11.05.2011

Universität Leipzig

Projekt für hocheffiziente Methanherstellung startet

Im Rahmen des Förderprogrammes "Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung - VIP" fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den nächsten drei Jahren die Bioenergieforschung an der Universität Leipzig. Prof. Dr. Christian Wilhelm vom Institut für Biologie, der Initiator des Vorhabens, wird ein interdisziplinäres Forschungskonsortium mit den Universitäten Bremen und Karlsruhe koordinieren, das 1,5 Millionen Euro erhält, um eine neuartiges Verfahren zur Herstellung von Biomethan zu entwickeln.
Das Forschungsprojekt startete Anfang April und läuft bis Ende März 2014. Der Förderanteil für die Universität Leipzig beträgt ca. 630.000 Euro.


Bisher wird Biomethan durch die Vergärung von Biomasse erzeugt. "Dieser Weg ist wenig effizient und steht mit der Nahrungsmittelerzeugung in Konflikt", erklärt Professor Christian Wilhelm. Der Vorteil des neuen Ansatzes besteht nun darin, dass Algen auf Biofilmen Photosynthese betreiben und dabei organischen Kohlenstoff bilden, der sofort ausgeschieden wird. Dieses Ausscheidungsprodukt wird dann sofort fermentiert und zu Methan umgesetzt.

Gegenüber herkömmlichen Technologien kann der Flächenertrag für Methan um das Zehnfache gesteigert werden. Das wäre ein Durchbruch in der Umwandlung von solarer Energie in einen speicherbaren Energieträger.

Die Abteilung Pflanzenphysiologie der Universität Leipzig wird dabei den Prozess der Metaboliterzeugung optimieren, das Sächsische Instituts für Angewandte Biotechnoloige (SIAB) die Fermentationsprozesse an das neue Konzept anpassen. Das Institut für Umweltverfahrenstechnik der Universität Bremen soll die bioverfahrenstechnische Seite der Prozesskopplung entwickeln und das Institut für Bio- und Lebensmitteltechnik, Bereich Bioverfahrenstechnik des Karlsruher Instituts für Technologie wird dafür ein neues Reaktorkonzept umsetzen. Der ehemalige Leiter des Deutschen Biomasseforschungszentrums Leipzig Prof. Martin Kaltschmitt konnte für das Vorhaben als Innovationsberater gewonnen werden.

Quelle: