-Universität Bochum

Preise für die Bochumer Materialforschung: DGM zeichnet RUB-Wissenschaftler aus

Gleich drei Preise erhielten Materialforscher der Ruhr-Universität Bochum auf dem DGM-Tag 2011 in Dresden. Die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde zeichnete Prof. Dr. Ingo Steinbach und Dr. Wei Guo vom Materialforschungszentrum ICAMS mit dem Werner-Köster-Preis aus. Der DGM-Nachwuchspreis ging an Dr. Robert Zarnetta für seine herausragende Dissertation; mit dem Georg-Sachs-Preis wurde Dr. Jan Frenzel geehrt. „Dass insgesamt drei von zehn Preisen nach Bochum gehen, ist ein sichtbarer Erfolg für die Materialforschung, einem unserer Forschungsschwerpunkte an der Ruhr-Universität“, freut sich Prof. Dr. Elmar Weiler, Rektor der RUB.

Werner-Köster-Preis

Dr. Wei Guo und Prof. Dr. Ingo Steinbach vom Interdisciplinary Centre for Advanced Materials Simulation (ICAMS) erhalten den Werner-Köster Preis 2010 für ihren Beitrag „Multi-phase field study of the equilibrium state of multi-junctions“. Die Arbeit befasst sich mit Entwicklung und Anwendung eines dreidimensionalen Computermodells für Veränderungen von Werkstoffen auf Mikrostrukturebene. Derartige Modelle finden Anwendung bei der Beschreibung von Kristallisationsprozessen oder Benetzungsphänomenen, die auch für die industrielle Forschung von hoher Bedeutung sind. Die numerischen Simulationen wurden mit dem am ICAMS entwickelten Softwarepaket „OpenPhase“ durchgeführt.
Mit dem Werner-Köster-Preis zeichnet die DGM einen hervorragenden Aufsatz im International Journal of Materials (ehemals Zeitschrift für Metallkunde) aus. Der Preis wird jährlich für eine im Vorjahr erschienene grundlegende Arbeit in der Metallkunde verliehen.

Georg-Sachs-Preis

Den Georg-Sachs-Preis 2010 erhält Dr. Jan Frenzel vom Institut für Werkstoffe (Fakultät für Maschinenbau, Prof. Gunther Eggeler). Ihm gelangen bahnbrechende Arbeiten auf dem Gebiet der Formgedächtnislegierungen mit Nickel-Titan. In seinen Arbeiten konnte Dr. Frenzel die Herstellungsparameter optimieren und das Verständnis von Mikrostrukturen und Eigenschaften der NiTi-Legierungen erheblich erweitern. Mit der Verleihung des Preises werde ein Wissenschaftler geehrt, der von Beginn seiner Laufbahn an grundlagenorientierte und anwendungsbezogene Aspekte der Werkstoffforschung in origineller Weise kombiniert hat, heißt es in der Laudatio.
Der Georg-Sachs-Preis 2010 ging außerdem an Dr. José Luis Garcia. Der gebürtige Argentinier gehört seit 2008 einer gemeinsamen Forschergruppe des Helmholtz-Zentrums Berlin und der Ruhr-Universität Bochum an.

DGM-Nachwuchspreis

Dr. Robert Zarnetta vom Institut für Werkstoffe der RUB (Werkstoffe der Mikrotechnik, Prof. Alfred Ludwig) blickt in seinem bisherigen wissenschaftlichen Werdegang bereits auf 16 Veröffentlichungen, davon 12 in referierten Zeitschriften. Seine Arbeiten auf dem Gebiet der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik – insbesondere seine Dissertation zu Formgedächtnislegierungen – lassen für die Entwicklung und Optimierung neuer Werkstoffe viel erwarten, heißt es in der Begründung zur Preisverleihung.

Die Bochumer Materialforschung

Bereits seit 1997 ist die fachübergreifende Materialforschung als Zusammenarbeit von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern ein Forschungsschwerpunkt der RUB. Seit 2009 bildet das Materials Research Department (MRD, Integrity of Small-Scale Systems IS³/High-Temperature Materials HTM) die Plattform für die interdisziplinäre Materialforschung. Beteiligt sind Wissenschaftler der Fakultäten für Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Elektrotechnik, Chemie, Physik, Mathematik und Geowissenschaften sowie weitere, auf dem Campus ansässige Forschungseinrichtungen – etwa die zentrale Einrichtung für Ionenstrahlen und Radionuklide (RUBION) und das vom Land NRW und einem Industriekonsortium großzügig geförderte Materialforschungszentrum ICAMS.

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