19.08.2013

Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw

Risikoarme und umweltfreundliche Energiespeicher

Moderne Batterien funktionieren meistens recht
problemlos. Da sie jedochvorwiegend aus Metallen oder Metalloxiden
bestehen, gibt es etlicheProbleme bei der Herstellung, im Schadensfall
und bei der Entsorgung.


Imdeutschlandweit einzigartigen Zentrum für
Energie und Umweltchemie (Centerfor Energy and Environmental Chemistry
Jena – CEEC) in Jena erforscht undentwickelt man Energiespeicher aus
Kunststoffen, sog. organischenPolymeren. „Auf diese Weise werden in
Zukunft Batterien möglich sein, dienicht giftig und umweltschädlich
sowie einfach zu entsorgen sind. Siewerden flexibel und damit
universell einsetzbar sein und könnenaufgedruckt werden“, betont Prof.
Dr. Ulrich S. Schubert von derFriedrich-Schiller-Universität Jena. „Das
große Ziel ist die Entwicklungvon neuen bzw. optimierten elektrischen
Energiespeichern, die zukünftigeine risikoarme, klimafreundliche und
nachhaltige Energieversorgung inverschiedenen Anwendungsfeldern
ermöglichen“, fasst es der Chemiker undInitiator des CEEC zusammen.
Eingesetzt werden sollen die Speicher beiAkkus für Handys, Laptops,
intelligente Verpackungen bis hin zurSpeicherung von Lastspitzen in
Kraftwerken.Für Prof. Schubert und die ganze Jenaer Universität sowie
das beteiligteFraunhofer-Institut für Keramische Technologien und
SystemeHermsdorf/Dresden (IKTS) ist heute (15.07.) ein wichtiger Tag.
Nocharbeiten die Forscher an verschiedenen Standorten bis ein
Forschungsneubaufür das CEEC am Jenaer Max-Wien-Platz errichtet ist.
Dessen Finanzierungist nun gesichert. Die Ernst-Abbe-Stiftung errichtet
den – inklusiveErstausstattung und Geräten – rd. 14,5 Millionen Euro
teuren Neubau. Derentsprechende Vertrag ist heute von Thüringens
WissenschaftsministerChristoph Matschie und dem Vorstandsvorsitzenden
der Ernst-Abbe-Stiftung,Prof. Dr. Jens Goebel, unterzeichnet worden.Der
Neubau wird Forschungsflächen von über 1.200 qm enthalten und an
daskurz vor dem Bezug stehende „Zentrum für Angewandte Forschung“ (ZAF)
derUniversität „angedockt“. Die Ernst-Abbe-Stiftung trägt bis zu
zehnMillionen Euro. Diese Mittel stammen aus Zustiftungen des Landes an
dieErnst-Abbe-Stiftung. Weitere vier Millionen Euro wird die
Carl-Zeiss-Stiftung beisteuern. Die Kosten für die Erstausstattung in
Höhe von rund500.000 Euro werden aus Landesmitteln getragen. Darüber
hinaus bringt dasLand das Grundstück ein. „Die durch den Neubau
ermöglichten Synergien sind– auch mit Blick auf die Kosten –
überzeugend“, ist sich Prof. Schubertsicher, der darauf hofft, dass das
Gebäude im Herbst 2015 bezogen werdenkann. Denn die Bauarbeiten sollen
schon im Herbst beginnen. Die Ernst-Abbe-Stiftung wird das Gebäude in
eigener Verantwortung errichten und derFriedrich-Schiller-Universität
für mind. 25 Jahre mietfrei zur Verfügungstellen.„Für die
Friedrich-Schiller-Universität Jena stellt der CEEC-Neubau
eineentscheidende Investition dar“, sagt Prof. Dr. Thorsten Heinzel.
DerProrektor für Forschung der Universität Jena dankt den
beteiligtenStiftungen und dem Land für ihre engagierte Unterstützung.
Im Neubauwerden die bereits vorhandenen Arbeitsgruppen der Organischen
undMakromolekularen Chemie, der Elektrochemie und der
Glaschemiezusammengeführt. Außerdem werden die gemeinsame Professur mit
demFraunhofer IKTS sowie Labore zur Fertigung von Prototypen in dem
Neubauuntergebracht. „Für die gerade laufende Besetzung des Lehrstuhls
fürTechnische Chemie der Energieforschung ist der baldige Bezug
ebensoessenziell, wie für die Einwerbung von weiteren
Nachwuchsgruppen“, betontProf. Schubert. „Nachdem nun mit der
Unterzeichnung der Verträge mit derErnst-Abbe-Stiftung die
entscheidende Hürde genommen wurde, wird jetztzügig am Bauantrag
gearbeitet – und die zweite Baustufe angegangen“, freutsich der
engagierte Jenaer Chemiker.

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