14.02.2013

Russischer Markt für Kunststoff und Kautschuk gewinnt wieder an Schwung

20.000 Fachbesucher kamen zu interplastica und UPAKOVKA/UPAK ITALIA 2013 in Moskau

Im russischen Markt für Kunststoff und Kautschuk ist wieder Bewegung, er hat großes Potenzial und bietet vielversprechende Geschäftsmöglichkeiten – dieses Fazit zogen nahezu einmütig die Aussteller der interplastica 2013. Vom 29. Januar bis 1. Februar präsentierten sie im Moskauer Messegelände Zao Expocentr in Krasnaja Presnja einen eindrucksvollen Überblick über innovative Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Maschinenbau, Rohstoffherstellung und –verarbeitung. Dabei kam es an den Ständen der ausstellenden Unternehmen nicht nur zu lebhaften Geschäftsgesprächen, sondern auch zu zahlreichen Abschlüssen. Die gute Besucherresonanz untermauerte die Position der führenden Fachmesse für Kunststoff- und Kautschuktechnologie in Russland und der gesamten GUS-Region: 20.000 Fachbesucher kamen zur interplastica 2013 und der gleichzeitig stattfindenden UPAKOVKA/UPAK ITALIA, Fachmesse für Verpackungstechnologie.

Nach Gesprächen mit Ausstellern aus unterschiedlichen Angebotsbereichen zog Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf GmbH, zufrieden Bilanz: „Der russische Markt hat sich spürbar wiederbelebt, die ausstellenden Unternehmen berichten von sehr konkreten Verhandlungen und Vertragsabschlüssen. Die Besucher nehmen z. T. weite Wege in Kauf, um auf dieser Fachmesse neue Technologien internationaler und heimischer Anbieter live zu erleben. Das sehr positive Ergebnis der interplastica stimmt uns zuversichtlich für die K 2013 im Oktober in Düsseldorf!“

Von der günstigen Entwicklung der russischen Wirtschaft profitiert der Kunststoffsektor in besonderem Maße, der Aufschwung wichtiger Abnehmerbranchen führt zu wachsender Nachfrage nach Maschinen, Rohstoffen, technischen Teilen und Halbzeugen. Der Verpackungssektor ist weiterhin von großer Bedeutung und auch die Bauindustrie hat sich wieder belebt, vor allem durch umfangreiche landesweite Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, für die z.B. Dämmmaterial, Rohre, Fensterprofile etc. benötigt werden. Auch der Automobilsektor ist in Schwung gekommen, zahlreiche Produktionsstätten sind entstanden bzw. werden aufgebaut. Experten sagen für Russland einen Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauches an Kunststoffen um rund 10 Kilogramm in den nächsten vier Jahren voraus (geschätzt von knapp 39 kg in 2012 auf rund 50 kg in 2016).

Die interplastica war mit einer belegten Nettofläche von über 13.000 Quadratmetern und mehr als 700 Ausstellern aus 26 Ländern deutlich größer als im Vorjahr. Russische, deutsche, chinesische und italienische Anbieter stellten die größten Ausstellerbeteiligungen: Russland mit 212, Deutschland mit 154, China mit 139 und Italien mit 65 Unternehmen.

Deutsche Maschinen liegen nach wie vor auf Platz 1 bei den Lieferungen an Kunststoff- und Kautschukverarbeiter in Russland mit einem Anteil von 30,8 Prozent am Gesamtexport, gefolgt von Italien (16 Prozent) und China (11,6 Prozent). Die deutschen Exporte nach Russland beliefen sich in den ersten elf Monaten 2012 auf 185,9 Mio. Euro und lagen damit um 9,7 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums.

