28.05.2010

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Südafrika: Nachfrage nach Kunststoffen steigt deutlich

Nachfrage nach Kunststoffen steigt 2010 rapide an / Beratung ist wichtiger Faktor / Von Carsten Ehlers

In Südafrika nimmt der Absatz von Kunststoffen seit Ende 2009 wieder spürbar zu. Besonders die Automobilindustrie benötigt vermehrt Vorprodukte. In der Bauwirtschaft dürfte in den kommenden Jahren der Einsatz von Dämmstoffen immer wichtiger werden. Ursache sind kräftige Strompreiserhöhungen. Da es unter den Fachkräften kaum Erfahrung beim Einbau von Dämmstoffen gibt, wird die Ausbildung in diesem Bereich eine große Rolle spielen. Bei Verpackungen gewinnt Recycling, insbesondere von PET-Flaschen, an Bedeutung. (Kontaktanschriften)

Die Nachfrage nach Kunststoffen steigt in Südafrika seit dem 4. Quartal 2009 wieder deutlich. Vor allem die Automobilindustrie, die Spezialkunststoffe benötigt, spielt dabei eine Rolle. Sie verzeichnet ein hohes Absatzwachstum und kann ihren Bedarf an Kunststoffen aufgrund der weitgehend leeren Lager nur schwer decken. Die Automobilindustrie verwendet überwiegend importierte Polymere, da die Konzernzentralen die Zusammensetzung der benötigten Kunststoffe international standardisieren und somit europäische beziehungsweise US-amerikanische Polymerproduzenten vorziehen. Die Polymere werden, um die lokale Wertschöpfung zu erhöhen, so weit wie möglich in Südafrika gepresst.

Mittelfristig scheint die Zukunft der südafrikanischen Automobilbranche, und damit deren Kunststoffnachfrage, gesichert. Im Jahr 2008 hat die Regierung das Nachfolgeprogramm des 2012 auslaufenden Motor Industry Development Programme (MIDP) beschlossen, welches bislang den Unternehmen Anreize für den Export von Kfz gewährt. Das neue Automotive Production and Development Programme (APDP) wird weniger auf den Export setzen, sondern bietet Anreize vor allem für die Ausdehnung der Kfz-Produktion. In den Unternehmen wurde die Ankündigung des APDP positiv aufgenommen, da nun die Planungssicherheit für Neuinvestitionen deutlich höher ist. Vor allem Zulieferer, die Erweiterungsinvestitionen planen, können mit staatlichen Zuschüssen rechnen.

Eine inzwischen gute Zukunft prognostizieren Experten dem Einsatz von Dämmstoffen im Häuserbau. Energieeffizienz spielt aufgrund rapide steigender Strompreise eine immer wichtigere Rolle. Der staatliche Stromversorger Eskom erhöht die Preise binnen drei Jahren um etwa 100% und sorgt damit dafür, dass sich in dem einstigen Billigstromland Südafrika das Stromsparen immer mehr lohnt. Eine Gesetzesvorlage der Regierung, welche die Mindeststandards für Wärme- und Lärmdämmung in Gebäuden festlegen soll, muss das Parlament noch passieren.

Speziell Kunststoffprodukte wie Polystyrol könnten wesentlich zu mehr Energieeffizienz beitragen. Bislang werden in südafrikanischen Häusern im Vergleich zu Europa wenig Kunststoffe verwendet. Bei Fensterrahmen zum Beispiel kommt an erster Stelle Stahl, dann Aluminium, dann Holz als Material in Frage.

Mit der bloßen Lieferung von Dämmmaterial ist es in Südafrika kaum getan. Beratung sowie Ausbildung von Fachkräften im Umgang mit derartigen Materialien sind ebenso gefragt. Im Häuserbau wurde aufgrund des milden Klimas nie Wert auf Isolation gelegt. Es fehlt bislang an der Sensibilität für dieses Thema. Hinzu kommt, dass nur wenige Handwerker für das Einbauen solcher Materialien ausgebildet wurden. Bereits jetzt, wo die Nachfrage nur leicht ansteigt, ist es ein Problem, solche Fachkräfte zu finden.

Auch abgesehen von energieeffizientem Bauen entwickelte sich die Baubranche in den vergangenen Jahren zu einem immer wichtigeren Nachfrager nach Kunststoffen. Von staatlicher Seite werden in den kommenden Jahren Investitionen in den Bereichen Energie, Transport, Wasser und Telekommunikation für Belebung sorgen.

Wichtigster Abnehmer von Kunststoffen bleibt die lokale Verpackungsindustrie. Die südafrikanische Verpackungswirtschaft mit ihren beiden Marktführern Nampak und Astrapak gilt inzwischen als international hochgradig wettbewerbsfähig und investiert ständig in innovative Materialien und die neueste Produktionstechnologie. Die Nachfrage konzentriert sich vor allem auf Polyolefine, die lokal produziert werden, und importiertes Styrol. Der Einzelhandel meldete zuletzt rückläufige Verkaufszahlen.

Zunehmender Trend bei Verpackungen ist auch in Südafrika das Recycling. Die Verpackungsbranche hat sich zum Ziel gesetzt, den Wiederverwertungsanteil auf etwa 20 bis 25% anzuheben. Damit würde die Kaprepublik in etwa das Niveau mitteleuropäischer Staaten wie Deutschland oder der Schweiz erreichen. Derzeit liegt die südafrikanische Recyclingquote bei etwa 15%. Das für Flaschen verwendete PET gewinnt durch Recycling zunehmend an Bedeutung. Unter anderem baut Hosaf, einer der führenden Polymerhersteller Südafrikas, bei Johannesburg eine Fabrik zum Recycling von PET-Flaschen mit einer Jahreskapazität von 10.000 jato.

Marktführer in der Kunststoffindustrie sind Sasol, Dow und Hosaf. Sasol stellt die vier wichtigen Hauptpolymere Low-density Polyethylene (LDPE), Linear low-density Polyethylene (LLDPE), Polypropylene (PP) und Polyvinyl Chloride (PVC) her. SANS und Hosaf sind insbesondere bei PET aktiv. Unter den Importeuren sind BASF, Bayer Lanxess sowie Dupont Marktführer. Das lokale Unternehmen Dow importiert ebenfalls Polystyrol.

Insbesondere bei Massenkunststoffen steigt der Marktanteil ostasiatischer Produkte deutlich an. Noch vor wenigen Jahren spielten die Hersteller aus Taiwan, Korea (Rep.) und der VR China nur eine untergeordnete Rolle. Inzwischen verfügen sie in den Bereichen Polystyrol, ABS oder Styropor über Marktanteile von 30 bis 50%.

Vom Branchengesamtumsatz von jährlich rund 30 Mrd. Rand (R; umgerechnet circa 3,1 Mrd. Euro) entfallen etwa ein Drittel auf den Verkauf von Grundstoffen, der Rest auf verarbeitete Kunststoffe. Auf der Endabnehmerseite dominiert mit über 50% der Verpackungssektor. Die Baubranche kauft nur etwa 15% der Kunststoffprodukte - deutlich weniger als in europäischen Ökonomien (circa 30%). Mit annähernd 5% ist die Automobilbranche der dritte nennenswerte Abnehmer.

Kunststoffmaschinen müssen fast immer importiert werden. Deutsche Maschinen haben aufgrund ihres hohen Preises allerdings nur bei Großinvestitionen eine Chance. Die kleineren Unternehmen bedienen sich lieber in Fernost (Korea (Rep.), VR China). Die Maschinen von dort kosten etwa ein Drittel dessen, was in Mitteleuropa für eine Anlage verlangt wird. Die Qualität ist häufig völlig ausreichend und zum Teil mit TÜV-Standard gewährleistet. Alternativ werden europäische Gebrauchtmaschinen importiert.

Kontaktanschriften:
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Kontaktperson: David Hughes
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Tel.: 0027 11/653-47 84, Fax: -34-40 21
DavidH@plasfed.co.za, www.plasticsinfo.co.za

Sasol
P.O. Box 5486, Johannesburg, 2000
Tel.: 0027 11/441 31 11, Fax: -788 50 92
sasol.internet@sasol.com, www.sasol.co.za

Dow South Africa
P.O. Box 781811, Sandton, 2146
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Hosaf
P.O. Box 268, Tableview, 7439
Tel.: 0027 21/521 22 00, Fax: -521 22 02
www.hosaf.co.za

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