[dim_it:pic_desc]Anfang der Zwanzigerjahre: Unumstößliche experimentelle Beweise für die Existenz makromolekularer Stoffe stehen noch aus; um sie zu erbringen, entstehen an Staudingers Institut für organische Chemie an der ETH Zürich in den Jahren 1920 bis 1926 an die 20 Dissertationen (vgl. Westermann 2007, 65), deren Ergebnisse Staudinger im 23. September 1926 der in Düsseldorf versammelten Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte vorträgt. Doch statt des erhofften Triumphs steht Staudinger nahezu isoliert da: Es „lehnten […] alle Staudingers Theorie als völlig unhaltbar ab. Einzig der Nobelpreisträger (des Jahres 1915, Red.) Richard Willstätter (1872-1942, Red.) erklärte den verblüfften Kollegen am Schluß der Sitzung, er sei nunmehr der Ansicht, Staudinger habe den experimentellen Beweis für die Existenz langer Kettenmoleküle erbracht.“ (Krüll 1978b, 232; vgl. Krüll 1978a, 48) Der Physikochemiker Hermann Mark (1895-1992), der in Düsseldorf ebenfalls zu den Vortragenden zählt, formuliert vorsichtiger: „Willstätter […], der Vorsitzende, sprach sich in seinem Schlußwort in zurückhaltender Weise […] befürwortend für die Makromoleküle aus.“ (Mark 1980, 482; zitiert nach Minssen/Walgenbach 1985-I, 82)[/dim_it:pic_desc]