06.07.2011

Universität Osnabrück

Robotik-Spitzenforschung an der Uni Osnabrück

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) eröffnet eine Außenstelle an der Universität Osnabrück. Dem Finanzierungsbeitrag von je 180.000 Euro für die kommenden drei Jahre hat das Kuratorium der Volkswagenstiftung auf Vorschlag des Landes Niedersachsen heute (1.7.) zugestimmt. »Mit dem DFKI Robotics Innovation Center bekommt die Universität Osnabrück einen erstklassigen und international hoch anerkannten Partner. Mit dem Thema Künstliche Intelligenz wird Osnabrück attraktiver für Unternehmen und für andere Wissenschaftler. Das ist gut für das Profil der Universität und für den Standort«, so die niedersächsische Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka.

Auch für Universitätspräsident Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger ist die Ansiedlung in Osnabrück ein Glücksfall: »Die Entwicklung und der Ausbau des wissenschaftlichen Umfeldes mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist ein strategisches Kernziel der Universität. Auf diesen Moment haben wir lange hingearbeitet.« Für regionale Wirtschaftsunternehmen werde die Außenstelle den Zugang zum exzellenten Forschungspotential des DFKI erleichtern und die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung in Osnabrück stärken. Die Eröffnung der Außenstelle soll im Herbst erfolgen.

Hauptaufgabe der Osnabrücker Außenstelle des DFKI Robotics Innovation Center (RIC) Bremen wird die Umsetzung innovativer Softwarelösungen mit industriellen Auftraggebern sein. Die Außenstelle wird am Institut für Informatik der Universität Osnabrück angesiedelt, das in der Arbeitsgruppe Wissensbasierte Systeme unter der Leitung von Prof. Dr. Joachim Hertzberg schon seit mehreren Jahren am Thema planbasierter Robotersteuerung forscht. Hertzberg übernimmt auch die Leitung der DFKI-Außenstelle.

»Die Außenstelle an der Universität Osnabrück erweitert das DFKI in den Robotik-Themen komplexe Planung und Umgebungsmodellierung optimal. Das bietet uns gute Möglichkeiten, Projekte in diese Richtung zu bearbeiten«, sagt Prof. Dr. Frank Kirchner, Direktor des DFKI RIC. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der DFKI-Geschäftsführung, ergänzt: »Mit Professor Hertzberg gewinnen wir für unser RIC einen weiteren internationalen Spitzenforscher. Außerdem ist Professor Rollinger der einzige Universitätspräsident in Deutschland aus dem Fachgebiet Künstliche Intelligenz.«

Erste gemeinsame Projekte haben bereits begonnen. Beim Projekt »marion« (Mobile autonome, kooperative Roboter in komplexen Wertschöpfungsketten) werden unter Leitung der Claas Selbstfahrende Erntemaschinen GmbH autonome mobile Maschinen entwickelt, die auf Veränderungen in der Umgebung eigenständig reagieren. Technische Basis sind Sensoren sowie ein übergeordnetes Planungssystem. »Die Sensoren erfassen zum Beispiel die Situation beim Abernten eines Getreidefelds. Dem entsprechend werden Überladefahrzeuge automatisch gesteuert, in die die Mähdrescher ihren Kornspeicher entleeren«, erläutert Prof. Hertzberg. So entstehe vom Mähdrescher bis zum Erntetransporter am Feldrand ein teil-autonomes Ernte- und Transportsystem und die Betrachtung der gesamten Prozesskette spare Zeit, Kraftstoff und Maschinenkosten. »Die Umsetzung erfolgt unter Nutzung von Werkzeugen der Künstlichen Intelligenz«, so der Informatiker. »Die Projektergebnisse sind weitgehend branchenunabhängig und lassen sich zum Beispiel auf die Hafen- und Baustellenlogistik übertragen.«

Das DFKI mit Sitz in Kaiserslautern, Saarbrücken und Bremen ist das weltweit größte Forschungszentrum auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Aktuell forschen mehr als 400 Mitarbeiter aus 60 Nationen an innovativen Softwarelösungen. Nach drei Jahren ist eine erste Evaluation der Osnabrücker Außenstelle vorgesehen.

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