12.06.2013

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Rehau: Mio.-Invest in Feuchtwangen in komplexe Hochregalanlage

Nach einer Bauzeit von 13 Monaten startete Anfang des Jahres der Serienbetrieb des neuen Hochregallagers von Automobil­zulieferer Rehau. Der Polymer­spezialist investierte an seinem größten Werkstandort im mittelfränkischen Feuchtwangen rund 25 Millionen Euro in die komplexe Anlage mit intelligentem IT-System, die neben dem Bau des Hoch­regal­lagers auch die Installation einer Elektrohängebahn im Werk umfasste. Nun wurde das Projekt erstmals offiziell vorgestellt, teilt das Unternehmen mit.

Mit dem Bau begegnet das Unternehmen den Angaben zufolge dem enormen Kostendruck im stark umkämpften Markt der Autozulieferindustrie und will so seine Wettbewerbsfähigkeit und damit die Arbeitsplätze am Standort sichern. "Das neue Hochregallager, unser spezifisches Know-how beim Farbtonmanagement, unsere Montage- und Logistikkompetenz und eine der modernsten Lackieranlagen Europas hier an unserem Standort Feuchtwangen tragen dazu bei, dass wir unserem Ruf als Top-Lieferant namhafter Automobilhersteller auch künftig gerecht werden", erklärt Werkslogistikleiter Ludwig Gilg.

Im Werk 15, das auf die Fertigung und den Zusammenbau von Spritzguss-Formteilen und deren Lackierung spezialisiert ist, werden mehr als 20.000 Stoßfängervarianten für die Automobilindustrie produziert. Täglich verlassen rund 11.000 Stoßfänger das Werk und werden an VW, AUDI, BMW und Porsche ausgeliefert.

Der Ausbau ist unter anderem dem Umstand geschuldet, dass der explosionsartige Anstieg der unterschiedlichen Pkw-Modellvarianten in den letzten Jahren mit einfachen Transportmitteln nur noch schwer zu bewältigen gewesen sei. Die Vielfalt an Karrosserietypen, Antriebsvarianten und Ausstattungslinien in der Autobranche steige beständig. So gibt es die von Rehau angebotenen Stoßfänger mittlerweile in mehr als 500.000 Varianten. Einer Studie zufolge soll die Modellvielfalt weiter zunehmen, was nach intelligenten Lösungen verlange, um den Marktanforderungen auch künftig gerecht zu werden.

Seit der Inbetriebnahme des neuen Hochregallagers werden der innerbetriebliche Transport und die Lagerung von Stoßfängern nicht mehr mit Staplern durchgeführt, sondern mit Elektrohängebahnfahrwerken, die an der Decke montiert sind. Ein automatisches Fördersystem bewegt die Stoßfänger von der Produktionsstätte zum Hochregallager. Dort werden die gelagerten Stoßfänger von vollautomatischen Regalbediengeräten ein- und in Kundenabrufsequenz wieder ausgelagert.

Mit der Installation der betriebssicheren Anlage konnte die Sicherheit im Werk deutlich erhöht werden, da der hochfrequente Staplerverkehr in den Arbeitsbereichen stark abgenommen habe. Gleichzeitig habe sich die Qualität der Arbeitsplätze durch den nahezu lautlosen Transport innerhalb des Werkes verbessert. Zudem sei eine sichere innerbetriebliche Weiterbeförderung gewährleistet. Die Gefahr, die konfektionierten und frisch lackierten Teile zu beschädigen, werde reduziert.

Die Dimension des Hochregallagers ist beeindruckend: 80 x 90 Meter groß und insgesamt 22 Meter hoch. In den Gassen des Lagers sausen die Regalbediengeräte mit hoher Geschwindigkeit hin- und zurück, um die Ware zu verteilen. Laut Gilg stehen mehrere Tausend Lagerfächer für die Stoßfängergestelle zur Verfügung. Nur zum Vergleich: Würde man alle Ladungsträger auf dem Boden verteilen, ergäbe das zusammen eine Fläche von über 26.000 Quadratmetern - also dreieinhalb Fußballplätze voller Spezialladungsträger.

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