28.01.2011

www.plasticker.de

Quadrant: Verleihung des Quadrant Awards 2011

Quadrant, ein global führender Hersteller von hochwertigen thermoplastischen Werkstoffen, hat am letzten Samstag zum vierten Mal den weltweit angesehenen internationalen «Quadrant Award» verliehen. Die internationale Ausschreibung des Awards richtete sich an Absolventen, die zwischen dem 1. Oktober 2008 und 30. September 2010 im Fachgebiet «Materialien und Prozesse in Zusammenhang mit technischen und Hochleistungskunststoffen sowie Composites» eine Doktorarbeit geschrieben hatten. Gewonnen hat den mit EUR 15'000 dotierten ersten Wissenschaftspreis der japanische Kunststoffwissenschaftler Dr. Tadashi Kajiya, der seine Dissertation an der The University of Tokyo, Japan, verfasst hat und jetzt am Laboratoire Matière et Systèmes Complexes der Université Paris Diderot, France, einen Forschungsaufenthalt als Post-Doc absolviert. Der zweite Preis, dotiert mit EUR 7'000, ging an den Schweizer Dr. Norman Lüchinger, der ETH Zürich, Schweiz. Dr. Lüchinger ist zurzeit verantwortlich für die Materialentwicklung bei Nanograde AG, einem Spin-off-Unternehmen der ETH Zürich, welches er während seinem PhD mitgegründet hat. Der Gewinner des dritten, mit EUR 3'000 dotierten, Preises ist die Amerikanerin Dr. Michelle Seitz, Northwestern University, USA. Sie absolvierte einen Post-Doc-Aufenthalt an der University of Pennsylvania, Department of Materials Science and Engineering, und arbeitet seit Januar 2011 als Research Scientist bei DSM, Niederlande. Im Weiteren wurden drei Quadrant Award 2011 Finalisten ausgezeichnet: Dr. Stephen Anthony und Dr. Benjamin Blaiszik, beide von der University of Illinois at Urbana-Champaign, USA, und Dr. Ayse Asatekin, Massachusetts Institute of Technology, USA. Der Anlass fand an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich statt.

Die Fachjury hat Tadashi Kajiya für seine Dissertation "Dynamics of the Drying Process of Polymer Solution Droplets1)" mit dem ersten Preis ausgezeichnet. «In seiner Doktorarbeit nahm sich Herr Dr. Kajiya des fundamentalen Problems der Oberflächenabscheidung verdampfender Mikrotropfen an. Dieses gemeinhin liebevoll "Kaffeering" genannte Phänomen verursacht stärkere Ablagerungen rund um verdampfende Tröpfchen und wird vielfältig genutzt, so beim Mikrodruck auf Polymerwerkstoffe und für andere Anwendungen, in denen beim Aufdampfen von Schichten eine gleichmässige Abscheidung von Substrat gefragt ist. Mit seiner Vorrichtung bestimmte Dr. Kajiya die Tropfenform und die Dichte der Polymersäulen und konnte so das Abscheidungsprofil exakt modellieren. Dies führte ihn dazu, das Problem anhand des Gibbs-Marangoni-Effekts zu lösen und durch Zugabe von Tensiden eine gleichmässige Abscheidung zu bewirken.»

Der zweite Preis wurde für die Arbeit "Metal Nanoparticle Based Composite Materials2)" von Norman Lüchinger vergeben. «Die Arbeit von Herrn Dr. Lüchinger zeugt von einem sehr innovativen Lösungsansatz. Die Fragestellungen reichten von der Herstellung plastisch verformbarer und gleichzeitig stark magnetischer Polymerwerkstoffe bis hin zu Membranen mit Nanotemplat. Herr Dr. Lüchinger geht die Herausforderungen seiner Arbeit auf wissenschaftliche und experimentelle Weise pragmatisch an. Daneben zeigt er mit der Gründung eines Jungunternehmens, das auf seinen Dissertationserkenntnissen aufbaut, wie gute Forschung rasch in industriellem Massstab umgesetzt werden kann.».