Bernd Nötel vom Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA sieht im russischen Markt dauerhaft gute Chancen: „Die wirtschaftliche Entwicklung verspricht weiterhin einen stetigen Aufschwung, die Situation im Land ist stabil und berechenbar für die internationalen Geschäftspartner. Nicht nur die Anbieter von großen Maschinen und Anlagen können hier mit guten Geschäften rechnen, auch die Hersteller einzelner Maschinenkomponenten haben interessante Absatzmöglichkeiten. Zwei Themen sind weiterhin in der Diskussion: zum einen die Frage der Finanzierung von Investitionen – die Hersteller, die hier eigene Lösungen anbieten, intensivieren damit ihre Kundenbeziehung. Zweiter Punkt ist das noch wenig entwickelte Recycling von Kunststoffen. Es ist jetzt die Rede davon, dass seitens des russischen Staates Gelder für die Implementierung eines Recyclingsystems zur Verfügung gestellt werden sollen. Das wäre für die Entwicklung des Marktes wichtig und auch, um die Einstellung der Bevölkerung hin zum „Wertstoff“ Kunststoff zu verändern.“ Mit der Teilnahme an der interplastica 2013 waren die deutschen Aussteller, so Nötel, überwiegend sehr zufrieden. Vom ersten Tag an wurden intensive Geschäftsverhandlungen geführt, die Fachbesucher kamen nicht nur aus ganz Russland nach Moskau, sondern auch aus den Nachbarländern bis hin zur Türkei.

Die positive Einschätzung des russischen Absatzmarktes bestätigt Mario Maggiani, Geschäftsführer des italienischen Maschinenbauverbandes Assocomaplast. „Viele Jahre war Russland unter den BRIC-Staaten das Land, dessen Markt sich am zögerlichsten entwickelte – insbesondere verglichen mit der Dynamik, die China und Indien an den Tag legten. Auch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat in Russland deutliche Spuren hinterlassen. Doch seit letztem Jahr verzeichnet die Kunststoffverarbeitung im Land einen erheblichen Aufschwung. Mit der Folge für die italienischen Maschinenanbieter, dass deren Exporte nach Russland in den ersten zehn Monaten 2012 um rund 25 Prozent zulegten. Verpackung ist nach wie vor ein sehr wichtiger Absatzbereich, der Bau- und Automobilsektor beleben sich.“ Unter den italienischen Ausstellern der interplastica waren viele Firmen, die bereits seit langem in Russland geschäftlich aktiv sind – sie profitierten nun von den guten persönlichen Kontakten, die nach wie vor im russischen Geschäftsleben eine große Rolle spielen. Doch auch vielversprechende neue Beziehungen wurden vom ersten Tag an angebahnt, so Maggiani. Dabei seien Anfragen sibirischer Geschäftsleute aufgefallen – hier entwickele sich anscheinend eine Region mit großem Potenzial.

Die zwölf taiwanesischen Aussteller, unter ihnen der nationale Maschinenbau-Verband, zeigen sich ebenfalls sehr zufrieden mit dem Verlauf der interplastica 2013. Sie verzeichneten eine rege Besucherresonanz auf ihren Ständen, bauten bestehende Geschäftsbeziehungen aus und knüpften neue Kontakte. Übereinstimmend gaben die Firmen an, bei der Messe im nächsten Jahr wieder teilnehmen zu wollen und dann auch erstmals Maschinen zu präsentieren.

Die Aussteller der interplastica lobten übereinstimmend die hohe fachliche Kompetenz der Besucher, die gut informiert und mit detaillierten Anfragen kamen. Die Besucher ihrerseits waren vom umfassenden Angebot und der tiefgehenden Beratung der Aussteller begeistert.

Ergänzt wurde das Angebot der Aussteller durch eine Sonderschau zum Thema Rohstoffe, die Messe Düsseldorf und ihre Tochtergesellschaft Messe Düsseldorf Moskau OOO erstmals organisierten. Hier informierten russische und internationale Unternehmen in Vorträgen über ihre neuesten Entwicklungen und Produkte. Mit 40 bis 50 Besuchern pro Vortrag verzeichnete die Premiere eine beachtliche Resonanz.

Die nächste interplastica in der russischen Hauptstadt wird vom 28. bis 31. 2014 stattfinden, erneut parallel zur UPAKOVKA/UPAK ITALIA.

Nähere Informationen gibt es unter: