11.10.2012

www.gupta-verlag.de/kautschuk

Rico zeigt auf der Fakuma neue Kaltkanal-Nadelverschluss-Systeme

Anspritzpunkt frei wählbar Kaltkanalsysteme erleichtern nicht nur die Automatisierung des Spritzgießprozesses und Materialeinsparungen, sondern bringen auch Vorteile bei der Verringerung von Zykluszeiten. Viele Produzenten setzten bisher überwiegend offene Düsen zum Verarbeiten von LSR ein, was immer auch zu Markierungen am Anspritzpunkt führte. Mit den Nadelverschluss-Systemen können sie jetzt abfallfrei und ohne erhabenen Anspritzpunkt arbeiten, was sowohl Zeit- als auch Qualitätsvorteile in der laufenden Fertigung mit sich bringt.Zwei Systeme - zwei Einsatzgebiete Aus der Erfahrung von Rico in der Elastomerverarbeitung ergab sich die Entwicklung gleich zweier unterschiedlicher Nadelverschluss-Systeme, die für jeweils spezifische Produktionsaufgaben eingesetzt werden. Das Nadelverschluss-System für sehr kleine Schussgewichte ab ca. 0,02 g besticht vor allem durch seine äußerst kompakte Bauweise. Dabei sind die Mindestabstände der Düsen identisch mit der herkömmlichen offenen Kaltkanaltechnik, um modular aufbauen und arbeiten zu können. Der erreichbare Düsenabstand liegt bei 15 mm, was die Anordnung von bis zu 64 Kavitäten in einem Werkzeug bei entsprechend kleinen Außenmaßen erlaubt. Der Antrieb der Nadelverschlussdüsen erfolgt pneumatisch. Mit dieser neuen Entwicklung lassen sich die Probleme, wie sie speziell bei sehr kleinen Teilen und Schussgewichten auftreten, perfekt lösen. War bislang die Direktanspritzung schwierig bzw. die Lage des Anspritzpunktes oft störend, ist jetzt eine direkte Anspritzung möglich. Die Lage des Anspritzpunktes wird dabei variabel, eine indirekte Anspritzung über Unterverteiler oder Filmanguss ist nicht länger notwendig. Darüber hinaus minimiert sich durch die Arbeit mit dem Nadelverschluss-System auch der Verbrauch von teurem Material effizient, da mit der direkten Anspritzung auch die Angüsse wegfallen. Das Nadelverschluss-System für große Schussgewichte kann neben der LSR- auch bei der Verarbeitung hochviskoser Materialien wie Feststoffsilikon (HTV) oder Gummi zum Einsatz kommen. Auch hier wird der große Vorteil der Technik sofort deutlich: Mussten früher zwingend mehrere Anspritzpunkte gesetzt werden, um die Kavität schnell und korrekt füllen zu können, bevor die Vulkanisation einsetzte, genügt jetzt ein Anspritzpunkt, um hochwertige Silikonteile entstehen zu lassen. Der Antrieb der Nadelverschlussdüsen erfolgt wie auch bei der kleineren Variante pneumatisch mit zusätzlicher elektrischer Hubverstellung. Durch seine nach wie vor kompakten Außenmaße lässt sich ein Mindestabstand zwischen den Düsen von 50 bis 75 mm erreichen, was einen sehr guten Wert darstellt und damit die Anspritzung von maximal 16 Kavitäten in einem Werkzeug problemlos realisierbar macht. Feldversuche bis Ende 2012, dann MarkteinführungZurzeit befinden sich beide Nadelverschluss-Systeme im Feld- bzw. Langzeitversuch, um letzte Praxiserkenntnisse zu gewinnen und in die Serienproduktion einfließen zu lassen. Das Unternehmen bleibt seiner bisherigen bekannten Philosophie und Linie aber treu und verkauft auch im Fall der Nadelverschlussdüsen nur komplett - sprich Kaltkanal plus Kavitäten und Automatisierung - als Systemlösung, denn ein Kaltkanal- oder Nadelverschluss-System allein macht noch kein gutes LSR-Werkzeug. Hinzu kommen muss die Erfahrung bei Beheizung, Konstruktion, Stahlauswahl, Fertigung und Abstimmung eines Werkzeugs. Erst daraus wird dann ein komplettes System, das einen stabilen Prozess, hohe Qualität und Lebensdauer garantiert.

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