Michelle Seitz wurde ausgezeichnet für ihre Dissertation "Triblock Copolymer Gels - Structure, Fracture Behavior and Application in Ceramic Processing3). Die Fachjury zeigte sich beeindruckt von «der hervorragenden Qualität der Dissertation und Präsentation. Frau Dr. Seitz vereinte eine ausgeklügelte Versuchsanordnung ihres Modellsystems mit einer eleganten Darstellung der strukturellen und rheologischen Eigenschaften, nicht linearen mechanischen Tests und neuestem theoretischem Wissen. Neben kontrollierten Gels mit polymergebundenen, selbstassoziierenden Mizellen lieferte sie sehr schöne fraktografische Studien. Sie überzeugte mit vorbildlicher Konsequenz und Gründlichkeit bei der Datenanalyse.».

Im Weiteren wurden Dr. Stephen Anthony, Dr. Ayse Asatekin und Dr. Benjamin Blaiszik für ihre Doktorarbeiten gewürdigt, die sie als Quadrant Award 2011 Finalisten dem anwesenden Publikum vorgetragen haben.

Die Mitglieder der Fachjury sind an international renommierten Universitäten oder Instituten tätig, verfügen über eine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Material- und Kunststoffwissenschaften und begleiten jährlich zahlreiche Doktorarbeiten. Die sechs Mitglieder der Fachjury sind:

Professor Dr. Volker Altstädt
Leiter des Lehrstuhls für Polymere Werkstoffe / Universität Bayreuth, Deutschland

Professor Dr. Glenn H. Fredrickson
Mitsubishi Professor, Chemical Engineering and Materials / University of California, Santa Barbara, USA

Professor Dr. Martin Gruebele
James R. Eiszner Professor der Chemie, Professor der Physik und Professor der Biophysik und der Computerbiologie / University of Illinois at Urbana-Champaign, USA

Professor Dr. Jan-Anders Månson
Laboratory of Polymer and Composite Technology / École Polytechnique Fédérale de Lausanne, Schweiz

Professor Dr. Toshio Nishi
Principal Investigator und Professor / WPI Advanced Institute for Materials Research, Tohoku University, Japan

Professor Dr. Ignaas Verpoest
Professor in Composite Materials at the Department of Metallurgy and Materials Engineering / Katholieke Universiteit Leuven, Belgien

Der Anlass wurde von Professor Dr. Paolo Ermanni, ETH Zürich, Institute of Structure Technologies, moderiert. Er ist nicht Mitglied der sechsköpfigen Fachjury.

Die eingegangene Anzahl von 43 Bewerbungen war sehr erfreulich und insbesondere auch die hohe Qualität der Arbeiten. Mit der Lancierung des internationalen Quadrant Awards sollen weltweit Talente gefördert und Kunststoffwissenschaftern und -ingenieuren nach Abschluss der Ausbildung der Einstieg in die Industrie erleichtert werden. Im Weiteren will Quadrant mit der Vergabe des Awards eine Brücke zwischen Industrie und Forschung bilden. Im Jahr 2013 wird voraussichtlich der nächste Quadrant Award vergeben.

Der überreichte Award ist von dem international renommierten Schweizer Künstler Beat Zoderer gestaltet worden. Das Künstler-Multiple basiert auf der Idee des Künstlers, dass Thermoplaste in flüssigem Zustand verarbeitet werden können. Wenn flüssiger Kunststoff auf einen Gegenstand wie beispielsweise Papier oder eine Platte tropft, entstehen verschieden grosse Tropfen, die auch mit der Entstehung von innovativen Ideen als «Geistestropfen» verwandt sind. Diese Idee hat Beat Zoderer in einer Relief-Landschaft aus Kreisen umgesetzt. Als Basismaterial diente eine im Quadrant Werk Tielt, Belgien, aus Ertacetal C blue 50 hergestellte Kunststoffplatte.

1) Trocknungsdynamik einzelner Tropfen Polymerlösung
2) Nanometall-Verbundsstoffe
3) Triblock-Copolymer-Gel - Struktur, Bruchverhalten und Anwendung in der technischen Keramik